Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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Für den unwahrscheinlichen Fall, sie würde den Harem jemals verlassen können, auch wenn sie es eigentlich nicht wollte. Andererseits brachte sie das wieder auf den Gedanken, als Kaden sie gefragt hatte, was für einen Typ Mann sie denn bevorzugte. Etwas, worüber sie sich nie Gedanken gemacht hatte. Doch es schien auch nie relevant gewesen zu sein ... zumindest bis jetzt. Sie wusste die Antwort noch immer nicht. Was für einen Typ Mann bevorzugte sie? Wie musste ihr Traummann sein? Sie wusste nur eins, was sie wollte. Ihr Mann musste ihr genug Freiraum geben, damit sie sich entfalten konnte und nicht gefangen fühlte. Aber das war keine wirkliche Voraussetzung, oder? Vermutlich fiel es ihr nur ein, weil sie diesen Freiraum hier nicht hatte. Doch sollte der Highlord sie wirklich mit auf die Reise durch seine verschiedenen Reiche nehmen ... sie würde mehr sehen, als sie je gesehen hatte. Vielleicht würde sie sogar in das Reich zurückkehren, in dem ihre Eltern sie aufgezogen hatten. Ihre Heimat ...
Ein wenig Sehnsucht und Heimweh packte sie, doch Lilitha wusste, dass von diesem Reich nicht mehr sonderlich viel übrig war. Es war dem Krieg komplett zum Opfer gefallen. Ein trauriger Ausdruck huschte über ihr Gesicht, als sie an die Schreie und Schrecken denken musste.
»Alles in Ordnung?«, fragte Kaden plötzlich vorsichtig und riss Lilitha aus ihren Gedanken.
Ohne es zu merken, hatte sie ihre Finger in seinen Rücken gebohrt. Aus Angst vor den schrecklichen Momenten, die sie verfolgten. Sie wusste nicht einmal, wann genau sie seine Umarmung erwidert hatte. »Ich ... denke schon«, murmelte sie mit leicht belegter Stimme und fragte sich, warum diese Erinnerungen jetzt wieder ans Tageslicht kamen. Sie hatte sie bisher doch so gut verdrängen können. Lilitha löste ganz langsam die Umarmung. Vielleicht war es besser, wenn sie sich etwas ablenkte und den Mantelkauf fortsetzte.
Während sie den Mantel wieder auszog, um den nächsten zu probieren, spürte sie Kadens skeptischen Blick auf sich. »Bist du sicher?«, fragte er erneut und hob ungläubig eine Braue.
Lilitha versuchte sich an einem Lächeln, das irgendwie schief aussah. Noch immer lagen ihr die Erinnerungen schwer im Magen, denn einige wenige Dinge hatten sich in ihr Gedächtnis eingebrannt. Darunter ein Feuer, das ihr Zuhause verschlang. »Ja. Nur Erinnerungen«, erklärte sie und klang kläglicher, als sie es gewollt hatte. Aber sie wollte nicht weiter daran denken. Lieber wollte sie sich darauf konzentrieren, dass sie gerade mit dem Highlord in der Stadt einkaufen war.
Bevor er weiter auf das Thema eingehen konnte, schüttelte sie den nächsten Mantel aus, bevor sie ihn sich schwungvoll umwarf. Der Highlord rollte kurz die Augen auf ihr Ausweichmanöver, doch er sprach das Thema zum Glück nicht wieder an. Stattdessen musterte er sie und deutete ihr wieder, dass sie sich drehen sollte, was sie auch schwungvoll tat. »Der steht dir besser«, meinte er. Es war der weiße Mantel, den sie nur schwer auf der Straße tragen konnte, aber er war sehr kleidsam.
Lilitha lächelte leicht, ehe sie den nächsten Mantel nahm und anprobierte.
»Wir sollten sie alle nehmen«, beharrte Kaden, als sie nach der kurzen Anprobe das Abteil wieder verließen.