Hallo zusammen! Heute kommt das letzte Kapitel, das ich noch auf "Reserve" hatte! Das heißt, ab jetzt werden die Wartezeiten etwas länger :( Aber macht euch keine Sorgen, ich werde definitiv weiterschreiben und die Geschichte beenden! Und bis dahin dürft ihr noch einiges gemeinsam mit Cat erleben! Ich freue mich schon darauf! :) Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich schon auf eure Meinungen, wie es für die Vier im Ministerium weitergeht!
Wenige Tage später war Kreacher erfolgreich mit Mundungus Fletcher zurückgekehrt. Der Dieb hatte unter starkem Druck zugegeben, das Medaillon zusammen mit einigen anderen Habseligkeiten aus dem Grimmauldplatz entwendet und es keiner Geringeren als Dolores Jane Umbridge überlassen zu haben. Sollte auch nur einer der Vier jemals die naive Hoffnung gehegt haben, dass irgendetwas auf dieser Suche nach den Horkruxen auch nur ansatzweise einfach werden könnte, wurde er mit dieser Information jäh enttäuscht. An Umbridge heranzukommen bedeutete, ins Ministerium gehen zu müssen. Und in der aktuellen Zeit, in der das Ministerium strengsten Sicherheitsvorkehrungen unterlag und es überall von Todessern und Greifern wimmelte, hätten sie ebenso gut versuchen können, in Azkaban einzubrechen – die Chance wäre ähnlich schlecht gewesen.
Nun zog der August vorbei und die Vier feilten an ihrem Plan, verliehen ihm immer neue Details, bis er vor ihnen lag, wie ein reichlich verziertes Kunstwerk und sie jeden noch so kleinen Schritt im Schlaf auswendig aufsagen konnten. Das Trio staunte nicht schlecht, als Cat ihnen von ihrer Fähigkeit als Metamorphmagus berichtete, sah es aber als entscheidenden Vorteil für ihre Mission. Hermine hatte ohnehin bereits Bedenken geäußert, dass die Kombination von Alterungstrank und Vielsafttrank ungeahnte Komplikationen mit sich bringen könnte.
Am Morgen, den sie für ihre Mission ausgewählt hatten, saßen Cat und Hermine schon früh in der Küche. Das blonde Mädchen hatte die halbe Nacht nicht geschlafen. Stundenlang hatte sie wach gelegen und darüber nachgedacht, was am nächsten Tag schieflaufen könnte. Sie hatte wirklich versucht, sich von den schlechten Gedanken abzulenken, doch es fiel ihr schwer, an etwas Positives zu denken, wenn man die aktuellen Gegebenheiten betrachtete. Und so saß sie heute Morgen mit zitternden Händen und tiefen Augenringen am Tisch und verschmähte die wohlduftenden, noch warmen Brötchen, die Kreacher ihnen zubereitet hatte.
Doch ihre Nervosität war wohl nichts gegen Hermines Gemütszustand. Obwohl sie es in den letzten Monaten geschafft hatte, ihr buschiges Haar weitestgehend unter Kontrolle zu bekommen, stand es ihr heute Morgen struppig und widerspenstig vom Kopf ab. Ihr Frühstück schien nur eine Nebenbeschäftigung zu sein, während sie immer und immer wieder in ihrer Perlenhandtasche kramte, um zu kontrollieren, dass sie auch sicher alles eingepackt hatte.
Am liebsten hätte Cat wütend auf den Tisch geschlagen und ihre Freundin zur Ruhe gerufen, so verrückt machte sie ihr Gewusel. Doch sie begnügte sich damit, beharrlich in ihrem Kaffee herumzurühren und immer wieder einen Schluck zu nehmen. Sie konnte Hermine nicht böse sein, war sie doch ähnlich nervös.
