Ich saß bereits auf einem Stein am Übungsplatz der Zweitklässler, als eine Nachricht ankam. Sie war von Max. Thea und er waren gerade vor dem Chemieraum und anscheinend hatte sie ihr Notizbuch wieder. Irgendwer hatte es bei Fräulein Schneider abgegeben.
Doch noch während ich ihm zurückschrieb, kam auch schon Frau Schwab. „Heute ist die letzte Stunde vor der Überprüfung", kündigte sie an. „Wie ihr schon wisst, besteht sie aus zwei Teilen, einmal in Gruppen und einmal alleine. Für diese Stunde könnt ihr entscheiden, welchen Teil ihr gerne nochmal üben wollt. Diejenigen, die die Gruppenarbeit machen möchten, kommen bitte zu dem Baum da drüben, alle übrigen können schon anfangen."
Kurz wägte ich die Möglichkeiten ab. Simultaneität war nicht gerade eine meiner großen Stärken. Das hatte sich spätestens in den letzten Stunden mit Kathi herausgestellt. Doch fürs Training alleine hatte ich bis Donnerstag noch genügend Möglichkeiten, für die Gruppenarbeit würde es wahrscheinlich keine Gelegenheit geben. Also ging ich zu dem Baum.
Ich war bei Weitem nicht die Einzige, die sich dafür entschieden hatte. Insgesamt waren wir zu acht, nur fünf waren auf der anderen Seite der Wiese. Nachdem Frau Schwab die Gruppen eingeteilt hatte, sagte sie noch, wir könnten uns nach der Stunde die Aufteilung für die Prüfung ansehen.
Obwohl ich wirklich gespannt war, mit wem ich zusammenarbeiten musste, versuchte ich, mich zusammenzureißen. Das war auch bitter nötig. Extrastunden hin oder her, die Mitglieder meines Kurses waren immer noch viel besser als ich. Es war nicht so, als hätte ich keine Fortschritte gemacht – es war nur unglaublich schwer, mitzuhalten. Wenn nicht sogar unmöglich.
Trotzdem biss ich mich irgendwie durch. Gegen Ende schaffte ich es sogar, einen Stein eines Gruppenmitglieds abzufangen, ohne direkt meine eigenen Aufgaben zu unterbrechen. Und das Glück hielt an. In meiner Prüfungsgruppe waren nur Mitschüler, die mir bisher ganz in Ordnung vorgekommen waren.
Als ich jedoch die Wiese verließ, bemerkte ich, wie einer meiner Partner, Konrad, sich lautstark bei Sarah, einem Mädchen aus seiner Freundesgruppe, beschwerte. Er machte sich nicht einmal die Mühe, diskret zu sein.
„...in die Gruppe stecken? Sie kann nichts, ist komplett unerfahren und kennt noch nicht einmal die Grundlagen dieser Welt!"
„Aber Tom hättest du akzeptiert, oder was?", entgegnete sie scharf.
„Der hat immerhin halbwegs Ahnung."
„Bitte rutsch nicht in die Art von Menschen ab, ja? Sie kann nichts dafür, Punkt. Deine schlechte Laune brauchst du nicht an anderen auszulassen."
Vor allem nicht, wenn sie direkt hinter dir laufen, schoss es mir durch den Kopf. Doch sie bemerkten es beide nicht.
„Das ist berechtigte schlechte Laune", machte er einfach weiter. „Und sie ist nicht so unschuldig, wie du sie darstellst."
„Ach ja? Und was hätte sie deiner Meinung nach anders machen sollen?"
„Im ersten Kurs bleiben, zum Beispiel. Das hier ist eine Katastrophe."
„Jetzt übertreib's mal nicht. Was hätte ich dann tun sollen? Im ersten Kurs sitzen bleiben?"
„Du bist was anderes."
„Ach ja?"
„Du übernimmst dich nicht. Und bist immerhin nicht jemand, der den gesamten Gruppendurchschnitt runterziehen wird."
„Niemand zieht den Schnitt runter. Es ist wie in einer mündlichen Prüfung, schon vergessen? Das Einzige, was sie tun kann, ist dich mit Inkompetenz besser darstehen zu lassen."
Ich musste mich wirklich beherrschen, um ihnen nicht an den Hals zu springen. Hauptsächlich Konrad, um fair zu sein. Sarah schien ja wenigstens noch genug nachzudenken, um seine Argumente mit wenigen Worten zu entkräften.
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Der Ruf der Erde
FantasyNie im Leben wäre Annalena auf die Idee gekommen, dass Magie tatsächlich existiert. Doch dann klopft genau diese zusammen mit einem Brief einer gewissen Grimm Akademie der Elemente an die Tür. Und als wäre das nicht schon unerwartet genug, findet si...
