"Und sind sie bereit für die RED Tour nächstes Jahr?", erkundigte sich die nettere der beiden Reporterinnen und lächelte mich an. "Ich habe den Tourplan gesehen und finde ehrlich gesagt, dass er ziemlich hart ist."
"Ja, ich freue mich sehr darauf. Es mag sein, dass es viele Städt in wenig Zeit sind, aber immerhin werde ich von einem meiner besten Freunde Ed Sheeran begleitet. Es ist mehr ein Roadtrip, auf dem wir unsere Fans aus aller Welt treffen können.", antwortete ich lächelnd. "Es ist eine Ehre für mich so viel reisen und singen zu dürfen. Ich möchte den Fans mit einer tollen Show danken."
"Na das hört sich doch vielversprechend an.", bemerkte die blonde Frau und erntete dafür lauten Beifall des Publikums, was mein Lächeln nur noch vergrößerte. Es wunderte mich immer wieder zu sehen, dass ich doch noch loyale Fans hatte und mich wirklich Leute zu bewundern schienen.
"Auf zur nächsten Frage.", warf die andere Moderatorin ein und sah auf ihre Karten. "Wie sieht es bei ihnen mit der Liebe aus? Immerhin handeln die meisten der Lieder auf Ihrem neuen Album eben von diesem Thema und erst kürzlich waren Sie in eine Art 'Hahnenkampf' zwischen Calvin Harris und Harry Styles verwickelt, oder?"
"Es war kein 'Hahnenkampf'. So etwas gibt es bei uns nicht.", gab ich so freundlich wie möglich zurück. "Und über mein Liebesleben möchte ich nicht sprechen. Ich möchte so viel Privates wie möglich bei mir zu behalten."
"Wie nennt man das dann bei ihnen?", hakte die Brünette nach. "Wenn es bei ihnen nicht 'Hahnenkampf' heißt."
"Es war nichts derartiges, deswegen gibt es keine Bezeichnung dafür.", erwiderte ich und schlug meine Beine über einander. "Nächste Frage."
"Sie werden nicht nur eine, sondern gleich zwei Nächte im Madison Square Garden spielen.", ergriff wieder die Andere Journalistin das Wort und ließ mich so aufatmen. "Sind Sie schon sehr aufgeregt? Immerhin ist das die berühmteste Arena der Welt."
Glücklicherweise übernahm ab diesem Zeitpunkt hauptsächlich diese Moderatorin die Fragen und so konnte ich auch wieder offener und, vor Allem, freundlicher antworten, denn sie erkundigte sich ausschließlich nach meiner Karriere und meinem Beruf; so wie es eigentlich sein sollte. Nach einer halben Stunde fand das Gespräch bereits ein Ende und ich konnte mich endlich von Moderatorinnen, Fans und der Nachrichtenwelt verabschieden. In meinem Umkleideraum wechselte ich mein rotes Kleid und die hohen Schuhe gegen eine braune Skinny Jeans und einen hellblauen Strickpullover komibiniert mit dunkelbraunen Stiefeln und meinem schwarzen Trenchcoat. Ich löste meine Haare aus der Flechtfrisur, welche die Stylistin mir schon früh am Morgen verpasst hatte, und ließ sie locker über meine Schultern fallen. Als ich fertig war verstaute ich meine Sachen in meiner Handtasche und machte mich dann mit meinen beiden Bodyguards auf zum Flughafen, um nach Hause zu fliegen. Da ich in der vorherigen Nacht doch recht lange aufgeblieben war und keine Lust hatte, darüber nachzudenken, warum Harry einfach abgehauen war ohne sich wenigstens zu verabschieden, versuchte ich während des achtstündigen Flugs über den atlantischen Ozean zu schlafen. Irgendwie ging das aber nicht so gut wie sonst, denn je näher wir den Staaten kamen, desto größer wurde die Angst vor meinem Manager. Gegen die Schlagzeilen, die ich in meinem nur dreitägigen Aufenthalt verursacht hatte, waren die wegen meines angeblichen Liebescomebacks vermutlich nichts. Dementsprechend nervös stieg ich schließlich aus dem Flugzeug, holte mein Gepäck und ging dann zu dem Schalter, an dem Steve und ich uns verabredet hatten. Dieser erwartete mich bereits mit verschränkten Armen und tadelndem Blick, blieb jedoch still bis wir in seinem Wagen angekommen waren. Ziemlich ruhig verstaute er mein Gepäck im Kofferraum, stieg dann mit mir ein und bog vom Parkplatz auf die Straße.
"Erklär mir zuerst, was wirklich passiert ist.", brach er die Stille. "Dann entscheide ich, wie groß das Maß deiner Standpauke sein wird."
