Gwendolyn: Meinen Eltern war deutlich anzumerken, dass ihnen die Idee mit diesem Besuch gar nicht gefällt. Aber auch sie haben schließlich verstanden, dass wir keine andere Wahl haben. Trotzdem haben sie mich noch mehr verunsichert und mir gefällt es immer weniger, dorthin zu gehen. Es hat mir allerdings sehr gut getan, sei davor wiederzusehen. Als Dad dann Gideon umarmt, erinnere ich mich an damals. Mein Freund war danach ganz schön geschockt, nachdem die beiden sich wieder gelöst haben und dieser Gedanke bringt mich zum grinsen. Er nickt meinem Vater zu und sieht mich dann belustigt an: "Was gibt es denn da zu grinsen?" "Ihr zwei habt euch schonmal so umarmt und Dad hat dir da auch was eingeflüstert. Damals warst du dann aber ziemlich überrumpelt und hast mir erst später davon erzählt. Da haben wir erfahren, dass ich schwanger war", antworte ich und kann mein Grinsen einfach nicht abstellen. Meinen Eltern geht es nicht anders, dann verabschieden wir uns nochmal und schon sind wir verschwunden. "Wirst du mir dieses Mal erzählen, was mein Vater dir eingeflüstert hat?", frage ich ihn. "Er meinte, dass wir auf uns aufpassen und nicht zu lange da bleiben sollten", sagt er mir, aber es scheint nicht die ganze Wahrheit zu sein. So wie es aussieht, wird er sie mir auch nicht erzählen und so hat es keinen Sinn weiter nachzufragen. Wir haben uns mit meinen Eltern im Hyde Park getroffen, wo wir nun von Leslie und Raphael erwartet werden. Sie umarmen uns zur Begrüßung und wir machen uns auf den Weg zur Loge. Ich habe ein ungutes Gefühl, eigentlich würde ich am liebsten Umdrehen, aber das geht nicht und so reise ich mich zusammen. Gideon setzt sich nach vorne zu seinem Bruder, nachdem er mir in das Auto geholfen hat und ich selbst sitze auf der Rückbank bei meiner besten Freundin. Diese mustert mich besorgt und frägt: "Wie geht es dir?" Ich sehe sie nachdenklich an und antworte ihr ehrlich: "Ich weiß es nicht. Mir ist nicht wohl bei diesem Besuch und doch will ich unbedingt dorthin, damit Gideon seine Erinnerungen zurück bekommt." Sie sieht mich verständnisvoll an und meint: "Es wird schon alles gut gehen." Ich nicke ihr dankend zu und die restliche Fahrt verläuft schweigend, bis wir schließlich ankommen. Während die anderen meinen Rollstuhl holen, betrachte ich das große Gebäude und erst jetzt wird mir bewusst, dass es sehr viele Treppen dort drinnen gibt. Ich setze mich in mein Gefährt, wir verabschieden uns von dem Paar und Gideon wendet sich an mich: "Bereit?" "Bereit, wenn du es bist", antworte ich lächelnd und bin ihm dankbar, dass er das gefragt hat. In mir baut sich Mut und Hoffnung auf, vielleicht wird es ja doch gar nicht so schlimm. Das versuche ich mir zumindest zuzureden. Dann betreten wir das Gebäude und mir kommen sofort die ganzen Erinnerungen wieder. Als ich die Kabine von der Empfangsdame sehe, wie ich das erste Mal hier war, wie sie mir meine Kredit überreicht hat und ich nichts verstanden habe.
Gideon: Ich merke, dass Gwenny immer noch nicht Wohl bei diesem Besuch ist und doch, wie sie sich entspannt, als ich frage: "Bereit?" "Bereit, wenn du es bist", grinst sie und ich scheine ihr damit etwas Mut gegeben zu haben. Anscheinend erinnert sie es auch an unsere vergangene gemeinsame Zeit. Dann betreten wir das Gebäude und ich sehe mich aufmerksam um. Ich erinnere mich an die unzähligen Male, wo ich hier Charlotte begrüßt habe oder Falk mich hier empfangen hat. Bei einem Blick auf die Treppe blitzt erneut bei mir ein Film auf, wo Gwenny vor mir die Treppe hinauf rennt. Nach einiger Zeit habe ich sie dann eingeholt und sie stellt mich zur Rede. Sie ist ziemlich aufgebracht und schlägt gegen meine Schulter. Dadurch fällt ihr nun das Blut an meinen Händen auf und ihre Wut verwandelt sich gleich in Sorge. Ich muss sie unbedingt fragen, von wem das Blut ist. Diese Angst verschwindet allerdings sofort wieder, nachdem ich gesagt habe: "Das ist nicht mein Blut, ich bin da in etwas reingeraten. Was ist denn los?" "Ist es wahr?", frägt sie mich. Ich spüre, dass diese Situation auch mir damals weh getan hat und trotzdem habe ich ihr die Wahrheit gesagt, ich kann sie einfach nicht anlügen. Nachdem ich geantwortet habe, bedankt sie sich für meine Ehrlichkeit, wir springen zurück und sie verschwindet sofort aus der Loge. Ich blinzle und der Film ist verschwunden. Etwas benommen sehe ich zu meiner Freundin, die sich anscheinend an das selbe Szenario denkt. Ich möchte gerade etwas sagen, als erneut ein Film aufblitzt: Ich halte Gwen auf, die sich gerade in Rache redet, von wegen ich erpresse sie wegen etwas. Es geht um den Chronographen, aber ich möchte mit ihr reden. Mir fällt es sichtlich schwer und ich sage ihr meine wahren Gefühle. Dann rutschen mir negative Sachen raus und Gwenny unterbricht mich: "Was nettes? Darin hast du tatsächlich keine Übung." Da muss ich ihr recht geben, ich sammle mich nochmal neu und gestehe ihr meine Gefühle. Sie fasst das alles zuerst als Ironie auf, doch sie glaubt mir und ich küsse sie. "Du kannst jetzt wieder atmen. Ein und Aus" "Hör auf damit, es ist ja unerträglich wie eingebildet du bist.", neckt sie mich. "Es tut mir leid, aber es ist einfach so ein berauschendes Gefühl, wenn du wegen mir vergisst zu atmen", entschuldige ich mich schmunzelnd. Das hat sie also letztens gemeint. Wieder verschwindet der Film und ich muss das Gesehene erstmal verarbeiten. Wir haben wirklich viel durchgemacht und es hat noch kein Ende. Wir gehen gemeinsam die Treppe hinauf, auch wenn es sich als etwas schwierig gestaltet und hängen beide unseren eigenen Gedanken hinterher. Nachdem wir oben angekommen sind, lege ich aufmunternd meine Hand auf ihre Schulter und sie sieht lächelnd aufmunternd an. "Wo möchtest du als nächstes hin?" In den Drachensaal?", möchte ich von ihr wissen. "Nein, ich würde gerne in das Krankenzimmer von Dr. White gehen. Dort hast du mich hingebracht, als du mich nach dem Sturz aus der Himmelskuppel gefunden hast", erklärt sie mir.
