Kapitel 14

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Entgegen meiner Erwartungen und Planungen weckte mich am nächsten Morgen nicht der laute Klang meines Weckers, sondern der schrille Ton meiner Klingel. Zunächst wollte ich nicht hingehen, da mir ein kurzer Blick auf mein Handy verraten hatte, dass es erst acht Uhr war und ich somit noch eine Stunde zu schlafen hatte. Als zu dem Sturmläuten auch noch geräuschvolles Klopfen kam hiefte ich mich jedoch trotzdem noch aus dem Bett und schlurfte, während ich eine Sweatjacke über das dünne Top und die kurze Hose zog, den Flur entlang. Je näher ich der Tür kam, desto verständlicher wurden auch die Rufe und die Stimme von der anderen Seite- das war Steve.
"Taylor Alison Swift, wenn du nicht sofort die Tür aufmachst lasse ich sie aufbrechen!", schrie er außer sich und schlug weiter auf meine Tür ein.
"Komm runter, ich bin ja schon da.", gähnte ich und öffnete die Tür. Sofort stürmte mein Manager auf direktem Wege in die Küche, wo er eine Zeitung oder sowas auf die Theke klatschte. Müde folgte ich ihm und kletterte auf einen der Barhocker um einen genaueren Blick auf das Mitbringsel des wütenden Mannes zu werfen. Noch bevor ich überhaupt verstanden hatte, was die Worte der Titelseite bedeuten sollten, begann Steve schon wieder herumzukeifen.
"Taylor Swift und Harry Styles- BACK TOGETHER?", hinterfragte er die Überschrift und zeigte temperamentvoll auf ein Bild. Es war ein Foto von mir und Harry; geschossen in dem Moment, in dem er mich davor bewahrt hatte, wieder in das brennende Gebäude zu rennen. Daneben war noch ein kleineres vom Moment danach, als er mich ansah und ich mit seinem Handy versuchte, die Anderen zu erreichen. Ich verstand partout nicht, wieso Steve auf einmal so einen Aufstand wegen eines Zeitungsberichts machte- normalerweise wusste er ja, dass die Hälfte von solche Artikeln gelogen war.
"Wieso machst du so eine Welle? Ist nur ein Bericht.", antwortete ich müde und klappte die Zeitung zu. Anscheinend riefen meine Worte nur noch größere Stresswellen bei ihm hervor, denn, wenn ich mich nicht täuschte, lief sein Gesicht langsam rot an.
"Nur ein Bericht? Nur ein Bericht?", wiederholte er mich und kam ein wenig näher um mir ins Gesicht sehen zu können. Aus der Nähe betrachtet wirkte er noch furchteinflössender als eh schon die ganze Zeit. "Dieser 'nur-ein-Bericht' Zeitungsartikel ist die Titelstory des New York Magazines. Das sagt dir doch was, oder? Eine der wichtigsten Klatschzeitschriften des Landes. Und sie ist nur eine von vielen die diese Bilder haben und veröffentlichen. Es ist schwer genug dich in den Medien positiv darzustellen, nach Allem was passiert ist, überspann den Bogen nicht. Wie soll ich das wieder ausbügeln?"
Genervt ließ ich meinen Kopf in den Nacken fallen und stand auf, ging um die Theke herum und schaltete meine Kaffeemaschine ein. Ich hatte für diesen Stress keinen Platz in meinem Kopf, und ich verstand noch immer nicht warum Steve seinen Blutdruck so dermaßen strapazieren musste.
"Keiner gibt was auf diese Art von Magazinen, Steve. Beruhig dich.", beschwichtigte ich ihn und stellte zwei randvolle Tassen auf die Theke zwischen uns. "Meine Fans wissen schon was sie glauben müssen und was nicht."
"Ich erkläre dir jetzt mal eins: Du bist ein Popstar, und das heißt, dass du von der Aufmerksamkeit der gesamten Öffentlichkeit lebst. Deine Fans sind schön und gut, aber sie sind auch nur beeinflussbare Menschen. Die Leute sind naiv und fressen Lügen mit Löffeln, Taylor. Von den Menschen, die deine Musik nur dann hören wenn sie in den Charts läuft ganz zu Schweigen.", erläuterte mein Gegenüber wieder normal laut, dafür aber extra langsam und mit Nachdruck. "Mir ist egal, ob das was da steht wahr oder falsch ist. Das ist nichts was mich im Geringsten etwas angeht. Was mich aber was angeht ist die Tatsache, dass dein Image durch ihn in den Keller rutscht. Es ist deine Karriere- ich versuche nur sie zu schützen, das ist nämlich mein Job. Dafür bezahlst du mich."
"Und deswegen darf ich meine Freunde nicht mehr sehen?", hakte ich nach und sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. Das konnte nicht sein Ernst sein.
"Wie gesagt, tu was du willst. Aber muss es denn genau er sein? Ich meine, und das sage ich als dein Freund, er hat dich damals betrogen. Er ist nicht gut für dich, in keiner Beziehung.", gab er zurück und nahm einen Schluck von seinem Kaffee. Ich hasste das- nun fing auch mein Manager an mich vor Harry zu warnen. Dachten denn alle ich hätte vergessen was passiert war? Hielten mich all in meinem Umfeld für so dumm? "In einer halben Stunde musst du im Tanzstudio sein.  Zieh dich um, ich nehme dich mit hin bevor du irgendwelche Dummheiten machst."
