Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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Lilitha blieb stehen und trat einen Schritt zurück, als sie bemerkte, dass sich einige der Haremsfrauen vor Kadens Gemächern versammelt hatten. Mit unter ihnen Chiana, deren rotes Halsband auf der perlweißen Haut, beinahe schon leuchtete. Sie schien aufgebracht zu sein und als sie Lilitha entdeckte, verhärtete sich ihre Mimik zunehmend.
Was war hier los? Sonst waren hier nie irgendwelche Haremsfrauen anzutreffen. Immerhin war es ihnen untersagt, diesen Trakt ohne Erlaubnis zu betreten. Nur wenn der Highlord nach ihnen verlangte, durften sie hierherkommen. Doch da er nicht einmal im Land war, konnte das schwerlich der Fall sein. Oder war er bereits zurückgekehrt? Doch da Kadens Mutter gesagt hatte, er wäre wohl erst jetzt angekommen, konnte das kaum möglich sein. Was also machten diese ganzen Frauen hier?
Die Wachen blieben starr stehen und gingen ihren Aufgaben nach. Niemand durfte eintreten. Den Dienstmädchen war es gestattet ein paar Mal die Woche im Zimmer für Ordnung zu sorgen und Lilitha durfte, wie Kaden es ihr erlaubt hatte, immer ein- und ausgehen, wie es ihr beliebte.
Lilitha bekam ein wirklich ungutes Gefühl. Vielleicht hatte sie jemand dabei gesehen? Womöglich glaubten sie jetzt, dass der Highlord wieder zurück war.
Wenn dem so war, wollte sie lieber nicht wissen, wie die Frauen reagieren würden, sollten sie erfahren, dass Lilitha mehr Privilegien genießen durfte, als andere. Am liebsten hätte sie sich leise und unentdeckt aus dem Staub gemacht, doch Chiana hatte sie bereits gesehen und sie ins Visier genommen. Mit schnellen, beinahe aggressiven Schritten kam sie auf Lilitha zu. »Sag ihm: Ich möchte mit ihm sprechen«, erklärte sie in demselben gebieterischen Tonfall, den Lilitha noch von ihrer Zeit als Kammerzofe kannte. Dieser Ton erlaubte keine Widerworte und erst recht kein Ungehorsam.
Lilitha bemerkte aus dem Augenwinkel, wie einer der Eunuchen, die sonst stumm in den Gängen standen und für Ordnung im Harem sorgten, seine Position änderte. So, dass er eingreifen konnte, falls es zu Problemen kam. Eunuchen hatten ihre Befehle und sie kannten das System der Halsbänder. So war es auch ihre Pflicht, die Favoritin zu verteidigen, falls andere Frauen ihr gegenüber ausfallend wurden. Taten sie es, weil Chiana einmal die Favoritin gewesen war, oder würden sie Lilitha unterstützen?
»Der Lord ist nicht anwesend, das wisst Ihr doch«, erklärte sie und versuchte dabei nicht zu kleinlaut zu klingen und sich nicht von Chiana einschüchtern zu lassen. Doch diese war größer als sie und wirkte wesentlich gebieterischer. Sie hatte eine Aura an sich, die Lilitha am liebsten auf die Knie zwingen würde. Sie verstand es, sich auf dem Stand der Favoritin zu befinden. Ganz anders als Lilitha, die nun einmal nicht sonderlich dominant war. Eine Tatsache, die zu ihrem Charakter gehörte. Doch Chiana verstand sich darauf, ihre Macht zu nutzen und sich zu behaupten.
Die Hexe schnaubte hörbar und es war deutliche Verachtung in dieser Geste zu spüren.
Lilitha konnte ihr ansehen, dass sie Luft holte, um noch etwas zu sagen, blickte dann jedoch unauffällig zu den Eunuchen um sie herum und schluckte die Antwort runter. Dafür bekam Lilitha dennoch einen eindringlichen und düsteren Blick von ihr, ehe die Schwarzhaarige sich abwandte und von Dannen schritt.