Gwendolyn: Auch bei mir kommen lauter Erinnerungen wieder, wenn ich die Orte sehe und es ist nicht gerade einfach für mich. Aber ich mache weiter, ich möchte bei Gideon sein und sehen, ob seine Erinnerungen zurückkehren. Außerdem möchte ich ihm beistehen, wenn er sich an alles von der Loge wieder erinnert und das ist nicht gerade wenig. Ich hoffe, dass er es gut aufnimmt und danach immer noch mit mir zusammen sein möchte. Der Rollstuhl behindert mich und wir sind immer noch in Gefahr, dass heißt, dass er mehr auf mich achten und mir öfter helfen muss. Ich möchte für ihn keine Bürde sein und könnte nicht damit leben, wenn er wegen mir sein Leben nicht auskosten kann. Als er mich dann frägt, wo es als nächstes hingeht, bitte ich ihn: "Nein, ich würde gerne in das Behandlungszimmer von Dr. White gehen. Dort hast du mich hingebracht, als du mich nach dem Sturz aus der Himmelskuppel gefunden hast." Er sieht mich erstaunt an, nickt aber und schiebt mich in besagte Richtung. Dort angekommen, sehe auch ich das Szenario bildlich vor mir, als ich aufgewacht und Gideon fast geküsst hätte, wenn George nicht gerade gekommen wäre. Wie ich die beiden gefragt habe, ob ich dem Grafen eine überbraten werde und er mir Mut zugesprochen hat. Er war wirklich der einzige, dem ich hier vertraut habe, neben meinem Freund natürlich. Als ich Gideon ansehe, sehe ich das er an das gleiche denkt und doch an etwas anderes. Seine Gesichtszüge verhärten sich und ich frage mich, was passiert ist während ich in gewisser Weise "Tot" war. Darüber haben wir nie geredet und ich frage mich wieso eigentlich? Besorgt sehe ich ihn an, dann blinzelt er und ist wieder bei mir. "Alles okay?", frage ich ihn. Er nickt nur und ich wage zu fragen: "Woran hast du dich erinnert?" Wieder sieht er mich nur an und sagt: "Ich habe mich daran erinnert, wie Dr. White und Falk dich aufgegeben und haben nur wegen meinem Ehrgeiz dich widerwillig behandelt. Außerdem meinte Falk, dass das Konsequenzen geben wird und dann haben die beiden mich alleine gelassen. Danach bist du endlich wieder aufgewacht und wir hätten uns fast geküsst, bis wir von George unterbrochen worden sind." Damit war irgendwie zu rechnen und trotzdem versetzt es mir einen Stich, wenn ich daran denke, dass mein Leben diesen Leuten schon von Anfang an egal war. Zum Glück hat sich Gideon so für mich eingesetzt, sonst wäre ich wahrscheinlich unter der Erde wieder aufgewacht und qualvoll erstickt. Ob sie mich überhaupt auf einem richtigen Friedhof begraben hätten? Immerhin wäre ich an einer Erfrierung gestorben und in dieser Zeit war es Mitte Sommer, da hätten bestimmt viele Fragen gestellt. Bevor ich noch weiter überlegen kann, werde ich mit einem Geräusch aus meinen Gedanken gerissen. Geschockt schaue ich zu der Tür und frage Gideon leise: "Was war das?" Er hat sich sichtlich angespannt und schleicht Vorsichtig zu der Tür. Schnell fahre ich ihm hinterher, doch er schiebt mich nur hinter sich und spitzelt aus der Türöffnung.
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Rosenquarzrosa
FanfictionWird überarbeitet Das ist meine eigene Fortsetzung von der Edelsteintrilogie, so wie ich es mir nach den Filmen vorstelle. Die Figuren sind also größtenteils von Kerstin Gier aus den Büchern und Filmen. Ich hoffe sie gefällt euch und ihr könnt mir j...
