Hallo zusammen! Ich melde mich zurück mit einem neuen Kapitel. Es ist etwas länger geworden als üblich, aber ich habe einfach keinen besseren Punkt für einen Cut gefunden. Außerdem wollte ich neben den eigentlichen Geschehnissen die Beziehung zwischen Cat und Draco nicht völlig unbeachtet lassen. Ich hoffe, der Spagat ist mir einigermaßen gelungen. Lasst mir doch gerne einen Kommentar da und sagt mir eure Meinung! :)
Die Tage und Wochen danach fühlte Cat sich beinahe schwerelos und spürte eine unbeschreibliche Gelassenheit, so als hätte sie zwei riesige Säcke eine Ewigkeit lang tragen müssen und war nun endlich an ihrem Ziel angelangt. Und jetzt, bei Draco, war es wie nach Hause kommen. Fast täglich trafen sie sich abends in der Bibliothek, im Raum der Wünsche oder auf dem Astronomieturm und redeten viel über ihre Familien und Interessen. Die Gryffindor erzählte ihm gerne von den Wochenenden in den Ferien, die sie mit ihrem Vater verbrachte und zusammen an seinen Autos schraubten. Dem Blonden kam es zwar völlig verrückt vor, ein solches Fortbewegungsmittel zu verwenden, wenn man doch mit Besen fliegen konnte, doch er hörte trotzdem gespannt zu. Sie redeten auch viel mit über Dracos Vorliebe zum Quidditch und innerlich dankte die Blonde Harry und Ron für ihr penetrantes Gerede über den Zaubersport, da sie so auch etwas zum Gespräch mit ihrem Freund beitragen konnte.
Ihr Freund. Cat musste immer noch lächeln, wenn sie es dachte. Es kam ihr so surreal vor und doch war es echt. Es schien gar nicht weit hinter ihr zu liegen, dass die Beiden sich noch gehasst hatten und doch saßen sie jetzt hier, Arm in Arm, küssend und glücklich.
Natürlich musste sich das junge Paar heimlich treffen. Sie hatten es so abgesprochen. Keiner ihrer Freunde würde diese Beziehung gut heißen und sie wollten abwarten, bis sie ehrlich mit ihnen waren. Es fiel besonders Cat allmählich schwer, ihre dauerhafte Freude und ihren Elan herunterzubremsen und sich wie gewöhnlich zu verhalten, sobald das Trio in ihrer Nähe war und einzig die Angst vor der Reaktion ihrer Freunde ließ sie jedes Mal aufs neue Ernüchterung verspüren. Doch je mehr Zeit sie mit dem Slytherin verbrachte, desto weniger Zeit hatte sie für Harry, Ron und Hermine. So erzählte sie ihnen immer öfter, sie sei bis spät in der Bibliothek, um für die anstehenden ZAGs zu lernen. Ganz gelogen war es nicht, denn Draco und sie verbrachten einige Abende damit, für die Prüfungen zu lernen, was sogar recht gut lief, auch wenn es jedes Mal mit innigen Küssen endete. Ihr einziges Glück war es, dass Hermine so mit dem Lernen für die anstehenden Prüfungen beschäftigt war, dass ihr Kopf zu voll für jegliche anderen Themen war und sie sich somit keine Gedanken über das Fernbleiben ihrer Freundin machte.
Ehe sie sich versah, standen die ZAG-Prüfungen auch schon an. Die Gryffindors saßen nun sehr häufig zusammen und prügelten sich noch die letzten Jahreszahlen und Beschwörungsformeln in den Kopf, kurz bevor sie den Prüfungsraum betraten. Im Großen und Ganzen konnte Cat sich über ihre eigene Leistung nicht beschweren, sie hatte ihrer Einschätzung nach in Zaubertränke und Verteidigung eine perfekte Prüfung abgelegt und auch die anderen Examen verliefen ohne großartige Schwierigkeiten. Am kompliziertesten gestaltete sich wohl die Prüfung in Arithmantik, die Cat zusammen mit Hermine ablegte, während die Jungs in Wahrsagen saßen. Der Zwischenfall bei Hagrids Hütte während der praktischen Prüfung in Astronomie hatte die gesamte Schülerschaft in Aufregung versetzt. Selbst die Prüfer verurteilten das brutale und hinterlistige Vorgehen der Ministeriumsbeamten gegen den Wildhüter und die Hauslehrerin von Gryffindor aufs schärfste. Doch was konnten sie schon tun? Also begingen die Fünftklässler weiterhin ihre Prüfungen und hofften auf das Ausbleiben weiterer Auseinandersetzungen.