Am liebsten hätte ich ihm noch irgendetwas ins Gesicht gebrüllt und ihm irgendwie gezeigt wie enorm er mich gerade nervte, doch am Ende entschloss ich mich doch dazu einfach zu schweigen und mich ihm zu fügen. Hinterher hatte sowieso er die Hand oben und bestimmte über mich und mein Leben, da machte es keinen Sinn zu diskutieren. Zwanzig Minuten später saß ich bereits in Jogginghose und Top in Steves großem Auto und ließ mich zum Studio bringen. Auf dem Weg antwortete ich ein paar Leuten auf Nachrichten und meldetet mich außerdem bei Eleanor und Lou, um mich zu erkundigen wie es ihnen denn ginge und ob sie den vergangenen Abend gut überstanden hatten. Ohne ein Wort stieg ich schließlich, am Ziel angekommen, aus dem Wagen und machte mich auf ins Innere. Auf dem Weg zur Mitte des Trainingsraumes ließ ich meine Tasche irgendwo fallen und machte mich, obwohl ich noch alleine war, sofort an die Arbeit. Langsam wiederholte ich alle Schritte vom letzten Mal und versuchte mir schon weitere zu überlegen, um mich von Steves Gerede abzulenken. Da ich recht vertieft in meinen Anti-Aggressions-Kurs war bemerkte ich erst recht spät die anderen Tänzer, welche sich jedoch nur anschlossen und mir nachtanzten. Am Ende des diesmal vierstündigen Trainings hatten wir eine komplette Choreografie zu I Knew You Were Trouble und We Are Never Ever Getting Back Together, mit denen alle Anwesenden recht zufrienden waren. Statt meinem Manager, wie er vorhin verlangt hatte, anzurufen damit er mich abholen kam machte ich mich zu Fuß auf den Weg nach Hause und dachte mit Medicine von The 1975 im Ohr über alles, was in den vergangenen 48 Stunden geschehen war, nach. Trotz des Feuers und auch wenn ich mich nicht mehr an alles erinnern konnte, verband ich nur schönes mit der Party. Immerhin hatten Harry und ich keine Probleme gehabt alleine zu sein und miteinander normal umzugehen, was für mich ein eindeutiges Zeichen dafür war, dass es ungeachtet unserer gemeinsamen Geschichte sehr wohl noch funktionieren konnte. Zumindest konnten wir es als Freunde versuchen und bisher schafften wir das recht gut, fand ich. Andererseits war ich gestern extrem kurz davor gewesen ihn zu küssen. Auch wenn Alkohol sicher eine Rolle gespielt hatte hätte diese Umarmung nicht derartig viele und intensive Erinnerungen aufwühlen dürfen. Immerhin hatte ich, außer denen die auf Freundschaft abzielten, keine Gefühle für Harry, oder? Naja; genau genommen spürte ich noch immer diesen Schmerz und teilweise auch Hass ihm gegenüber den ich in mir getragen hatte, als die Trennung noch ganz frisch gewesen war. Ich hatte diesbezüglich aber die Hoffnung aufgegeben- ich war mir fast sicher, dass sich das nie legen würde. Meine Gefühle für ihn waren wie schlecht gemischter Vodka-O.: Zu stark und ungenießbar.
Was, wenn alle um mich herum recht hatten und mich die Freundschaft zu ihm noch mehr verletzte als das davor? Was, wenn er tatsächlich schlecht für meine Karriere war?
Von meinen Gedanken wieder völlig ausgelaugt kam ich schließlich bei meinem Apartment an, holte die Post und ging dann nach oben. Im gleichen Moment wie ich durch meine Eingangstür stolperte begann mein Handy zu klingeln. Durch die ganzen Briefe in meinen Händen gestaltete sich die Suche nach meinem Telefon recht schwierig und führte schließlich dazu, dass ich zwar den Anruf entgegen nehmen konnte, gleichzeitig aber meine gesamte Post auf dem Boden meines Flurs verteilte.
"Tay? Tay?", rief Selena mir entgegen. "Bist du dran?"
"Hey Sel.", antwortete ich mit einem warmen Lächeln, klemmte mein Handy zwischen Kinn und Schulter und begann die Rechnungen und Zeitschriften zusammenzusammeln.
"Hast du mich angelogen? Läuft da doch was mit Harry?", fragte sie direkt und aufgewühlt.
"Was? Nein!", gab ich verwirrt zurück, kam aber jedoch schnell darauf, wieso sie das annehmen konnte. "Du hast die ganzen Artikel auch gesehen oder?"
"Ja. Und ich will dir nur eins sagen: Halt dich von ihm fern. Du bist es nicht wert noch einmal auf ihn reinzufallen.", gab sie zurück. "Ich habe es dir schon so oft gesagt, und du hast es mir schon so oft erklärt, aber die Bilder sind ziemlich eindeutig. Ich habe nur Angst um dich."
"Gott Selena.", stöhnte ich und warf mein gesamtes Gepäck auf mein Bett. "Da ist nichts. Wir sind Freunde, mehr nicht. Wieso glaubst du mir das nicht?"
"Weil ich deinen Gesichtsausdruck auf den Fotos sehe.", erklärte sie leiser. "Und ihn wieder erkenne. Ich habe einfach Angst um dich."
"Mach dir keinen Kopf. Ich kann schon auf mich aufpassen.", murmelte ich. "Steve war heute hier. Fürs Erste werde ich den Kontakt wohl unterbrechen müssen. Ist vielleicht gar nicht schlecht."

