Da Ed am nächsten Morgen einen Termin in L.A. hatte, machte er sich noch am gleichen Abend auf den Weg und überließ mich so wieder mir selbst. Mit seiner Abreise kam aber nicht nur das Gefühl, völlig allein zu sein, sondern auch die ganzen Gedanken die ich durch seine Anwesenheit abstellen konnte zurück.
Vor Allem unser Gespräch hatte mir zugesetzt, denn Ed hatte so manches erkannt, was ich mir selbst nicht eingestehen wollte. Es war richtig, dass ich Angst vor der Reaktion anderer Menschen hatte, wenn sie von dem Wochenende oder den Küssen erfahren würden und dass ich mir Sorgen um unsere Freundschaft machte. Wir konnten doch nicht einfach so weitermachen als wäre nichts passiert, immerhin hatten wir eine nicht allzu ereignislose Vergangenheit, die all das eh schon erschwerte. Aber wie Ed sofort festgestellt hatte, war das größere Übel für mich, dass ich es genossen hatte. Harrys undurchdringlichen Augen und seine fordernde Nähe hatten Gefühle an die Oberfläche geholt, die ich solange verdrängt und unterdrückt hatte und die ich auch jetzt nicht spüren wollte. Es war nichts weiter passiert, als ein paar Küsse und eine kleine Reise- es bedeutete nichts. Wieso sollte er sonst ohne eine Wort gehen und dann direkt Zeit mit Delebitch verbringen? Es waren Ausrutscher, gefühlvolle Ausrutscher, aber immernoch Ausrutscher.
Am nächsten Morgen ging ich mit den selben Gedanken im Kopf zum Tanztraining und versuchte mich dort abzulenken. Diesmal klappte es ganz gut, denn ich schaffte es beinahe die ganze Choreographie fehlerfrei durchzutanzen und machte somit vor Allem meine Hintergrundtänzer und den Coach glücklich. Wir übten alles einige Stunden lang, bis es wieder richtig saß und konnten am Schluss eine vollständige Choreographie zu "I Knew You Were Trouble" vorweisen und schlossen damit für diesen Tag ab, da die Gruppe die erste Kostümprobe hatte. Vor Allem auf die Performance dieses Songs freute ich mich unheimlich, da sie wie ein Maskenball aufgezogen werden würde.
In New York schneite es immer wieder ein bisschen zu dieser Zeit, so auch als ich an diesem Mittag das Studio verließ. Von der Kälte begrüßt stapfte ich los und machte mich auf den Weg in die Innenstadt, um mich ein wenig in den vielen Geschäften umzusehen. Eigentlich hätte ich genug anderes zu tun gehabt, doch ich beschloss, dass ich mir ein wenig Zeit für mich selbst nehmen musste. Außerdem brauchte ich ohnehin ein Kleid für die Verabredung mit Adam, da ich nichts wirklich "schickes" in meinem Schrank hatte. Es dauerte nicht lange bis meine Wahl auf ein, zugegeben ziemlich teueres, weißes Spitzenkleid mit langen Ärmeln fiel. Zwar verheilten die Narben an den Handgelenken gut und wurden immer dezenter, doch sie sahen noch immer ziemlich krass aus, weswegen ein Kleid ohne Ärmel nicht in Frage kam. Das gleiche galt für die an meinen Beinen und dem Rücken, doch da das Kleid hinten geschlossen war und ich mir noch eine dunkle Strumpfhose dazu kaufte, war alles abgedeckt und ich konnte zufrieden nach Hause gehen. Dort wartete schon einer meiner Vocal Coaches vor meiner Tür, der zwar aufgrund einer kleinen Verspätung meinerseits ein wenig sauer war, aber trotzdem ambitioniert an diesem Tag viel zu schaffen und so übten wir vier Stunden lang die Tonhöhen zu meinen Songs und sangen die komplette Setlist dreimal durch. Als er ging war es schon Zeit für mich, damit anzufangen mich fertig zu machen, weshalb ich begann mich zu schminken. Auch nach all der Zeit die vergangen war hatte ich mich noch nicht so richtig daran gewohnt, so viel Zeit in mein Make Up zu investieren, weil ich diese hässliche Narbe abdecken musste. Als ich alles unter einer dicken Schicht farbiger Creme versteckt hatte, zeichnete ich meine Lippen mit einem rosé farbenen Lippenstift nach und verfeinerte den Lidschatten auf meinen Augen noch mit einem Lidstrich. Mit meinem Aussehen zufrieden schlüpfte ich in mein Outfit für den Abend und hörte zum gleichen Zeitpunkt, wie ich in meine schwarzen Schuhe schlüpfte, die Klingel. Auf dem Weg zur Tür schnappte ich mir meine Jacke und meine Tasche und öffnete dann, um einen sehr gut aussehenden Adam vor mir zu sehen. Er trug einen eleganten, schwarzen Smoking kombiniert mit einem weißen Mantel und hielt mir einen Strauss rosaner Rosen entgegen.
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all you had to do was stay
Fanfikce"Es war nie leicht, und auch, wenn es so schwer war, war es das immer wert." Nachdem Harry Taylor betrogen hat, geht für sie eine Welt unter. Sie vergräbt sich in Selbstmitleid und Einsamkeit, bis ihre Freunde sie schließlich dazu bringen, zurück in...