Die letzte Prüfung am Freitag der zweiten Woche war wohl die trockenste von allen: Zaubereigeschichte. Erstaunlicher Weise lief es nicht so schlecht wie von den meisten nach Professor Binns' Unterricht befürchtet. Cat schrieb gerade den letzten Absatz zur Gründung der Internationalen Zauberervereinigung, als plötzlich hinter ihr ein lauter Schrei ertönte, auf den ein dumpfes Aufprallen folgte. Die Blonde fuhr aufgeschreckt herum, verwischte dabei die letzten drei geschrieben Worte und sah Harry, der sich mühsam vom Boden aufrappelte, während einer der Prüfer zu ihm rannte und ihm eilig aus der Halle half.
Besorgnis erfüllte die Gryffindor und sie schrieb so schnell sie konnte ihren Aufsatz zu Ende. Als sie fertig war, las sie ihn noch einmal halbherzig durch, legte Feder und Pergament zur Seite und sah sich im Raum um. Beim Blick auf Hermine stellte sie fest, dass diese dasselbe tat und ihren beunruhigten Blick teilte. Es klingelte, die Schüler wurden angehalten, das Schreiben einzustellen und die Blätter wurden magisch eingesammelt. Sofort darauf sprangen die drei übrig gebliebenen Freunde von ihren Plätzen auf und rannten hinaus.
„Harry!" Hermine war die erste, die aus der Halle gerannt kam und auf ihren Freund zu sprintete. „Was ist passiert?"
„Er hat ihn", erklärte der Angesprochene nur knapp.
„Was? Ich verstehe kein Wort", meinte Ron verwirrt.
Also zerrte Harry die drei mit sich in einen leeren Klassensaal in der Nähe und kaum hatte er die Tür geschlossen, erklärte er: „Voldemort hat Sirius. Ich habe es gesehen. Gerade eben, als ich in der Prüfung eingeschlafen bin."
„Aber wie? Wo?", fragte Hermine nervös.
„Keine Ahnung, wie. Aber sie sind in der Mysteriumsabteilung. In einem Raum voller Glaskugeln. Er wird gefoltert. Er wird ihn töten!" Harry griff sich in die Haare und verkrampfte sich vor Nervosität. „Wie kommen wir dorthin?"
„Dorthin?", wiederholte die Brünette sofort. „Harry, es ist so unwahrscheinlich. Wir sollten uns erst sicher sein, dass er dort ist und nicht im Grimmauldplatz."
„Dort ist er nicht!"
„Lass uns doch erst einmal einen kühlen Kopf bewahren und überprüfen, ob Sirius wirklich nicht zuhause ist", versuchte die Blonde ihn zu beruhigen.
„Cat, er wird jetzt gefoltert! Ich habe keine Zeit für sowas!", schrie der Schwarzhaarige halb wütend, halb verzweifelt.
Plötzlich ging die Tür zum Klassenzimmer auf und herein traten Ginny und Luna, die das kleine Grüppchen musterten.
„Was ist los? Wir haben Harry schreien gehört", sagte die Rothaarige unsicher.
„Das geht dich nichts an", fauchte Harry ungestüm.
Doch Ginny lies sich nicht beirren und hob die Augenbrauen. „So brauchst du gar nicht anzufangen. Wir wollen nur helfen."
„Aber das könnt ihr nicht!"
„Doch, Harry", widersprach Cat sofort. „Ich habe dir eben etwas vorgeschlagen. Sie können uns helfen und Wache stehen. Wenn wir es schaffen, Umbridge von ihrem Büro wegzulocken, können wir da schnell rein, den Kamin benutzen und deine Vision überprüfen."
„Das mache ich", meldete Ron sich zu Wort. „Ich sag Umbridge, Peeves zerstört die Klassenzimmer für Verwandlung."
