Kapitel 5

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Nachdem ich die darauf folgenden zehn Tage entweder im Fitnessstudio, einem Café oder meinem Bett verbracht hatte, traf ich mich schließlich mit Steve in einem noblen Restaurant, um mein öffentliches Leben und alle damit verbundenen Auftritte zu planen und, natürlich, etwas zu essen.

"Ich weiß, dass das sehr kurzfristig ist, aber morgen sind bereits die VMAs - wo du mehrfach nominiert wurdest und deshalb auch anwesend sein wirst. Das Outfit für den Abend hat Abby für dich ausgesucht, sie holt es morgen früh mit dir ab. Das komplette Styling erfolgt direkt im Anschluss und zu der Preisverleihung wirst du von einem Fahrer gefahren. Verstanden?", erklärte mein Manager hektisch, während ich mir eine Gabel Salat nach der Anderen in den Mund schaufelte und nickte, als er mich fragend ansah.
"Als nächstes stehen einige Interviews, unter anderem ein Auftritt bei Ellen, Autogrammstunden und die RED Tour, für welche die Vorbereitungen schon lange laufen sollten, an. Es ist bereits Anfang August, Taylor", bemerkte er dann besorgt und blickte mir direkt in die Augen. "Die meisten Konzerte sind ausverkauft. Zwar startet das ganze erst nächstes Jahr im Januar, aber wir können nicht gut genug vorbereitet sein. Außerdem habe ich mir schon deinen Voract überlegt - ich werde Ed beziehungsweise seinen Manager deswegen kontaktieren. Sofern dir das Recht ist?", hakte er vorsichtig nach und markierte etwas in seinem Terminplaner. So schnell und hektisch wie ich jetzt nickte musste meine Antwort mehr als deutlich sein - wie sollte sie auch anders ausfallen? Mit meinem besten Freund um die ganze Welt zu touren konnte mich nur begeistern.
"Und jetzt habe ich nur noch eine Frage", führte Steve seinen Monolog fort und schloss zu meiner Verwunderung seinen Planer. "Wie geht es dir, Taylor?"
Meine Anwort musste ich mir überhaupt nicht überlegen, Leuten wie Steve gegenüber kam schon seit Monaten immer die gleiche Antwort entgegen.
"Mir geht es gut, und dir?", erkundigte ich mich höflich und nahm einen Schluck von meiner Cola. Diesmal war es nicht einmal eine Lüge, mir ging es tatsächlich gut. Auch wenn ich seit dem Gespräch mit Harry immer und immer wieder an seinen Seitensprung denken musste, und er überhaupt wieder den Hauptteil meiner Gedanken einnahm, ging es mir gut. Ich war nicht glücklich, aber ich konnte so vor mich hin existieren und hatte Vertrauen in mich, mein Leben irgendwie schaukeln zu können. Vielleicht würde er meinen Kopf verlassen, wenn ich nicht dauernd versuchte ihn zu verbannen; vielleicht würde ihm so langweilig dort oben.
"Bist du dir damit sicher?", hakte Steve ernst nach und verschränkte seine Arme vor der Brust. Auf ein selbstbewusstes Nicken meinerseits hin zuckte er nur mit den Schultern und fuhr sich durch die Haare. "Dann ist es sicher in Ordnung für dich, wenn ich dir sage, dass auch er morgen anwesend sein wird."

Um ehrlich zu sein war es das überhaupt nicht, aber das lies ich mir nicht anmerken- ich war stärker als das.

Wie vereinbart holte mich am nächsten Tag bereits morgens Abby, meine Stylistin, ab. Da ich später sowieso gestylt werden würde, machte ich mir gar nicht erst die Mühe, mich zu schminken oder extravagant zu kleiden - Abby kannte mein ungeschminktes "Ich" besser, als jeder Andere. So zog ich mir zehn Minuten, bevor sie kam, eine schwarze Leggins und einen grauen Pullover an, außerdem band ich meine Haare zu einem hohen Pferdeschwanz. Mit einer halb vollen Kaffeetasse öffnete ich schließlich die Tür, als meine Klingel mir mitteilte, dass es jemand da war.

"Tay! Oh Gott, ich habe dich so lange nicht gesehen, komm her!", rief meine Stylistin mit ihrer quiekigen Stimme und fiel mir um den Hals. Oder besser gesagt zog sie mich zu sich runter, da sie mit ihren 1,65m doch ein ganzes Stück kleiner war als ich. "Gut siehst du aus."
"Sagst du mir? Mensch, das Kind sieht man dir fast gar nicht an", komplimentierte ich fröhlich und folgte ihr in meine Küche, wo sie sich gerade Kaffee einschenkte. Benutzte jeder, der mich kannte, meine Küche wie es ihm gerade passte?
"Puh, aber fühlen tut man's. Der Kleine gibt keine Ruhe", murmelte sie mit einem gequälten Lächeln und hob sich auf einen meiner Barhocker. Noch immer konnte ich nicht glauben, dass sie wirklich schwanger war - Abby war nur zwei Jahre älter als ich und hatte noch nie einen Mann länger als zwei Wochen an ihrer Seite gehabt. Nunja, außer den Vater ihres ungeborenen Kindes natürlich - der müsste seit vier Monaten ihre Nummer eins gewesen sein. Vermutlich war er ihre große Liebe oder so, aber solange sie glücklich war, kümmerte mich das nicht wirklich.
"Wie ist es dir ergangen? Dich habe ich seit-", unterbrach sie sich selbst und überlegte kurz. "Vier Monaten, wie witzig, nicht mehr gesehen."
Natürlich musste sie auf ihren Lover anspielen; die beiden hatten sich an dem Abend vor ihrem Urlaub und vor Harrys 'Ausrutscher' kennen gelernt.
"Ach, mir geht es gut. Hier passiert was, da geht was schief, aber alles gut", erklärte ich freundlich und nahm einen Schluck meines Kaffees. Ich war ihr sehr dankbar dafür, dass sie mich nicht auf die, vor allem in den Medien breit getretenen, Ereignisse ansprach und mir nur ein bemitleidendes Lächeln schenkte.
"Das ist schön zu hören", flüsterte sie verständnisvoll und leerte ihren Kaffee, ehe sie mich ermahnte, dass wir schon wieder viel zu spät dran waren und mich aus der Tür zog. Dafür liebte ich Abby - für ihre irgendwie einfühlsame und doch so aufgedrehte Art.

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