Etwas verwundert, aber auch erfreut, darüber, die Chance zu bekommen, meine Version von all dem zu erzählen noch bevor Steve sich ein Urteil bildete sah ich ihn zunächst nur an. Nach einigen Momenten der Starre fing ich mich jedoch und begann leise zu erzählen, was grob passiert war. Die Details und alles, was meine Gefühle und Ansichten betraf sowie die Gesprächsthemen ließ ich aber aus; die gingen Steve nichts an. Beim Sprechen fiel mein Blick aus dem Fenster wo ich den Leuten dabei zu sah, wie sie langsam begannen, die New Yorker Innenstadt mit Weihnachtsschmuck zu verzieren. Für meine Begriffe waren die Menschen hier viel zu früh damit dran, denn in Nashville wurde das genau am ersten Dezember gemacht- wobei man vermutlich aber auch bedenken sollte, dass New York City etwa dreizehn Mal so groß wie meine Heimatstadt war. So gesehen war es wieder völlig verständlich, dass hier schon Mitte November damit begonnen wurde.
Als ich fertig war sah ich zu Steve und versuchte in seinem Gesichtsausdruck irgendeine Art von Emotion ablesen zu können, wobei ich jedoch kläglich scheiterte. Er schien zwar ruhig und irgendwie ausgeglichen, jedoch zuckten seine Augenbrauen gefährlich und das taten sie immer, wenn er wütend wurde.
"Weißt du was in den Zeitungen steht?", fragte er leise und krallte sich fester ans Lenkrad. "In den Zeitungen stehen allerhand Vermutungen darüber, ob du jetzt zu Harry zurückkehrst, mit Calvin Harris was anfängst, ob die beiden um dich konkurrieren und und und! "
"Davon stimmt aber nichts!", entgegnete ich und schlug auf meine Knie. "Nichts davon ist richtig und das weißt du. Medienberichte waren dir doch sonst auch egal, warum sind sie auf einmal so wichtig?"
"Weil du jetzt vermutlich am Höhepunkt deiner Karriere bist und ich gerne dafür sorgen würde, dass du dort bleibst.", zischte er und bog in eine Seitenstraße, wo er das Auto zum Stehen brachte, um sich zu mir drehen zu können. "Es ist schon schlimm genug, dass deine Beziehungen für gewöhnlich schneller enden als die Hälfte einer Schwangerschaft. Aber nein, das reicht ja nicht, du musst auch noch immer Männer wählen die in den Medien eh schon verschrien sind. Jetzt sind es sogar zwei auf einmal und wer ist natürlich wieder eingeschlossen? Harry Styles, der Mann von dem alle Welt weiß, dass er dich bereits betrogen hat!"
"Danke für deine Meinung zu meinem Leben.", murmelte ich und kniff die Augen zusammen. "Immerhin habe ich nicht die Frau eines anderen geschwängert, denk mal daran."
Völlig außer mir öffnete ich dann die Beifahrertür zu meiner Rechten und stieg aus. Egal wie weit der Weg zu meinem Apartment noch sein mochte, ich ging ihn lieber zu Fuß als auch nur eine Sekunde länger in diesem Auto zu sitzen. Was bildete Steve sich überhaupt ein?
"Ich bin aber im Gegensatz zu dir nicht berühmt.", rief er mir noch nach ehe ich um die Ecke bog und ohne Orientierung der Straße folgte. Was bildete Steve sich überhaupt ein, so über mein Privatleben zu urteilen? Ich hatte ja gewusst, dass er sauer sein würde und hätte auch verstanden, wenn es sich nur um die Sache zwischen Adam und Harry gehandelt hätte- worum ging es stattdessen? Harry, Harry, Harry. Es konnte doch nicht sein, dass Steve in jedem Problem und jedem Missgeschick Harry als einzigen Auslöser herauskristallisierte. Jeder machte Fehler, und wenn ich Harry verzeihen, beziehungsweise damit leben, konnte, wieso konnten es dann alle Anderen nicht? Ich verstand wirklich, dass nicht jeder die beste Meinung von ihm hatte, doch sie konnten doch wenigstens meine Ansichten respektieren; es war schließlich auch mein Leben. Auch wenn ich mich bewusst für die Freundschaft zu Harry entschieden hatte und somit auch bereit war, dafür zu kämpfen, war ich es schon wieder satt, ihn immer verteidigen zu müssen. Das hatte ich bereits tun müssen, bevor wir damals ein Paar geworden waren, während unserer Beziehung, nach der Trennung und selbst als wir es nur als Freunde versuchen wollten. Harry war kein schlechter Mensch, und das würde mir jeder bestätigen, der ihn näher kennen lernte; er war eben noch jung und naiv.
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all you had to do was stay
Fanfiction"Es war nie leicht, und auch, wenn es so schwer war, war es das immer wert." Nachdem Harry Taylor betrogen hat, geht für sie eine Welt unter. Sie vergräbt sich in Selbstmitleid und Einsamkeit, bis ihre Freunde sie schließlich dazu bringen, zurück in...
