"Das ist eine Katastrophe." Rief Poppy genervt und schleuderte die Zeitung auf den Tisch. Ich kannte Pippa lange genug, um zu wissen, dass wenn Pippa Davis ausrastete, wirklich die Kacke am dampfen war.
"Du hättest mir davon erzählen müssen, Dean." Rief sie. Nicht mal bei der Prügelei mit Anton war sie so aufgebracht. '
Maggie saß neben mir und auch Mike saß mit am Tisch. Nur Dan hatte es nicht für nötig gehalten zu kommen. Stattdessen saß Derek mit am Tisch. Er war seit neuestem Bestandteil des Trainerstabs. Er sprach nicht viel, doch er war fair und wusste wie er mit den Jungs umzugehen hatte.
"So schlimm ist es doch auch nicht." Warf Maggie ein und kassierte einen bitterbösen Blick von ihrer Schwester. "Nicht so schlimm?" Sie lachte kalt.
"Maggie, weißt du eigentlich wie das aussieht?" Fragte sie und lehnte sich mit hängendem Kopf auf den großen Tisch im oberen Konferenzraum. Ein kleines Krisenmeeting. Vermutlich würde in ein paar Stunden die Hölle losbrechen und auch der Rest des Vorstandes hier auftauchen.
"Dean Thomas ist Stammspieler der Cleveland Cavaliers seit er seine Karriere bei den LA Lakers begonnen hat." Begann Pippa, als wären wir alle etwas schwer von Begriff. "Er wechselt nun zurück zu den Lakers, wegen Spannungen im Team und mit dem Trainer. Und mit der verdammten Tochter des Besitzers." Schrie sie förmlich.
"Ich habe in den letzten Monaten alles getan, um der Öffentlichkeit zu verklickern, dass wir ein Betrieb mit Herz sind. Das uns nicht nur Zahlen und Statistiken wichtig sind, sondern die Spieler und ihre Familien." Redete sie weiter. Sie war wirklich wütend.
"Der Vorstand besteht aus der Familie Davis, wir holen uns einen Trainer ins Haus, der ebenfalls ein Davis ist und verlieren dann den Captain des Teams?" Sie schnaubte.
"Und das beste ist, dass Dan es nicht mal für nötig sieht hier zu sein." Er bebte vor Wut. "Het er dir gedroht dich rauszuwerfen?" Fragte sie und ging auf den Artikel ein. Ich hatte ihn gelesen. Das hatten wir alle und Pippa hatte recht. Er ließ absolut kein gutes Haar an den Cavaliers. Es änderte nichts daran, dass eigentlich nichts wirklich so war, wie dargestellt.
Ich wollte nicht wegen Dan gehen. Oder weil Lucy und ich eine Affäre hatten. Und schon gar nicht, weil Maggies Baby, was nun auch öffentlich war, nicht von Anton, sondern von mir war. Es war alles ein Haufen Scheiße.
"Naja..." Ich wusste Pippa wollte hören, dass er es nicht getan hatte. Was er direkt auch nicht getan hatte. Nur eben indirekt. "Das hat er doch überhaupt nicht zu entscheiden." Warf Mike ein, der die ganze Zeit ruhig dagesessen hatte. Nur Derek sagte noch weniger.
Mit verschränkten Armen beobachtete er die Szene. Er war direkt in Keeping up with the Davis Family geraten. Doch er schlug sich wacker.
"Willst du wirklich gehen?" Fragte Mike mich dann und ich lächelte ihn beschwichtigend an. "Ich habe ein tolles Angebot bekommen. Wir wissen beide, dass ich diesen Sport nicht mehr lange machen kann. Ich wollte immer schon in die Nachwuchsförderung, das weißt du auch. Es wäre eine tolle Chance." Sagte ich ehrlich und er nickte. "Ich werde dir das nicht vorwerfen. Du bist teil dieser Familie, Dean. Und ich möchte dass du glücklich wirst." Er lächelte väterlich. "Du hast es weit gebracht und ich bin stolz auf dich." Ich schluckte.