„Und wir können Wache stehen, damit niemand auf euch aufmerksam wird", stimmte Ginny eifrig zu.
„Na gut", ließ der Gryffindor sich schließlich breit schlagen. „Aber wir tun es jetzt und wenn ich recht hatte, müssen wir einen Weg ins Ministerium finden."
„Jetzt?", wiederholte Hermine überrascht, verstummte aber unter dem wütenden Blick ihres Freundes. „Ich – oh, na gut. Geh und hol deinen Tarnumhang. Wir treffen uns am Ende des Gangs vor Umbridges Büro."
Die Gruppe verließ das Klassenzimmer und spurtete in verschiedene Richtungen. Cat ging gemeinsam mit Luna und Ginny direkt zu Umbridges Büro, wo sie etwas entfernt den Gang blockierten. Ginny und Luna übernahmen die linke Seite, während Cat sich rechts postierte. Eine Weile geschah nichts. Dann war ein leises Klicken zu hören, als die Tür des Büros geöffnet und wieder geschlossen wurde und die Blonde sah nervös auf ihre Uhr.
„Hallo Cat!" Neville riss die Gryffindor aus ihren Gedanken und wollte gerade an ihr vorbeigehen, da hielt sie ihn auf.
„Nicht, Neville! Du kannst da nicht lang!"
„Wieso nicht?", fragte der Gryffindor verwirrt und lugte über ihre Schulter.
„Jemand hat Garottengas losgelassen. Ganz übel da", meinte Cat und hielt sich zur Verbildlichung die Hand über Mund und Nase.
„Aber ich sehe gar kein Gas", stellte Neville fest und atmete einmal tief ein. „Und ich rieche auch nichts."
Cat wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, da schallte Umbridges Stimme über den Gang. „Aha! Da habe ich Sie wohl auf frischer Tat ertappt! Wer ist in meinem Büro?"
„Okay, Neville! Du musst mir jetzt helfen. Harry ist da drin, aber die Alte darf das nicht wissen. Wir müssen sie ablenken. Deswegen die Ausrede mit dem Gas!", erklärte die Blonde schnell. Dann drehte sich auf der Stelle um, zog ihren Umhang als Schutz vor Mund und Nase und spurtete zu Ginny und Luna. Neville folgte ihr und tat dasselbe.
„Niemand, Professor. Hier hat jemand Garottengas losgelassen", erklärte Ginny mit so fester Stimme, wie es ihr möglich war.
„Ach, reden Sie keinen Unsinn! Ich habe einen Zauber auf mein Büro gelegt und weiß, wenn jemand dort drinnen ist", entgegnete die Lehrerin siegessicher.
In diesem Moment kamen Cat und Neville bei den anderen an, wild hustend und mit der freien Hand die Augen reibend. „Professor Umbridge, Ginny hat Recht! Wir sind gerade selbst durch." Cats Stimme klang krächzend und sie räusperte sich kurz. „Es ist fürchterlich."
Das Inquisitionskommando hinter der Lehrerin kam zum Stehen. Cats Blick fiel sofort auf Draco, der sie aus nervös zuckenden Augen heraus ansah und sich um einen neutralen Gesichtsausdruck bemühte.
„Halten Sie diese Schüler fest und bringen Sie sie in mein Büro!", befahl Umbridge den Slytherins, worauf sich jeder von ihnen auf einen der Wachposten warf und ihn festhielt. Draco eilte sofort zu Cat und packte sie unsanft am Arm, den er ihr auf den Rücken drehte, sodass er hinter ihr stand.
„Was tust du hier?", zischte der Blonde ihr düster ins Ohr.
Die Gryffindor wehrte sich gegen seinen Griff, antwortete aber in leisem Ton: „Erzähle ich dir später, bleib einfach in der Rolle!" Dann rief sie laut, damit die anderen es auch hörten: „Aua, Malfoy, kein Grund grob zu werden."
