50// Mein Später.

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Mit den Kopfschmerzen aus der Hölle verließ ich miesgelaunt die Halle. Ich war unkonzentriert gewesen, das stimmte, aber war das kein Grund drei Stunden auf mir herumzuhacken. Es war als wolle Dan, jetzt wo Mike ihm gesagt hatte, dass er mich nicht rausschmeißen würde, mich rausekeln wollen.
Leider machte das auch das Angebot von Ridley um einiges attraktiver. Ich musste dringend mit Maggie reden. Und mit Lucy.
Mir war klar, dass Maggie enttäuscht wäre. Doch sie würde mir objektiv versuchen zu helfen. Es war ein gutes Angebot und ich glaubte Maggie würde mir sagen, was sie für das beste für meine Karriere hielt.
Lucy hingegen war da anders. Sie war wild und temperamentvoll und ich wusste nicht, ob sie direkt wieder davonlaufen würde, wenn ich sie fragte. Würde sie es in Betracht ziehen mich zu begleiten?
"Alles klar bei dir?" Fragte mich Anton, der gerade neben mir zum halten kam. "Hast du Stress mit dem Coach?" Wollte er wissen und ich schnaubte. Es würde nicht helfen, wenn ich Anton davon erzählte. Es würde das Team und das Vertrauen zum Coach nur weiter schwächen.
"Nein. Alles gut." Sagte ich also nur, doch konnte sehen, dass er mir das absolut nicht abnahm. Trotzdem nickte er.
"Ist Maggie heute Abend zuhause?" Wollte ich wissen und er runzelte sofort die Stirn. Dann nickte er. "Gut. Ich muss mit ihr reden. Aber jetzt muss ich los."
Eine Lüge, denn ich wollte einfach nicht länger darüber reden. Ich musste erst mit Maggie reden, bevor ich irgendwas anderes tun konnte. Und dann musste ich mit Lucy reden. Ich musste Lucy erklären was dieser Job bedeutete und sie fragen, ob sie mit mir mitkommen würde. Ich wusste das war ziemlich viel verlangt, aber ich würde für sie auch gehen. Überallhin, wenn sie es wirklich wollte. Und ich wollte diesen Job unbedingt. Es war schon seit Jahren mein Traum im Nachwuchs zu arbeiten. Und ich dachte oft darüber nach zurück nach LA zu ziehen. Ich wäre näher bei Marylin und ich wäre wieder in meinem Zuhause.
"Wir sehen uns dann heute Abend!" Rief Anton noch, als ich in meinen Wagen stieg, mir übers Gesicht fuhr und mit quietschenden Reifen davonfuhr.
Spätestens jetzt wusste er, das etwas nicht stimmte. Und das tat es ja auch nicht. Immerhin wollte mein Coach mich rausschmeißen. Wie sollte dieses Team näher zusammenrücken, wenn der Coach es zerschlagen wollte? Ich war nur froh, dass einige von den Jungs meine Brüder geworden waren. Auch Anton. Ich vermutete das auch er auf seiner Abschussliste stand, doch er hatte noch immer Maggie in der Rückhand und ich war mir nicht sicher für wen sie sich entschied, wenn sie die Wahl zwischen Anton und mir hatte. Nicht das ich ihr das vorwerfen würde. Anton war jünger als ich und hatte noch einige Jahre in der Liga vor sich. Zudem behandelte Dan ihn auch anders. Vielleicht lag es an der Verbindung zu Maggie. Vielleicht lag es daran, dass ich auf seiner Liste weiter oben stand. Ich hatte keine Ahnung. Aber eigentlich war das auch irrelevant. Meine Zeit würde kommen und vielleicht konnte ich so immer noch unter Kontrolle haben, wie ich ging. Und wann ich ging.
Nur musste ich dafür eben erst mit Lucy sprechen. Denn egal wie sich in meinen Plänen mein Job veränderte, blieb das eine immer gleich.
Lucy war an meiner Seite und ich an ihrer. Wir würden zusammen ziehen, heiraten, Kinder, einen Hund. Lucy würde ein kleines Atelier haben und immer farbverschmiert in die Küche kommen. Eigentlich war mir egal, was sie machen wollte. Solange sie nur bei mir sein würde. Vielleicht würde sie als Lehrerin arbeiten, nachdem sie ihr Studium beendet hatte? Vermutlich war das ihr Plan. Das Studium konnte sie auch an der UCLA machen. Oder sie blieb in Phoenix für die letzten Kurse. So weit war es nicht. Wir würden das schon hinbekommen.
Doch auch wenn ich dieses Leben, unser Leben komplett durchgeplant hatte, so war es Lucy, die darüber entscheiden würde. Denn auch wenn ich diesen Job wollte, wenn ich glaubte, dass es an der Zeit war mit dem Sport aufzuhören, war es Lucys letztes Wort, das zählte.
Ich wurde nicht jünger und ich spürte schon jetzt einige Stellen meines Körpers durchaus intensiver, als es noch vor zehn Jahren der Fall war. So war eben das Leben und nun war ich bereit endlich eine neue Richtung einzuschlagen. 
Früher hatte ich mich nie damit auseinandergesetzt. Verlieben, Heiraten, Kinder kriegen. Dafür hatte ich doch später noch immer Zeit. Und ich hatte bis jetzt nicht verstanden, dass später möglicherweise schon jetzt war. 
Lucy war mein Später. 

Ein Cavalier hin und wegGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt