Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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Bevor sie die Räume des Hamam betrat, atmete sie tief durch. Sie hätte vielleicht doch mit Chiana gehen sollen. So allein fühlte sie sich nicht sonderlich wohl.
Aber vielleicht konnte eine entspannende Massage sie etwas beruhigen. Immerhin gab es genug Dienstmädchen, die ihr nun zur Verfügung standen. Auch wenn sie sich erst noch an diesen Gedanken gewöhnen musste. Es fühlte sich noch immer eigenartig an.
Lilitha kam die dampfende Wärme des Hamam entgegen, was sie wohlig seufzen ließ. Sie nahm ihren Mantel ab und legte ihn zur Seite, bevor sie sich eines der Handtücher umwickelte. Mit leisen, tapsenden Schritten ging sie die marmorierten Gänge entlang und hörte bereits das Widerhallen der Stimmen, was sie nervös innehalten ließ.
»Würdest du dich vielleicht nicht geben wie eine Dunkelelfe persönlich, würde er dich vielleicht auch nicht als das sehen, was du nun mal bist«, lachte eine Stimme, gefolgt von dem Plätschern des Wassers. Das fing ja schon großartig an. Sie wollte da nicht rein! Warum war sie noch einmal hier?
Weil dort gerade Hochbetrieb zu sein schien, entschied sie sich dazu, einen der anderen Gänge zu nehmen.
Diese feuchte, neblige Gegend war schon fast ein Labyrinth mit haufenweise Räumen und Zimmern. In manchen konnte man liegen und entspannen, in anderen in riesigen Becken im Boden baden und in anderen sich massieren lassen. Vielleicht hatte Lilitha Glück und einer der Räume war gerade leer.
Vorsichtig, um nicht auszurutschen, durchforstete sie die unterschiedlichen Flure, bis sie doch einen Gang entdeckte, der leer war. Einer der Räume, die simpel aufgebaut waren. Mit einigen Bänken, heißen Steinen und einem kleinen, offenen Brunnen. Vermutlich eine Sauna.
Erleichtert über die Ruhe, ließ sich Lilitha nieder und überlegte, was sie tun sollte.
Womöglich sollte sie einfach dem Highlord weiß machen, sie wäre doch nicht so unschuldig, wie er dachte. Es war das Einzige, was sie von den anderen unterschied. Doch vermutlich würde er es ihr sowieso nicht glauben. Und dann würde er sich nehmen, was sie ihm nicht geben wollte. Damit hätte sie ihr Ziel auch nicht erreicht.
Es war zum Verrücktwerden. Was sollte sie nur tun? Wahrscheinlich war es wirklich am einfachsten, wenn sie Kadens Lust für Chiana wieder entfachte. So, dass er nicht mehr auf sie achtete. Möglicherweise bot sich ihr dann eine Möglichkeit zur Flucht, sobald sie uninteressant genug war. Statt sich beim Haremstanz so ins Zeug zu legen, hätte sie gleich gehen sollen. Nur hatte sie damals nicht gewusst, was der Highlord vorhatte. Zu dem Zeitpunkt hatte sie noch immer gehofft.
Und jetzt hatte sie seine volle Aufmerksamkeit.
Die Vorstellung, dass der Highlord wieder Gefühle für Chiana entwickelte, fühlte sich jedoch seltsam an. Allein der Gedanke daran, dass er sie nicht mehr beachtete, ließ Lilitha schwer schlucken, während sich ein Knoten in ihrem Magen bildete. Nein, es war besser so. Sie durfte nicht so denken.