"Tay? Hallo?", ruft jemand von weit her. Ist er es? - Nein, das kann nicht sein, seine Stimme ist viel tiefer, viel kratziger, viel sanfter.
"Aufstehen, Liebes. Ich habe Kaffee und Bagels", schreit die immer näher kommende Person. Bagels? Wir essen doch nie sowas ausgefallenes; unser Standartfrühstück besteht aus meist verbrannten Käse Sandwiches.
"TAY", war das letzte was ich hörte, ehe ich auf den Boden knallte und mich verwirrt umsah. Vor mir lagen einige Kissen, unter mir mein schwarzer Dekoteppich aus Nashville und neben mir kniete jemand - Ed wie ich feststellen konnte, als ich mich ein wenig drehte um mir über meine Umgebung klar zu werden.
"Morgen, Schlafmütze", flüsterte dieser ganz ruhig und sah mir dabei zu, wie ich mich langsam aufraffte. "Sorry für den etwas aggressiven Weckdienst, aber ich sitze jetzt seit zwei Stunden hier und warte darauf, dass du aufwachst."
Anstatt ihm zu antworten streckte ich ihm eine meiner Hände entgegen, damit er mir aufhelfen konnte, was er glücklicherweise sofort tat.
"Wie bist du hier reingekommen?", erkundigte ich mich und fuhr durch meine Haare, während ich die Kücheninsel ansteuerte. Da ich mich auf einen der Barhocker davor hob, sah ich zwei Coffee-to-go-Becher und Bagels angerichtet vor mir stehen.
"Die Tür war nur angelehnt. Das wollte ich noch anmerken - vielleicht ist es in Nashville kein großes Ding sich nachts nicht einzuschließen, aber in New York gilt das für die meisten Einbrecher als Einladung für einen Raubzug", erklärte er vorsichtig und ließ sich neben mir nieder.
"Hm", murmelte ich und beugte mich mit geschlossenen Augen über meinen Bagel. Mir in meinem Traum eingebildet zu haben, er wecke mich reichte schon wieder, um mir den bevorstehenden Tag erheblich zu versauen.
"Es ist nur ein Bagel mit Käse, würdest du ihn bitte nicht ansehen als sei es irgendwelches Hundefutter?", beschwerte sich mein Bester Freund, woraufhin er nur einen genervten Blick erntete. "Ich gehe duschen", beschloss ich laut denkend, stand auf und in ging ins Badezimmer.
Während das heiße Wasser über meinen Körper rann und so jeden einzelnen Muskel in meinem Körper zu entspannen schien, wurde mein Kopf ein wenig klarer. Wie hatte ich mich eben überhaupt verhalten? Draußen saß mein rothaariger, kleiner, bester Freund und ich behandelte ihn als hätte er mir Morddrohungen gemacht, nur weil ich von ihm geträumt hatte. Es war nicht das erste Mal, dass mir so etwas passierte, nur hatte ich sonst mit niemandem sprechen müssen nach dem Aufwachen. Ich rubbelte meine Haare trocken, zog mich an und beschloss, mich direkt bei dem kleinen Ginger zu entschuldigen und mir wieder ein Pokerface auf zu setzen.
Ich war schließlich Taylor Swift, ich ließ mich nicht von so etwas unterkriegen.
Als ich schließlich mein Make Up vervollständigt hatte und mich im Spiegel ansah, kehrte so langsam mein Selbstvertrauen vom vorherigen Abend wieder zurück und ich war bereit, mich der Welt zu stellen.
In der offenen Küche hatte Ed sich mittlerweile daran gemacht, seinen Teller und die Tasse, welche Brit gestern zurück gelassen hatte, zu spülen. Schuldbewusst ließ ich mich auf dem Barhocker hinter dem für mich bestimmten Bagel nieder und wartete darauf, dass er sich mir zuwandte. Als er dies glücklicherweise bald darauf tat, purzelten mir die Worte nur so aus dem Mund.
"Es tut mir so leid, Ed. Ich wollte mich gerade nicht so aufführen, ich freue mich dass du hier bist und vor Allem darüber, dass du Frühstück mitgebracht hast. Ich-", erklärte ich bis er mir grinsend ins Wort fiel.
"Schon gut, ich freue mich auch dich zu sehen", antwortete er, während er um die Kücheninsel herum zu seinem Platz zurück kehrte und sich setzte. "Und jetzt iss deinen Bagel, ich will nicht den ganzen Tag rumsitzen."
Nach einem kurzem Smalltalk während meines Frühstücks beschlossen wir, den vor uns liegenden Nachmittag in einem Möbelhaus zu verbringen. In der vorherigen Nacht hatte ich zwar schon Einiges aufgebaut, hergerichtet und dekoriert; es fehlten aber noch immer einige Lampen und Regale. Diese hatten sich schnell gefunden, genauso wie viel zu viel Dekoration, welche ich aber unbedingt haben musste. Am Abend, nachdem Ed die Lampen installiert und ich die Regale zusammen gebastelt hatten, beschlossen wir uns eine Pizza zu bestellen und einfach nur zu quatschen - immerhin hatten wir uns einige Wochen nicht gesehen.
"Was Ich noch loswerden wollte", ergriff der kleine Ginger schmatzend das Wort. "Du weißt ja, dass bald mein Geburtstag ansteht. Bevor du ablehnst, hör zu: Ja, er wird auch kommen; aber es kommen außerdem 300 weitere Gäste. Du wirst ihn nicht zwingend sehen, und ich wünsche mir so sehr, dass du kommst. Bitte?"
Das Flehen in seiner Stimme brach mir beinahe das Herz; mir war klar gewesen dass er mich bald einladen würde, immerhin war seine Party bereits eine Woche später, und wir kannten uns schon so lange.
"Ed, Ich-", begann ich zu sprechen und suchte währenddessen eine gute Ausrede, doch er kam mir zu vor.
"Bitte, Tay. Du weißt, dass er mein Freund ist. Ich muss ihn einladen. Und du bist meine Beste Freundin, was begründet wieso du kommen musst", bettelte er weiter mit einem Blick, dem man einfach nicht widerstehen konnte. Tief einatmend schloss ich die Augen und fuhr mir durch meine langen Haare; dabei überdachte und überschlug ich alle Möglichkeiten. Schließlich warf ich ihm einen gespielt feindseligen Blick zu, während ich leise meine Antwort vor mich hermurmelte.
Ehe ich mich versah sprang mein Gegenüber vor Freude auf und zog mich in eine feste Umarmung. Was man nicht alles für das Glück seiner Lieben tat.
(A/N: Hier also das zweite, diesmal sehr kurze Kapitel! :-) Das Nächste wird länger, nur wollte ich nicht jetzt die Party anreißen und dann in der Mitte aufhören. Vielen Dank für die ganzen bisherigen Reads! Bis zum nächsten Mal, stay beautiful x)
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all you had to do was stay
Fanfiction"Es war nie leicht, und auch, wenn es so schwer war, war es das immer wert." Nachdem Harry Taylor betrogen hat, geht für sie eine Welt unter. Sie vergräbt sich in Selbstmitleid und Einsamkeit, bis ihre Freunde sie schließlich dazu bringen, zurück in...
