Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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Die Tage vergingen und der Winter war inzwischen von Dannen gezogen, sodass der Frühling langsam Einzug hielt. Obwohl die ersten Sonnenstrahlen die Erde erwärmten und das Land dazu brachten, wieder zu erblühen, schafften sie es doch nicht, Lilitha herauszulocken.
Schluchzend vergrub sie das Gesicht in Kadens Kissen und nahm seinen Geruch in sich auf, während sie versuchte, ihren zitternden Atem zu beruhigen. Die letzten Tage glichen einer peinigenden Hölle. Sie wurde von allen ausgegrenzt, Chiana spielte noch immer ihre Psychospielchen und als würde das nicht reichen, war Kaden noch immer nicht zurückgekehrt. Ganze vier Wochen waren seit seiner Abreise vergangen und mit jedem Tag fühlte es sich so an, als würde er ihr immer wieder aufs Neue entrissen werden.
Wie sollte sie es nur noch länger ohne ihn aushalten? Es ging ihr nicht einmal so sehr darum, dass er sie vor diesem Schlangennest schützte. Nein, sie wollte einfach nur seine Wärme und Nähe spüren. Mehr wollte sie doch gar nicht!
Warum konnte er nicht endlich zurückkehren, damit sie sich wieder in seine Arme werfen konnte?
Warum konnte ...
Ein Klopfen an der Tür ließ sie aufschrecken und sie blickte alarmiert vom Bett zur Tür, während sämtliche Farbe aus ihrem Gesicht wich. Kaden würde nicht klopfen, er war es also definitiv nicht. Aber wer dann?
»Ja bitte?«, rief Lilitha mit überraschend rauer Stimme und räusperte sich schnell. Beinahe wäre sie enttäuscht wieder auf die Matratze gesunken, als sie merkte, dass die Mutter des Highlords eintrat und nicht er selbst. Doch sie konnte sich zum Glück noch rechtzeitig dazu ermahnen, sich zu erheben.
Kadens Mutter kam auf sie zu und musterte sie mit einem nachdenklichen und mitleidigen Blick. »Armes, Kleines«, sagte sie und Lilitha fragte sich wieder, wann sie dazu übergegangen war, sie Kleines zu nennen. »War es heute wieder so schlimm?«, fragte sie und ließ sich neben Lilitha aufs Bett nieder. Sie kannte die Spielchen des Harems, immerhin war sie selbst einmal eine von ihnen gewesen.
»Ich vermisse ihn«, war alles, was Lilitha hervorbrachte und erneut kamen ihr die Tränen.
Bekümmert zog die Dame die Augenbrauen zusammen und legte ihr einen Arm um die Schultern, um Lilitha in den Arm zu nehmen. Sie wirkte einfach nur so zerbrechlich, wie ein kleines Kind, was sie irgendwo auch noch war und schien die Welt nicht mehr zu verstehen. Sie war so unschuldig, dass Kadens Mutter Angst hatte, diese Zeit allein in diesem Schlangennest würde sie zerstören. Das wollte sie nicht, denn sie verstand, warum ihr Sohn ausgerechnet diese Frau erwählt hatte. Sie besaß eine entwaffnende Ehrlichkeit und das selbst den höchsten Rängen gegenüber, dass es nicht nur erfrischend, sondern auch reinigend war, mit ihr zusammen zu sein. »Ich weiß, Kleines. Ich auch, aber er wird bald wiederkommen«, flüsterte sie mit sanfter Stimme und legte ihre Wange auf Lilithas rotes Haar.
»Ich habe Angst, dass er wiederkommt und mich nicht mehr sehen will«, gestand sie ihre Ängste, die ihr schon die letzten Tage keine Ruhe mehr ließen. Es waren nicht unbedingt die Dinge, welche die anderen Haremsfrauen sagten, sondern auch die Tatsache, dass Lilitha die Angst an sich heranließ, dass es vielleicht doch wahr sein könnte.