„Wenn du nicht gleich die Klappe hälst, tue ich dir noch viel mehr weh! Und jetzt marsch ins Büro!" Dracos Stimme war gebieterisch und überheblich wie eh und je. Mit einem unsanften Schubsen manövrierte er die Gryffindor hinter ihren Freunden ins Büro der Schulleiterin und positionierte sie an der Wand, während alle gespannt zuhörten, wie Umbridge Harry befragte.
„Gut, gut. Nun, es sieht so aus, als wäre Hogwarts demnächst eine weasley-freie Zone, nicht wahr?", säuselte die Lehrerin gehässig, woraufhin die Slytherins amüsiert schnaubten. „Nun, Potter, offensichtlich war es sehr wichtig für Sie, mit jemandem zu reden, wenn Sie all diese Wachposten und Ablenkungsmanöver auffahren. War es Dumbledore? Oder dieses Halbblut Hagrid? Ich bezweifle, dass es Minerva McGonagall war, sie liegt wohl noch krank im St. Mungos, wie ich hörte."
„Es geht Sie nichts an, mit wem ich sprechen wollte", fauchte Harry bösartig.
„Na schön, Mister Potter. Sie hatten ihre Chance, es mir freiwillig zu sagen. Pansy? Holen Sie mir Professor Snape!"
Die Slytherin nickte eifrig und verließ das Büro. Sofort danach war Stille eingekehrt. Ab und an hörte man ein erschöpftes Keuchen von Neville, der in Crabbes Schwitzkasten schon knallrot angelaufen war, und das dumpfe Geräusch, wenn Ginny ihre Angreiferin trat. Cat dagegen stand nur regungslos da und versuchte fieberhaft einen Ausweg aus dieser misslichen Lage zu finden. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, da sie so herumstanden und ein Blick auf Harry verriet sofort, dass er der festen Überzeugung war, sie verloren nur Zeit.
„Ah, Professor Snape", begrüßte Umbridge den schwarzhaarigen Mann, der hinter Parkinson hereintrat, überschwänglich. „Ich brauche mehr Veritaserum, so schnell wie möglich."
„Sie haben meine letzte Flasche für Mister Potter erhalten. Sie haben doch nicht etwa alles aufgebraucht? Ich hatte gesagt, drei Tropfen würden genügen." Snapes kühle Miene musterte die Schulleiterin.
Doch diese reagierte nicht auf seine Aussage und fragte stattdessen: „Sie können etwas mehr davon herstellen, nicht wahr?"
„Natürlich. In einem Monat sollte es bereit sein." Cat meinte, ein gehässiges Grinsen über die Lippen ihres Lehrers zucken zu sehen.
„Aber ich brauche es heute Abend, Snape!", drängte Umbridge nervös und tippelte vom einen Fuß auf den anderen. „Potter hat versucht, mit jemandem außerhalb der Schule in Verbindung zu treten."
„Tatsächlich?", erkundigte der Lehrer sind interessiert und musterte Harry mit hochgezogenen Augenbrauen. „Nun, leider kann ich Ihnen dennoch nicht weiterhelfen."
Snape wollte sich schon auf dem Absatz umdrehen, als Harry ihm mit panischer Stimme hinterher rief: „Er hat Tatze! Er hat Tatze an dem Ort, wo sie versteckt ist."
Während die Schulleiterin nur begierig zwischen den beiden hin unter her blickte, musterte Snape seinen Schüler mit einer unergründlichen Miene. Nur sehr kurz wanderte sein Blick zu Cat, die kaum merklich nickte. Dann wandte der Professor sich wieder ab und verließ den Raum mit den Worten: „Potter, wenn ich will, dass man mir Unsinn an den Kopf wirft, verabreiche ich Ihnen einen Plappertrank."
Plötzlich verfiel die Schulleiterin in blanke Panik und tippelte nervös hin und her, während sie unverständliche Worte murmelte, als würde sie sich selbst Mut zu reden. „Manchmal rechtfertigen die Umstände die Mittel. Der Minister wird verstehen, dass ich keine Wahl hatte." Schlagartig fuhr ihr Kopf zu Harry herum und sie betrachtete ihn mit bleichem Gesicht. „Der Cruciatus-Flcuh sollte Ihnen die Zunge lösen."
„Nein!", schrie Hermine aufgeregt. „Professor Umbridge, das ist illegal, der Minister wird nicht..."