Mike war einem Vater das nächste. Ich erinnerte mich an meine Eltern kaum. Da war immer nur Marylin gewesen. "Danke, Mike." Sagte ich und lächelte schüchtern. Seine plötzlichen Gefühle waren mir unangenehm, doch insgeheim freute ich mich auch darüber. "Da ist auch Marylin." Warf ich ein und er nickte. "Sie wird nicht jünger. Und..." Er nickte verständnisvoll. "Sie ist deine Familie." Er verstand es. "Du brauchst das nicht erklären. Nur der Zeitpunkt und die Art, wie es rausgekommen ist..." Was eine weitere Frage aufwarf. "Wie ist es überhaupt rausgekommen? Es wussten nur drei Leute von dem Angebot, von denen ich weiß. Da ist ziemlich viel Insiderwissen in dem Artikel." Sprach Maggie aus, was ich dachte.
"Darum kümmere ich mich wenn ich diese Katastrophe abgewendet habe." Langsam beruhigte sie sich wieder. "Ich muss telefonieren." Sofort zückte sie ihr Telefon und wählte eine Nummer. "Carter!" Rief sie freundlich, auch wenn diese Freundlichkeit nur aufgesetzt war. "Du weiß warum ich anrufe. Dieser Artikel...tze...tze...tze..." Sie klang geschäftsmäßig. Hatte diese gruselige Stimme, die mir immer eine Heidenangst machte.
Aber Maggie hatte recht. Woher stammten die Infos. Sie alle waren richtig, irgendwie jedenfalls. Doch die Zusammenhänge waren völlig erlogen. War das wirklich nur gute Recherche? Ich hatte das Angebot der Lakers noch nicht angenommen. Auch wenn ich befürchtete, dass ich das jetzt eh vergessen konnte. Dabei wollte ich es. Noch mehr als eh schon.
Und Lucy wusste davon auch noch nichts. Nun jetzt vermutlich schon. So hatte er sich nicht vorgestellt, dass sie es erfuhr. Nicht das er auch nur eine Sekunde annahm, sie würde glauben, dass er und Maggie eine Affäre hatten. Das war vermutlich das absurdeste.
Dieser Artikel hatte jeden in der Familie wirklich eine reingedrückt. Anton war der betrogene, weshalb es natürlich nahelag, dass er die Quelle sei. Maggie ist die Unschuldsmiene, die alle zum Narren hielt und ich war der Wichser, der die Frau geschwängert hatte und sie dann sitzenließ. Und all das wurde von den Cavaliers gedeckt.
Das war ein regelrechtes Blutbad. Und total erlogen. Naja, das meiste jedenfalls. Nur passte mir das einfach nicht in den Kram. Ich hatte so viel anderes, worum ich mich kümmern musste.
Die Medien hatten schon vorher viel Schwachsinn geschrieben. Doch das hier; setzte dem ganzen die Krone auf.
"Ich sollte mit Lucy sprechen." Sagte ich leise zu Maggie und stand auf. Derek nickte dankbar und erhob sich ebenfalls. Mit einem letzten Blick zu Pippa verließ er kommentarlos den Raum. Ihn schien das Drama absolut kalt zu lassen.
"Du solltest ihr alles sagen. Erzähl ihr von dem Baby. Deinem Baby." Scherzte Maggie mit einem zerknautschten Gesicht. Doch es war noch zu früh für Witze. Darüber konnte ich leider wirklich nicht lachen. Was für eine Absolute Schei...
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Ein Cavalier hin und weg
RomanceDer zweite Teil der Cavalier- Reihe. (Teil 1: Ein Cavalier zum Frühstück) "Ich sollte gehen. Tut mir leid." Erklärte sie mit gesenktem Blick und steuerte die Tür an. Sie sollte nicht gehen. Nicht so. Ruckartig griff ich nach ihrem Arm. Ich hatte n...
