Tropf- Tropf- Tropf.
So ging das die ganze Zeit schon.
Tropf- Tropf- Tropf.
Diese Infusion machte mich noch irre; außer ihr gab es keine einzige Geräuschquelle in diesem Zimmer, und sie war penetrant.
"So, Mrs Swift. Wie es aussieht konnten wir problemlos alle Splitter aus ihrem Rücken und den Armen ziehen. Sie können froh sein, dass wir das ohne operativen Eingriff lösen konnten, auf diese Art und Weise dauert es nur halb so lange bis die Wunden abgeheilt sind. Narbenbildung ist leider nicht unausschließbar, darum kümmern wir uns aber wenn es soweit ist", nuschelte der noch recht junge Arzt hinter meiner Akte hervor und sah mich dann erwartungsvoll an. "Eine oder zwei Nächte müssen sie aber trotzdem hier bleiben, damit wir die Verletzungen im Auge behalten können."
Mir war ehrlich gesagt recht egal wo ich die Nacht blieb, hauptsache weit weg von meinem Apartment und irgendwo, wo ich meine Ruhe hatte, wo es still war und wo ich alleine sein konnte. Alles fühlte sich irgendwie taub und monoton an; vor allem aber unwirklich. So ließ ich mich ohne große Diskussionen von einem Krankenpfleger mit all den medizinischen Geräten, die wichtig für irgendwelche Messungen waren, verkabeln und versorgen. Auch er schien noch nicht sehr alt zu sein, vor allem, da er sich noch ziemlich ungeschickt anstellte. Recht viel bekam ich aber sowieso nicht mit, da er mir, bevor er ging, noch eine Dosis Schmerzmittel verabreichte und ich durch diese schon bald wieder in einen tiefen Schlaf glitt.
"Guten Morgen, Mrs Swift", begrüßte mich am nächsten Morgen bereits um acht Uhr eine große, schwarzhaarige Krankenschwester. In ihren Händen trug sie ein Tablett mit irgendwelchen Lebensmitteln und in ihrem Gesicht ein breites Grinsen. Nachdem sie mein Frühstück auf dem Tisch gegenüber dem Bett abgestellt hatte, zog sie die bodenlangen Gardinen auf und kontrollierte meine Infusion und Wunden. Während ich mich vorsichtig aufrichtete und mir durch die Haare fuhr murmelte ich ein leises "Morgen" zur Antwort. Ich hatte wirklich keine Lust mit irgendjemandem zu sprechen, schon gar nicht mit jemandem, den ich nicht kannte. Immernoch breit lächelnd und sehr vorsichtig half sie mir, aufzustehen und brachte mich zu meinem Stuhl, von welchem aus ich eine hervorragende Sicht auf einen kleinen Park hatte. Mir tat noch immer alles weh, vor allem die ganzen Schnitte überall an meinem Körper. Wieso musste ich auch meine Milchflaschen fallen lassen und genau in den Scherbenhaufen fallen? Und wer war dieser maskierte Typ gewesen? Wieso war er genau in meine Wohnung gekommen?
Als die Schwester endlich das Zimmer verlassen hatte, stand ich langsam auf und hiefte mich ins Badezimmer. Ich drehte den Wasserhahn auf die kälteste Stufe und ließ ihn eine kurze Weile laufen, ehe ich meine Hände darunter hielt und schließlich etwas davon in mein Gesicht spritzte. Bei einem Blick in den Spiegel fiel mir eine Schnittwunde an der Wange und eine leichte Blässe in meinem Gesicht auf. Ansonsten sah ich aber recht gesund aus, was mir den Tag zumindest ein wenig versüßte. Ich wollte nicht krank und angeschlagen aussehen oder sein, ich hasste das - keine Kontrolle über meinen Körper zu haben und mich eingeschränkt zu fühlen.
Während ich mich dann mehr oder weniger wieder meinem Frühstück widmete, bekam ich einen Anruf von Steve, den ich erst nach einigem Klingeln entgegen nahm.
"Wie geht es dir? Sind die Verletzungen sehr schlimm?", begann er freundlich das Telefonat. Seufzend lehnte ich mich auf meinem Stuhl zurück und ließ den Blick zur Fensterbank gleiten. Unten spielte ein Kind mit seinem Vater Fußball.
"Geht schon. Bis zur Großbritannienreise übermorgen werde ich wieder fit sein, mach dir keinen Kopf", antwortete ich möglichst ruhig und stocherte in meinem Obstsalat herum. "Kannst du mir einen Gefallen tun?"
"Was gibts?", erkundigte er sich offensichtlich nur mit halbem Ohr zuhörend. Nach einer Weile sahen die Dosenfrüchte noch ekeliger aus als sie es so schon taten, weswegen ich meine Gabel wieder weglegte.
"Kümmerst dich bitte darum, dass mein Schloss ausgewechselt wird?", bat ich ihn so nett es ging und rutschte ein wenig auf meinem Stuhl herum. Ich fühlte mich wirklich unwohl beim Gedanken daran, dass mein Apartment quasi offen für jeden stand.
"Alles schon in die Wege geleitet. Sag mir Bescheid sobald du weißt, wann du entlassen wirst. Ich hole dich ab", murmelte er abwesend in den Hörer und beendete so das Gespräch. Man musste ihm eins lassen, auch wenn er ein unnahbarer Mensch war; Steve war der beste Manager den man haben konnte.
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all you had to do was stay
Fanfiction"Es war nie leicht, und auch, wenn es so schwer war, war es das immer wert." Nachdem Harry Taylor betrogen hat, geht für sie eine Welt unter. Sie vergräbt sich in Selbstmitleid und Einsamkeit, bis ihre Freunde sie schließlich dazu bringen, zurück in...