Die Tür schwang auf und Harry und Ron traten in die Küche. Die beiden Mädchen quittierten ihre Anwesenheit mit einem knappen Nicken. Harrys zerzauste Haare ließen vermuten, dass er ähnlich schlecht geschlafen hatte. Sie schlangen ihr Frühstück herunter, Cat beobachtete es mit einem milden Lächeln, doch bekam selbst kaum etwas herunter. Es kam ihr so vor, als wäre ihr Magen gefüllt, so sehr, dass er wie ein kalter Stein in ihrem Bauch lag. Das Einzige, das ihr ein warmes Gefühl gab, war der Kaffee, der ihren Bauch hinunterlief.
„Die Miss hat ihr Frühstück kaum angerührt", stellte der Hauself, der gerade an den Tisch getreten war, traurig fest. „Hat es der Miss nicht geschmeckt? Kreacher kann ihr ein paar Pfannkuchen machen!"
„Nein, Kreacher, vielen Dank", erwiderte die Blonde und sah entschuldigend zu ihm herunter. „Ich habe gerade einfach keinen Hunger. Aber dein Essen war wie immer köstlich."
Der Hauself lächelte glücklich und verbeugte sich tief, sodass seine lange Nase beinahe den Boden berührte. Dann schnipste er mit den Fingern und ließ so das Geschirr vom Tisch in die Spüle verschwinden. Die Vier standen vom Tisch auf, um die letzten Habseligkeiten zusammenzupacken, die sie benötigten, und trafen sich an der Haustüre, hinter der vermutlich wie jeden Tag in letzter Zeit zwei Zauberer standen und darauf warteten, dass sie einen Fehler machten. Cat starrte die dunkle Tür an, die ihr letzter Schutz vor dem hereinbrechenden Krieg war. Augenblicklich war sie froh, das Frühstück ausgelassen zu haben, denn ihr Magen drehte sich bei dem Gedanken, was hinter dieser Tür auf sie wartete, unangenehm herum.
„Hier!" Cat fuhr herum und sah Hermine an, die zu ihr trat und einen kleinen Becher mit einer ungesund braun blubbernden Flüssigkeit hinhielt. „Der Alterungstrank. Nimm nicht zu viel, es ist ja nur ein Jahr, das du altern musst."
Die Blonde nahm den Kelch entgegen und musterte das Gebräu darin kritisch. „Und wie viel ist zu viel?"
Ihre Freundin zuckte missmutig mit den Achseln.
Ein tiefes Seufzen verließ Cats Kehle und sie setzte den Becher an. Ihren Mund öffnete sie nicht einmal einen halben Zentimeter, dann schloss sie ihn sofort wieder. Als sie die Flüssigkeit herunterschluckte, verzog sie angewidert das Gesicht und schüttelte sich. Als sie die zusammengepressten Augen wieder öffnete, sah sie Hermine abwartend an. „Und? Hat es gewirkt? Sehe ich älter aus?"
Die Brünette zog kritisch die Stirn in Falten und zuckte mit den Schultern. „Ich schätze, das finden wir sehr bald heraus."
Ron und Harry traten an die beiden Mädchen heran. „Bereit?", fragte der Schwarzhaarige.
Die Beiden wechselten angespannte Blicke, nickten aber mechanisch.
Ein Poltern drang die Treppe hinab zu ihnen. „Miss", rief der Hauself, als er bei den Vier ankam. „Kreacher hat der Miss ein Sandwich eingepackt. Vielleicht will die Miss es unterwegs noch essen."
Cat lächelte und griff nach dem in Butterpapier gepackten Brot, das der Hauself ihr glücklich hinhielt. „Vielen Dank, Kreacher. Das ist sehr aufmerksam von dir."