In dem Moment in dem ich die  Worte aussprach glaubte ich sie. Es war vermutlich das Beste, zunächst nichts mehr mit Harry am Hut zu haben- um die Medienwellen zu beruhigen und um mir über das Chaos in mir selbst klar zu werden. Auch wenn ich mir bis heute Morgen noch vollkommen sicher und somit auch anderer Meinung war, was all das anging.

Die folgenden Tage gestalteten sich immer gleich: Aufstehen, Harrys Nachrichten ignorieren, Tanztraining, Essen, Gesangsstunde, Harrys Nachrichten ignorieren, Einkaufen, Harrys Nachrichten ignorieren, Schlafen. Mit jedem Tag wurde es schwerer den Kontaktabbruch einzuhalten, da ich in Gedanken meistens bei dem schönen Briten mit den braunen Locken und den grünen Augen war. Ich wusste nicht wieso ich ihn nicht aus den Kopf bekommen konnte, was dazu führte, dass ich mich immer mehr und mehr versuchte abzulenken. Jeden Tag kam noch irgendetwas dazu, so telefonierte ich öfters mit Ed oder Selena oder ging spät abends noch ins Fitnessstudio. Einiges an dieser Zeit erinnerte mich an die Trennung- der einzige Unterschied war, dass es mir im Gesamten besser ging und ich nicht den ganzen Tag traurig in einer Ecke saß. Man sollte meinen ich sollte mich an die ständige Präsenz Harrys in meinem Kopf gewöhnt haben- doch ich glaube, wenn es jemand einmal in die Gedanken eines Anderen schafft, ist er da schwer wieder wegzubekommen. So war es bei ihm und mir vermutlich.