Doch sie wurde unterbrochen. „Was der Minister nicht weiß, macht ihn nicht heiß." Umbridge hob bereits den Zauberstab und holte tief Luft, als die Brünette erneut dazwischen preschte.
„Nein! Harry, wir müssen es ihr sagen!"
Der Angesprochene sah völlig entgeistert zu seiner Freundin herüber und auch die anderen im Büro musterten sie mit Verwirrung. „Sie wird es doch ohnehin aus dir rauspressen."
„Schon gut, Mädchen, sagen Sie es nur. Raus damit, nur zu", ermunterte Umbridge sie lächelnd, doch mit ungeduldigem Unterton.
„Also wir haben versucht, Dumbledore zu kontaktieren. Wir mussten ihm doch sagen, dass es fertig ist." Hermine hatte begonnen zu schluchzen und wischte sich mit den Händen über die Augen. Damit erkannte Cat, dass keinerlei Tränen an ihren Händen kleben blieben und sie musste augenblicklich schmunzeln. Die Brünette beherrschte das Schauspiel wirklich glänzend. „Dass die Waffe fertig ist."
„Waffe?", rief die Lehrerin entsetzt. „Etwas, womit sie Widerstand leisten und das Ministerium stürzen wollen?"
„Wir...wir verstehen sie nicht richtig. Wir haben nur getan, was Dumbledore verlangt hat", wimmerte die Gryffindor weiter. „Und jetzt ist sie fertig. Aber wir können ihn nirgendwo finden. Er ist nicht zu erreichen."
„Wo ist diese Waffe?", hakte Umbridge ohne Mitleid nach. „Führen Sie mich zu ihr."
„Aber nur, wenn die nicht mitkommen", meinte die Gryffindor und warf den Slytherins dabei verächtliche Blicke zu.
Nach kurzem Bedenken willigte die Ministeriumsangestellte ein und packte den sitzenden Harry unsanft am Arm. Hermine ging voraus, gefolgt von dem Schwarzhaarigen und sie verschwanden mit der Lehrerin aus deren Büro, während die anderen weiterhin von den Slytherins festgehalten wurden. Die Gryffindors tauschten verwirrte und ungeduldige Blicke aus, während Luna nur verträumt aus dem Fenster schaute. „Oh, seht mal!", meinte sie nach einer Weile freudig. „Sie gehen in den Verbotenen Wald! Diese Waffe muss ja wirklich gut versteckt sein."
Keiner reagierte auf ihre Aussage. Stattdessen meldete Ron sich zu Wort. „Hey, kann mal jemand in meine Tasche greifen? Ich hätte gerne ein paar von Bertie Botts Bohnen!"
Warrington, der ihn festhielt, schnaubte nur verächtlich.
„Ach, komm schon! Ich habe solchen Hunger", jammerte der Rothaarige weiter.
Der dicke Slytherin griff also in Rons Hosentasche und nahm die Süßigkeiten heraus, die er dort aufbewahrte. Doch statt sie dem Gryffindor zu geben, stopfte er sie sich selbst in den Mund und kaute genüsslich darauf rum. Ein zufriedenes Grinsen schlich sich auf Rons Lippen und als Warringtons Gesicht eine leichte Grünfärbung annahm, wusste Cat Bescheid.
Augenblicklich drehte sie sich in Dracos Griff um und flüsterte: „Es tut mir leid."
„Was tut dir..." Doch weiter kam er nicht, denn die Blonde hatte bereits den Zauberstab in der Tasche seines Umhangs gegriffen und ihm einen Körperklammerfluch aufgehalst, woraufhin er völlig erstarrt gegen die Wand fiel.
Hinter ihr vernahm sie das ekelerregende Würgen, das Warringtons Krankheitsgefühl ankündigte. Einen Moment später übergab er sich auf eine der Teekannen, wobei er völlig vergaß, Ron weiter festzuhalten. Dieser schnappte sich seinen Zauberstab zurück und machte sich daran, Neville aus seiner misslichen Lage zu befreien.
