Mein Heimflug verging schneller, als ich erwartet hatte. Zugegebenermaßen hatte ich den Hauptteil davon verschlafen, weil ich mich noch immer nicht von den letzten, sehr kurzen Nächten bei Harry erholt hatte. Doch so war es für mich nur umso besser, denn auf diese Art und Weise konnte ich mir nicht zu sehr den Kopf über ihn und unsere Beziehung zerbrechen. Mir fiel es schwer, seine Taten und Aktionen zu verstehen - im einen Moment erlaubte er mir einen Einblick in seine Vergangenheit und Gefühle, doch sobald wir nicht mehr zu zweit waren, stieß er mich praktisch von sich weg. So, als konnte er seine Gefühle nur ausleben, wenn ihn keiner dabei beobachtete. Oder war ich es, der er etwas vorspielte?
Meine Gedankengänge beendeten sich, mehr oder weniger glücklicherweise, von selbst, da mich anstatt Steve eine Horde von Reportern vor den Schaltern erwartete. Diese bemerkte ich allerdings erst, als ich schon nicht mehr umkehren konnte - so sehr schien Harry mich schon wieder beschäftigt zu haben.
"Taylor, ist es wahr, dass Harry Sie schon wieder betrügt?"
"Glauben Sie die Gerüchte über Ella und ihn?"
"Directioners wie Swifties hassen eure Beziehung!"
"Jeder weiß, dass ihr die Beziehung nur faket!"
"Wie fühlt es sich an, zweimal auf den gleichen Kerl reinzufallen?"
"Lässt du dich für den Sex mit ihm wirklich bezahlen?"
"Steht Ihre Karriere wirklich so auf der Kippe, dass Sie ihren Körper verkaufen?"
"Du blöde Bitch verdienst Harry nicht! Er gehört mir!"
Von allen Seiten kamen plötzlich Blitzlicht und laute Rufe, Schimpfwörter und Fragen, die meiner Meinung nach nur ich mir stellen durfte. Wieso nahmen sich die Leute immer das Recht, mit Menschen, die sie gar nicht kannten, so zu reden, wie sie wollten?
Unwillkürlich zog ich die Kapuze von Harrys Hoodie, den ich noch immer trug, über meinen Kopf und heftete meinen Blick auf den Boden unter mir. Steve hatte mir nicht nur einmal erklärt, wie ich mit solchen Situationen umzugehen hatte, doch jedes Mal aufs Neue war es, als schüttete man zehn Liter Eiswasser über meinen Körper. Die Leute gaben vor, etwas über eine Beziehung zu wissen, von der noch nicht einmal ich alles kannte, und gaben mir so automatisch das Gefühl, als sei ich nackt. Oder nass. Oder vollkommen auf mich allein gestellt.
Langsam einen Fuß vor den anderen stellen, Tay. Ruhig bleiben. Lass dich nicht provozieren. Alles was du sagst, wird gegen dich verwendet werden. Dabei sollte nicht ich die sein, die auf ihre Worte achten musste - immerhin war ich das Opfer dieser hasserfüllten Menschen.
Als die Leute jedoch nicht mehr nur durch einander irgendwelche Sätze riefen, sondern mir immer näher kamen und sich die unverschämte Freiheit nahmen, mich an den Armen und sonst wo festzuhalten, war ich kurz davor, zu heulen. Ich durfte diesen Menschen auf keinen Fall zeigen, wie sehr sie mich verletzten.
"Lasst mich sofort durch!", ertönte eine Stimme, die ich kannte, weswegen ich aufblickte. Steve kam, gefolgt von drei Bodyguards auf mich zu und brachte mir so die Rettung, die ich mir so sehr wünschte. Es wurde plötzlich wieder einfacher, zu atmen, als sich meine Leibwächter um mich schlossen und wir, gemeinsam mit Steve, das Gebäude verließen. Doch erst als ich in Steves Wagen, der schon abfahrbereit vor dem Ausgang wartete, saß, konnte ich vollkommen aufatmen und zu mir kommen.
"Danke, Steve", murmelte ich überfordert und zog die Kapuze von meinem Kopf, um mir durch die Haare fahren zu können.
"Dafür bin ich da", gab er schulterzuckend zurück und warf einen Blick auf seine Uhr. "Du hast, wenn wir bei deinem Apartment sind, ungefähr dreißig Minuten Zeit um deinen Koffer zu packen. Unser Flug nach Omaha geht in zwei Stunden."
"Okay", gab ich zurück und lehnte mich in meinem Sitz zurück. Ich hatte mich noch immer nicht ganz von dem Schrecken erholt, aber natürlich war das Steve egal. Seiner Meinung nach musste ich mich so langsam an so etwas gewöhnt haben, und er hatte absolut Recht. Nur sollte ich mich laut ihm auch von Harry trennen, und damit hatte er absolut Unrecht. Oder?
In meiner Wohnung angekommen machte ich mich sofort daran, die Wäsche, die ich in England dabei gehabt hatte, aus meinem Koffer zu kippen und frische aus meinem Schrank, und Harrys Shirts, hineinzuräumen. Ich hatte keine Zeit dafür, die Sachen, die ich mit nach England genommen hatte, zu waschen, weil es, wie Steve gesagt hatte, schnell gehen musste. Da ich aber ohnehin nur meine Gammlerklamotten einpacken musste, da für Bühnen- und Galaoutfits die Maske zuständig war, ging alles recht schnell und ich war pünktlich am Flughafen. Bevor der Flug ging, schickte ich Harry noch schnell eine Nachricht, in der ich ihm mitteilte, dass ich gut in Amerika angekommen war und nur noch nach Omaha fliegen musste. Außerdem fragte ich ihn, wie es ihm ging, und wünschte ihm, als mir die enorme Zeitverschiebung einfiehl, einen guten Morgen.
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all you had to do was stay
Fiksi Penggemar"Es war nie leicht, und auch, wenn es so schwer war, war es das immer wert." Nachdem Harry Taylor betrogen hat, geht für sie eine Welt unter. Sie vergräbt sich in Selbstmitleid und Einsamkeit, bis ihre Freunde sie schließlich dazu bringen, zurück in...