Steve war zufrieden mit meinem karrierebewussten Verhalten Harry gegenüber. Er meinte immer, dass ich "erwachsen" und "pflichtbewusst" handelte und dass er sehr stolz auf mich war. Auch Selena zeigte sich glücklich darüber, ebenso wie, so schien es zumindest, der Rest der Welt. Ich versuchte mich mit diesen Tatsachen aufzuheitern, mich über das Glück der anderen zu freuen, doch das gelang mir nur in Maßen. Es fehlte mir jeden Morgen ein "Good Morning" und jeden Abend ein "Good Night" zu bekommen oder mit jemandem, der mich wirklich kannte, mein Leben zu teilen. Ich vermisste nicht nur das was er sonst getan hatte oder das, woran ich mich gewöhnt hatte, sondern ich vermisste ihn- meinen mittlerweile besten Freund.

Selbst im Flugzeug, zwei Wochen später, auf dem Weg nach Cannes dachte ich noch über all das nach. Bei den NRJ Music Awards diesen Jahres würde auch One Direction zu Gast sein, deshalb würde ich eine Konfrontation mit Harry vermutlich nicht vermeiden können- und wollte das auch gar nicht. Ich war zuversichtlich, dass es diesmal anders verlaufen würde als die anderen Male; immerhin war ich auf das Treffen vorbereitet und wusste, was ich sagen wollte. Nicht einmal Steve konnte sich beschweren, wenn ich mich mit den 1D- Jungs unterhalten würde, immerhin musste ich ja meine Prominentenfreundschafen pflegen.
Da Abby noch immer nicht arbeitete, war auch in diesem Fall Lou für mein Styling zuständig. Während wir uns über kommende Feiern und Partys unterhielten, glättete sie meine Haare und schminkte mich aufwendig. Schließlich überreichte sie mir noch ein beiges Cocktailkleid mit verschiedenen Bestickungen und dazu passende Accessoires ehe sie mich gehen ließ. Ich war genau auf diesen Abend vorbereitet, ich konnte das schaffen.

Mit einem breiten Lächeln lief ich über den roten Teppich vor der Arena und ließ mich von den vielen Reportern und Fotografen ablichten, beantwortete einige Fragen und gab einigen Fans Autogramme. In der Halle selbst begrüßte ich erst ein paar der Stars die ich mehr oder weniger gut kannte und machte mich dann auf die Suche nach Harry und seinen Freunden. Ich beschloss, zunächst in rechter Richtung um den äußeren Rang zu gehen und dann, als ich dort erfolglos blieb, im unteren Backstagebereich in linker Richtung zu suchen. Das Gute war tatsächlich, dass ich mich nicht verlaufen konnte, da die Halle oval geschnitten war. Als ich auch dort niemanden finden konnte, ging ich nach oben in den Festsaal und schaute mich dort um. Selbst darauf war ich vorbereitet gewesen, wenn ich ihn tatsächlich vor der Feier nicht sehen würde, wollte ich mich auf der Aftershowparty noch einmal nach ihm umsehen.
Dass er mir dann jedoch, völlig zufällig, an der Bar ins Blickfeld fiel und beherzt mit Cara Delebitch redete und lachte; darauf war ich nicht gefasst gewesen.

(A/N: So hier ist das angesagte Dienstagsupdate. Voten dauert eine Sekunde- tut mir den Gefallen. :-)

Da ich die nächsten Tage auf Klassenfahrt in Berlin sein werde und dann meine beste Freundin aus ihrem Auslandsjahr zurückkehrt, weiß ich noch nicht, wann ich wieder Zeit finden werde hier etwas hochzuladen. Aber so viel kann ich schon vorweg nehmen- in den nächsten Kapiteln wirds spannend. :-D

UND DANKE DANKE DANKE FÜR 1K READS DANKE IHR SEID DIE BESTEN <3

Bis bald meine Lieben, stay beautiful xx )


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