„Jetzt!", schrie die Blonde daraufhin und gab damit das Signal zu einem Kampf gegen die Slytherins. Ginny hatte ihren Zauberstab als zweite wieder zurück und entwaffnete ihre Angreiferin sofort. Danach feuerte sie einen Fluch auf Millicent Bullstrode ab, die hektisch nach ihrem eigenen Stab suchte. Mit einem dumpfen Krachen wurde sie gegen die Wand geschleudert und blieb reglos liegen.
Derweil hatte Cat die beim Kampf heruntergefallenen Zauberstäbe von Harry und Hermine aufgelesen und das Mädchen, das Luna festhielt entwaffnet, woraufhin diese panisch aus dem Büro gestürmt war.
Die Slytherins lagen nun alle reglos oder schmerzhaft keuchend auf dem Boden, während die anderen sich umsahen und einander musterten.
„Zum Wald, schnell!", meinte die Blonde und rannte los.
Die anderen eilten ihr hinterher zum Hauptportal und schlossen zu ihr auf. „Aber wir wissen doch gar nicht, wo sie hin sind!", warf Ginny zu bedenken ein.
„Ich weiß es", widersprach die Blonde. „Sie sind bei Gwarp."
„Wer?"
Doch die Gryffindor antwortete nicht. Stattdessen erhöhte sie ihr Tempo, sodass die anderen Mühe hatten, mit ihr mitzuhalten. Im Wald war es düster und sie entzündeten ihre Zauberstäbe, um keine Wurzel zu übersehen, über die sie stolpern könnten. Es war ein beschwerlicher Weg, mehrmals drückten sie sich entlang einer stacheligen Hecke vorbei und schürften sich dabei die Arme wund. Doch niemand gab einen Mucks von sich. Die Anspannung war zum Greifen nah und allmählich fiel es Cat schwer, die Orientierung zu behalten.
Doch gerade, als sie schon frustriert stehen bleiben wollte, erkannte sie zwei Gestalten im Wald stehen. „Dort!", rief sie aufgeregt und stürmte ihren Freunden entgegen, die anderen vier hinter ihr her.
„Also? Irgendwelche Ideen wie wir ins Ministerium kommen?", erkundigte Ron sich, als sie zu Harry und Hermine stießen.
„Wir müssen fliegen", meinte Cat irgendwann in die ratlose Stille.
„Aber wir haben nicht genügend Besen und welche zu holen würde auch viel zu lange dauern", lehnte Ron ab.
„Es gibt auch noch andere Möglichkeiten zu fliegen", warf Luna munter ein und verwirrte Blicke sahen ihr entgegen.
„Ich vermute mal, wir sollen auf dem Rücken des Schrumpfschnarchlers fliegen?", spottete der Rothaarige mit genervtem Unterton.
„Der Schrumpfhörnige Schnarchkackler kann nicht fliegen", entgegnete Luna entspannt und deutete dann mit dem Finger in den Wald. „Aber die können es!"
Die Anwesenden drehten die Köpfe in die Richtung, in die die Ravenclaw zeigte, doch nur Harry reagierte.
„Ja!", rief er begeistert.
„Sind das diese komischen, unsichtbaren Viecher?"
„Ron, die sind nicht komisch. Das ist brillant! Thestrale haben einen außergewöhnlichen Orientierungssinn und finden das Ziel ihres Reiters sofort. Wie viele sind es?" Cat sah von Luna zu Harry und erwartete eine Antwort. Sie hatte nie den Tod gesehen, deshalb konnte sie die Tiere auch nicht sehen.
„Nur zwei", erklärte der Schwarzhaarige missmutig, doch zuckte dann aufgeregt zusammen. „Nein, halt! Da kommen noch welche! Los, Leute, macht schon!"
Harry, Luna und Neville rannten voraus, die anderen Vier eilten ihnen hinter. Dabei war die Ravenclaw die einzige, die den anderen half, die Tiere zu besteigen. Harry war viel zu nervös und ungeduldig und Neville hatte Mühe, sich selbst auf seinen Thestral zu schwingen. Als Cat auf ihrem Reittier saß, gab sie diesem einen leichten Tritt mit dem Fuß, um es in die Nähe ihres besten Freundes zu lotsen.
