"Pippa ich will dass du das in den Griff bekommst. Ich habe die Nase echt gestrichen voll." Sagte Laurent genervt. Es war ja nicht so, als müsste er sich mit irgendetwas davon auseinandersetzen. Alleine die Tatsache, dass es ein schlechtes Licht auf ihn werfen könnte, machte ihm solche Angst, dass es ihm egal war, wie es aus der Welt geschafft wurde, solange es das nur wurde.
"Ich arbeite daran." Gab ich aus. Es machte mich krank, dass meine Arbeit nur dazu diente ihm den Arsch zu Pudern. Ich war gut in meinem Job. Ich war die Beste und es wurde langsam Zeit das auch ein Laurent oder von mir aus auch gleich die gesamte Firma das verstand. Ja vielleicht etwas arrogant, doch immerhin nicht gelogen.
"Kümmere dich darum!" Dann war die Leitung weg. "Was für ein Arschloch." Schnaubte ich, wandte mich um und trat um die Ecke, wo ich direkt von einem großgewachsenen Mann umgerannt wurde. Mein erster Impuls war es aus der Haut zu fahren, doch er konnte nichts für meine Lage.
Stattdessen musterte ich ihn und stellte fest, dass dies Derek Hill war. Seit dieser Saison war er Teil des Trainerstabs. "Ich bin für Dan hier." Erklärte er, ging um Pippa herum und betrat den Konferenzraum, aus dem Pippa gerade gestolpert war. "Dan kommt nicht?" Wollte sie wissen und er schüttelte den Kopf. "Dafür hat er keine Zeit." Ich schnaubte.
Nun diesmal wäre sie kurz davor gewesen ihn zu erdrosseln. Aber auch dafür konnte er nichts. "Sehr gut." Sagte ich ironisch und trat an die große Fensterfront. Dieser Tag war der Horror. Nicht nur das ihre Arbeit die Hölle war, sondern auch ihre Familie war im Moment eine einzige Katastrophe.
Und jetzt saß auch noch dieser Mann hinter hier, starrte sie an und machte sie... nervös? Männer machten sie nicht nervös. So im allgemeinen nicht. Auch wenn sein dunkler Blick ihr das Gefühl gab, er würde sie verurteilen.
Sie kannte das schon. Die Menschen glaubten immer, dass sie nur das dumme Blondchen war. Und sie ließ sie in dem glauben. Denn so konnte sie die dummen Gesichter genießen, wenn sie ihnen bewies, wie gut sie wirklich war.
Langsam drehte sie sich herum und blickte Derek Hill an, der sie schweigend musterte. "Gefällt Ihnen, was Sie sehen?" Fragte sie möglichst beiläufig. Musste aber zugeben. dass es ihr nicht missfiel, wie er sie ansah. Jedenfalls bis dieser selbstgefällige Ausdruck auf seinem Gesicht erschien. "Ich frage mich nur gerade, warum der ganze Laden hier ohne Sie und ihre Schwester nicht zu laufen scheint." In seiner Stimme ein eigenartiger Unterton. "Was soll das denn bitte bedeuten?" Fragte ich ihn und er grinste abfällig. "Ich meine das dieser ganze Verein hier von zwei Kindern geleitet wird und alle Welt sich fragt, warum es drunter und drüber geht." Er schnaubte. "Als Dan mir sagte, wir müssten das Team aufräumen, habe ich nicht damit gerechnet, dass wir mit der Geschäftsleitung anfangen müssen." Tief holte ich Luft. Keine Ahnung, ob ich hätte lachen oder weinen sollen. Aber ganz sicher, hätte ich ihn am liebsten umgelegt.
Denn er stellte nicht nur klar, dass er mich für unkompetent hielt, sondern auch noch für unreif. Ich war erwachsen, hatte ein Studium und war gut in dem was ich tat. Anders aber als die meisten Männer, die mir dieses Gefühl gaben, schien er von meinem Körper total kalt gelassen zu werden. Was mich, gelinde gesagt, ziemlich nervte.
"Nun sie machen sich nicht gerne Freunde im Vorstand, wie es aussieht." Stellte ich fest, verschränkte die Arme vor der Brust und blickte wieder hinaus.
Noch war die Halle um diese Uhrzeit leer. Pippa wusste es, denn sie war schon seit kurz nach sechs hier und das jeden Tag, seit sechs Jahren. Nun am Anfang hatte sie aus der Stadt gearbeitet, doch es war einfacher Probleme dort zu lösen, wo sie entstanden und das war nun mal meist hier.
"Ich bin hier um zu gewinnen. Nicht um mir Freunde zu machen, Miss Davis." Sagte er gelangweilt. Als wäre ihm meine Anwesenheit lästig. Dabei war er es doch, der sich wie ein Arsch benahm. Normalerweise mochten mich die Leute immer. Er hingegen schien mich ziemlich scheiße zu finden und ich verstand einfach nicht warum.
Ich war auch dafür zuständig, dass seine Leichen im Keller blieben. Vielleicht war er aber auch der einzige Mensch auf dem Planeten, der keine Leichen im Keller hatte.
Vielleicht stand er auch einfach nicht auf mich. Weder körperlich, noch intellektuell und das war beinahe genauso schlimm.
"Verdammt, wo bleiben die denn?" Fragte ich genervt und holte tief Luft. "So ungeduldig?" Fragte Derek und ich schnaubte. "Ich habe noch Dinge zu tun. Was man als unreifes Dummchen eben so zu tun hat. Maniküre. Pediküre. Waxing." Gab ich garstig aus. "Ach und zum Friseur muss ich auch noch dringend." Warf ich hinterher.
"Dabei steht ihn diese Frisur so unglaublich gut." Erklärte er und ich wandte mich zu ihm um. Er schaffte es mich so wütend zu machen, dass ich ihn am liebsten aus dem Fenster geschmissen hätte. Was hatte dieser Kerl nur an sich?
Gerade als ich ihm meine Meinung sagen wollte und zum ersten Mal seit einer Ewigkeit etwas gesagt und getan hätte, dass ich wirklich bereut hätte, betrat mein Vater den Raum. Freundlich begrüßte er Derek und kam dann auf mich zu. Er umarmte mich kurz und ließ sich dann auf einen der Stühle nieder.
"Alles in Ordnung?" Das war keine leicht zu beantwortende Frage. Deswegen holte ich tief Luft, sah ihn an und schüttelte den Kopf. "Nichts ist in Ordnung. Absolut gar nichts ist in Ordnung."
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Ein Cavalier hin und weg
RomanceDer zweite Teil der Cavalier- Reihe. (Teil 1: Ein Cavalier zum Frühstück) "Ich sollte gehen. Tut mir leid." Erklärte sie mit gesenktem Blick und steuerte die Tür an. Sie sollte nicht gehen. Nicht so. Ruckartig griff ich nach ihrem Arm. Ich hatte n...
