Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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Im Gegensatz zu den anderen Haremsfrauen, die sich für diesen Anlass herausputzen würden, schmiss Lilitha ihre Dienstmädchen hinaus und entschied sich für eine simple Blume im Haar und das blaue Kleid, das Kaden ihr geschenkt hatte.
Ihre Haare ließ sie offen. So, wie Kaden es gern mochte. Sie wollte ihm an seinem letzten Tag besonders gefallen, damit er wusste, wieso er überhaupt zurückkommen sollte. Und das würde er auch. Ganz egal, was ihr Unterbewusstsein ihr einreden wollte. Er würde zurückkommen!
Als Lilitha den Raum wieder verließ, hielt sie eine kleine Schatulle vorsichtig in den Händen.
Die anderen Frauen, denen sie begegnete, waren herausgeputzt und warfen ihr skeptische Blicke zu. Einige dieser Blicke glichen den reichen Frauen, die sie früher auf der Straße immer angesehen hatten. Eine schreckliche Erinnerung, an die sie nicht denken wollte.
Sie schluckte leise und schritt erhobenen Hauptes auf den großen Saal zu, wo auch schon der Haremstanz stattgefunden hatte.
Bevor sie ihn allerdings erreichte, wurden ihre Schritte langsamer und sie spürte die aufkommende Unruhe. Sie würde Chiana und Laura sicher über den Weg laufen und solange Kaden nicht da war, würde er sie nicht beschützen können. Und die ganze Zeit würde sie auch nicht allein bleiben wollen.
Hinter ihr stießen einige der Frauen gegen sie, die wohl nicht bemerkt hatten, dass sie dort stand. Lilitha senkte den Blick und schloss kurz die Augen, um sich zu sammeln.
Die erste, richtige Konfrontation nach der Sache mit dem Aphrodisiakum. Wollte sie das wirklich ... jetzt? Nein, aber ihr blieb keine andere Wahl. Also atmete sie ein, drückte ihren Rücken durch und stolzierte in den Saal, als wäre es ein Tag wie jeder andere.
Mehrere Blicke wandten sich zu ihr um und die Frauen begannen zu tuscheln, doch Lilitha widerstand dem Drang ihre Blicke zu erwidern und trat vor. Im Saal angekommen setzte sie sich stillschweigend in eine Sitzecke und musste unwillkürlich an die letzte Woche denken, in der sie und Kaden die meiste Zeit in einer solchen verbracht hatten. Zwischen Gärtnerarbeiten und Kadens Terminen, war viel Zeit für sie beide übrig gewesen. Zeit, die sich Kaden eindeutig für sie genommen hatte.
Lilitha schloss kurz die Augen, um in Erinnerungen zu schwelgen, doch da hörte sie Schritte, die auf sie zukamen. Innerlich verdrehte die Rothaarige die Augen und reagierte auch nicht. Vielleicht zog der Besuch wieder ab, wenn sie ihn ignorierte.
»Du bist ja immer noch hier. Ich hatte schon Angst, dass du heimlich enthauptet wurdest«, lachte Lauras Stimme und sie ließ sich neben ihr auf die Polster fallen.
Lilitha knurrte innerlich und wäre am liebsten einfach aufgestanden, um sich woanders hinzusetzen. Aber sie musste die nächsten Wochen, vielleicht Monate, mit diesen Frauen auskommen. Also konnte sie gleich jetzt anfangen.
Lilitha öffnete die Augen und blickte Laura an. »Wie kommst du darauf, dass ich hingerichtet werden würde?«, fragte sie leise.
Laura lachte belustigt und lehnte sich zurück. Ihre Haut, ein Traum aus flüssiger Schokolade, schimmerte golden im Licht Kronleuchter. »Ich weiß nicht. Du warst die letzte Zeit nirgendwo zu finden«, erklärte diese schulterzuckend und sah sich im Raum um.