„Beruhige dich, Harry. Wir werden Sirius finden", versicherte sie milde und lächelte ihn aufmunternd an.
„Und wenn nicht?" Sein Blick verriet, dass er sich die schlimmsten Szenarien ausmalte. „Wenn er ihn umbringt und ich nicht rechtzeitig dort war? Cat, ich kann ihn nicht verlieren. Er ist die einzige Familie, die ich noch habe."
Die Gryffindor wollte gerade etwas erwidern, da rief Ginny von hinten: „Wir können los!"
Die Beiden fuhren herum und ehe sie sich versahen, rannten die Thestrale unter ihnen los, ohne dass sie einen Befehl hätten geben müssen. Cat spürte plötzlich hinter sich einen starken Flügelschlag und sofort danach hob das Tier vom Boden ab. Verzweifelt klammerte die Blonde sich an seinen Hals und vergrub das Gesicht in der Schulter, um nicht nach unten sehen zu müssen. Das war so absurd! Sie saß auf etwas, das sie nicht sehen konnte und flog damit nach London, ohne eine Richtung vorzugeben!
Ganz vorsichtig öffnete die Gryffindor die Augen und sah hinab. Ihr Herz sackte ab und sie riss die Augen weiter auf. Mehrere hundert Meter unter ihr befand sich ein weitläufiger Wald, der im Dunkeln kaum noch zu erkennen war. Ein Blick nach oben verriet ihr, dass sie den tief hängenden Wolken recht nah kamen. Was für ein Gefühl! Sie hatte Angst, es wäre ein Traum und sie würde jeden Augenblick ins Leere fallen und fallen und nicht mehr aufkommen. Es war nicht wie schweben, sie spürte ihr eigenes, drückendes Gewicht. Aber sie war seltsam frei.
Doch das Unbehagen verschwand schon nach einer Weile und zurück blieb das berauschende Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit. Cats Blick wanderte über den Horizont, sie sah die Lichter der Hauptstadt immer näher kommen. Glück durchströmte sie und aus einem Impuls heraus riss sie die Arme nach oben und schloss die Augen, um sich der Situation voll und ganz hinzugeben.
Offensichtlich hatte sie die Rechnung aber ohne die Thestrale gemacht, die augenblicklich in den Sinkflug gingen. Die Gryffindor riss die Augen wieder auf und klammerte sich um den Hals des Tiers, während sie sich fühlte wie in einer Achterbahn und das angenehme Kribbeln in ihrem Körper sie zum Lachen brachte. Die Gebäude Londons kamen immer näher, wurden größer und schließlich schlüpfte sie dazwischen. Sie bemerkte gar nicht wirklich, dass das Tier die Hufe bereits aufgesetzt hatte und wusste erst, dass sie angekommen waren, als sie sich nicht mehr bewegte. Ein Blick in die Runde verriet ihr, dass die anderen ebenfalls angekommen waren.
Elegant glitt die Blonde von ihrem Reittier herunter und streichelte es dort, wo sie den Kopf vermutete. Dann ließ die Gruppe die Thestrale stehen und machte sich auf zu einer Telefonzelle, in die sie sich hinein quetschten, was zu siebt eine Herausforderung darstellen sollte. Ron, der der Wahlscheibe am nächsten war, kontaktierte das Ministerium und sie erhielten einen Augenblick später die Aufkleber, die sie an ihrer Kleidung befestigen sollten.
‚Catherine O'Neill, Rettungseinsatz' stand dort und die Gryffindor hob belustigt die Augenbraue ehe sie es sich auf das Oberteil klebte.
Plötzlich bebte der Boden der Telefonzelle und sank langsam ab, sodass die Schüler schnell ins Dunkel eintauchten. Die Gruppe erhaschte gerade noch einen Blick auf die Futter suchenden Thestrale, ehe diese sich wieder auf machten und in die Nacht verschwanden.
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Die Geschichte von Catherine O'Neill
FanfictionAls Catherine O'Neill in ihrem vierten Schuljahr wegen einem Jobangebot für ihren Vater nach England ziehen muss, ist sie zunächst nicht begeistert. Doch schnell findet die Muggelstämmige Anschluss in Hogwarts, besonders mit Harry Potter und seinen...
