"Ms. Swift?", hörte ich die Stimme des Barkeepers, welcher mir ein Weinglas unter die Nase hielt, und wurde so wieder in die Gegenwart zurück geholt. Ein wenig abwesend bedankte ich mich und bezahlte ehe ich meinen Blick wieder auf Harry und seine Begleitung richtete. Wie konnte er nach Allem was gewesen war überhaupt noch, und dann auch noch so fröhlich, mit ihr sprechen? Hatte er vergessen was Delebitch alles angerichtet hatte? Hatte er gelogen, als er gesagt hatte dass ihm das mit ihr nichts bedeutet hatte? Hatte er doch, entgegen seiner Aussagen, Kontakt zu ihr?
"Ist es ihr Bruder, Ex Freund oder fester Freund den Sie da beobachten?", erkundigte sich plötzlich eine mir unbekannte Stimme während der dazugehörige Mann in mein Blickfeld trat.
Während er auf meine Antwort wartete sah sich der blonde Mann noch einmal kurz Harry und wandte sich dann schließlich wieder mir zu. Ich überlegte kurz ob ich ihm tatsächlich mit der Wahrheit antworten oder eine Lüge auspacken sollte, jedoch hatte ich irgendwie das Gefühl, ihm trauen zu können. Schon allein dass er nicht zu wissen schien wer ich war und was es mit Harry und mir auf sich hatte war für mich ein Zeichen dafür, dass er nicht unbedingt ein Undercover Reporter oder so war.
"Ex Freund.", antwortete ich und nahm einen Schluck meines Weins. "Also, guter Freund. Aber prinzipiell Ex Freund."
"Ich verstehe.", gab er nickend zurück. "Und die Frau an seiner Seite ist wahrscheinlich nicht seine Schwester, sofern ich Ihren Blick richtig deute?"
"Nope.", bestätigte ich seine Annahme und kniff meine Augen ein wenig zusammen. "Mit dieser absolut reizenden Dame hat er mich damals betrogen, aber das ist eine lange Geschichte. Kennen wir uns?"
"Oh, wie unfreundlich von mir.", bemerkte der Unbekannte und fasste sich kurz an die Stirn ehe er mir freundlich die Hand entgegen hielt. "Mein Name ist Adam Wiles."
Etwas verwundert von seiner offenen und doch förmlichen Art erwiderte ich seine Geste und lächelte ihn freundlich an.
"Taylor.", stellte ich mich vor. "Einfach nur Taylor, und bitte hören wir doch mit dem 'Sie' auf-'Du' ist völlig ausreichend."
"Also gut, einfach-nur-Taylor. Dann darf ich dir sicher einen Drink anbieten.", sagte Adam mit einem schottischen Akzent, der mir erst jetzt auffiel, und bot mir einen der Barhocker an. Wer auch immer dieser Mann sein mochte, für den Moment zählte für mich, dass er unheimlich nett und zuvorkommend war. Ohne groß darüber nachzudenken ließ ich mich neben ihm nieder und sah ihn mit einem leichten Grinsen an welches er ehrlich erwiderte.
"Du darfst.", stimmte ich ihm zu und beobachtete ihn dann dabei, wie er uns beiden ein Glas Champagner bestellte.
In der folgenden Stunde vor und in den 140 Minuten der Awardshow erfuhr ich dass Adam als DJ arbeitete, aber auch als Sänger und Songwriter bekannt war und den Künstlernamen "Calvin Harris" trug. Er erzählte mir von seiner Kindheit in Schottland, seiner Studienzeit in Großbritannien und seinem rebellischen Weg zum DJ Pult, welcher tatsächlich recht hart gewesen zu sein schien, der strengen Erziehung seiner Eltern und erklärte mir so auch, woher seine förmliche Ausdrucksweise kam. Im Gegenteil zu den meisten bekannten Stars kam er nämlich nicht aus schlechten Verhältnissen und wollte deswegen irgendetwas in der Welt verändern, sondern stammte von einer sehr wohlhabenden Familie mit adligen Wurzeln ab. Bis zu seinem Schulabschluss lebte er bei seinen Eltern in einer großen Villa, hatte neben den regulären Unterrichtsstunden auch Benimmunterricht und wurde sehr musikintensiv beschäftigt. Da sowohl seine Mutter als auch sein Vater so gut wie immer geschäftsmäßig unterwegs waren, sah Adam seine Großmutter mehr als die beiden zusammen, was er aber seiner Aussage nach auch nicht schlimm fand. Immerhin hatte seine Nana ihm auch etwas über das richtige Leben beigebracht; Dinge über das Leben außerhalb der Mauern der Villa und den Silberlöffelchen. Sie war es auch gewesen, die ihn dazu motiviert hatte seinen Träumen zu folgen und nicht nur Rücksicht auf seine Eltern zu nehmen- und da saß er also, zwei Jahre nach ihrem Tod und machte sich langsam aber sicher einen Namen in der internationalen Musikbranche. Adam schien glücklich mit dem Leben, welches er sich aufgebaut hatte, und das merkte ich von Anfang bis Ende seiner Geschichte. Natürlich wollte er auch etwas über mich erfahren, und so erzählte ich von meiner Kindheit und meinem Weg zur Musik. Ich erzählte ihm zwar nicht annähernd so viel von mir, wie er von sich, jedoch schien er zu verstehen, dass ich nicht zu viel von mir preisgeben wollte. Adams Anwesenheit, der Abend und alles um mich herum gestalteten sich angenehmer als ich zuvor erwartet hatte, doch wie alles Schöne im Leben hatte auch das ein Ende. Gegen Mitternacht beschlossen wir beide ein wenig Luft schnappen zu gehen und machten uns auf den Weg zur Dachterasse wo, dem schlechten Zufall sei dank, bereits Harry und Cara in einer der Sofaecken saßen und sich unterhielten. Ich konnte nichts dafür, dass mein Blick an den beiden hängen blieb und bemerkte es auch erst, als Adam vor meinem Gesicht herumschnippste.
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all you had to do was stay
Fanfiction"Es war nie leicht, und auch, wenn es so schwer war, war es das immer wert." Nachdem Harry Taylor betrogen hat, geht für sie eine Welt unter. Sie vergräbt sich in Selbstmitleid und Einsamkeit, bis ihre Freunde sie schließlich dazu bringen, zurück in...