Kreacher verbeugte sich und öffnete den Vier anschließend die Tür. Hermine disapparierte zuerst mit Ron, kam dann zurück, um Harry zu holen, und nahm zum Schluss Cat bei der Hand. Sie hasste das drückende Gefühl auf ihrer Brust, das ihr beim Apparieren die Luft abschnürte. Als sie den Boden unter ihren Füßen spürte, atmete sie erleichtert ein und blickte sich um. Sie war zum ersten Mal hier. Da sie noch minderjährig war, hatte sie dem Trio nicht helfen können, das Ministerium auszukundschaften, um ihren Plan zu schmieden. Die kleine, verlassene Gasse, in die sie appariert waren, lag noch im Halbdunklen. Ein paar große Mülltonnen schützten sie vor neugierigen Blicken aus der Hauptstraße. Ein Knallen ließ Cat zusammenzucken und sie zog intuitiv ihren Zauberstab aus der hinteren Hosentasche, als sie sich zum Ursprung des Lärms herumdrehte. Hermine hatte die Feuertür eines alten, leerstehenden Theaters geöffnet, wo sie sich nun versteckten.
Zu Cats Überraschung verlief der erste Teil ihres Plans reibungslos. Sie mussten nicht lange warten, bis Hermine, die bereits die Gestalt von Mafalda Hopfkirch angenommen hatte, und Ron eine weitere Frau in ihr Versteck trugen und sie behutsam auf dem Boden ablegten.
„Die kommt mir ziemlich bekannt vor", murmelte Cat, als sie sich zu der bewusstlosen Frau herunterbeugte und ihr die rotblonde Strähne, die sich aus ihrem feinsäuberlichen Dutt gelöst hatte, hinter ihr Ohr strich.
„Das ist Madam Edgecombe. Sie ist Mariettas Mutter."
Die Blonde nickte stumm. Jetzt erkannte sie die Ähnlichkeit zu der Ravenclaw, die im fünften Schuljahr unter Druck von Umbridge Dumbledores Armee verraten hatte. Für einen kurzen Augenblick durchzuckten Zweifel ihre Gedanken. Die drei Angestellten, deren Gestalt Harry, Ron und Hermine angenommen hatten, waren Fremde. Doch hier lag nun die Mutter einer Mitschülerin. Es gab den Taten, die die Vier begingen – begehen mussten – einen Namen. Unschuldige Mitmenschen mussten weichen und mit den Konsequenzen für Taten leben, die jemand anderes in ihrer Gestalt getan hatte. Man könnte argumentieren, sie hätten es nicht besser verdient, wenn sie in der aktuellen Zeit weiter zur Arbeit gingen als wäre nichts geschehen. Doch Cat wusste ebenso gut, dass sie vermutlich selbst jeden Morgen mit Bauchschmerzen von zuhause aufbrachen, ihren Kindern einen dicken Kuss auf die Wange gaben und dabei die Tränen zurückhielten, denn sie wussten, dass ein falsches Wort, ein Blinzeln zur falschen Zeit sie in Teufels Küche bringen konnte. Was sie taten, taten sie vielleicht aus Angst um ihre Liebsten, nicht aus Überzeugung.
Cat schloss die Augen. Sie stellte sich Madam Edgecombe in allen Details vor, das rotblonde Haar, die Sommersprossen auf ihren leicht gepuderten Wangen, die schmale Nase. Wie von selbst veränderte sich ihr Körper, sie spürte, wie ihre Gesichtszüge spitzer wurden, ihre Kopfhaut prickelte. Als sie die Augen wieder aufschlug, war die Verwandlung vollendet. Einen letzten Blick warf sie auf Mariettas bewusstlose Mutter, dann stand sie auf und drehte sie zu ihren Freunden herum. Hermine nickte zufrieden und verwandelte mit dem Wink ihres Zauberstabs das Muggel-Outfit, das Cat am Körper trug, in einen eleganten Hosenanzug wie sie viele Hexen im Ministerium trugen.
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Die Geschichte von Catherine O'Neill
FanfictionAls Catherine O'Neill in ihrem vierten Schuljahr wegen einem Jobangebot für ihren Vater nach England ziehen muss, ist sie zunächst nicht begeistert. Doch schnell findet die Muggelstämmige Anschluss in Hogwarts, besonders mit Harry Potter und seinen...
