Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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Es vergingen Tage, in denen Lilitha fast wahnsinnig wurde. Wie der Highlord befohlen hatte, durfte sie das Zimmer nicht verlassen. Zwei Wachen vor ihrer Tür sorgten dafür, dass sie nicht raus konnte.
Und auch, dass niemand zu ihr hineinkam.
Laura hatte es mehrmals versucht, und auch Chiana hatte es probiert. Lilitha hatte sie gehört.
Lediglich eine Dienerin durfte ihr Essen in den kleinen Vorraum stellen. Doch dies geschah meist in der Nacht, wenn sie schlief. Zumindest glaubte sie das. Wie sonst sollte das Essen plötzlich auftauchen?
Und dann waren da diese Träume, die sie immer regelmäßiger hatte. Harmlose Träume, die aber doch eine gewisse Botschaft hatten.
Sie träumte ab und an vom Highlord. Wie er einfach nur neben ihr lag und sie streichelte oder auch küsste. Dieselben Berührungen, wie auch schon bei ihm im Zimmer oder im Feld.
Sie hatte ihn seit Tagen nicht gesehen und dennoch verfolgten sie diese Erinnerungen und ließen sie nicht in Ruhe.
So viel dazu, nicht abhängig zu werden. Sie war sich fast sicher, dass sie sich unterbewusst schon an ihn gebunden hatte, und würde nicht diese verdammte Hierarchie zwischen ihnen stehen, gefolgt von einem ganzen Harem eifersüchtiger Frauen, hätte sie sich dieser Vorstellung nur allzu gern hingegeben ... sich ihm hingegeben. Doch leider war das nur Wunschdenken.
Lilitha vergrub den Kopf wieder in der Decke und hatte Mühe, die Tränen zu unterdrücken, als sie hörte, wie eine Tür aufging und jemand den Raum betrat.
Ein wenig verwirrt, weil es der erste Besuch seit Tagen war, hob sie verschlafen den Kopf und blickte auf die Tür zu ihrem Schlafzimmer. Es waren nicht die Schritte des Highlords. Dazu waren sie zu vorsichtig.
Als sie dann jedoch das schwarze Haar und die weiblichen Rundungen erkannte, setzte sie sich schnell, fast schon aus Reflex, auf und blickte Chiana entgegen.
Das rote Halsband stach bei ihrer hellen Haut und den dunklen Haaren geradezu heraus. Auch wenn es ungewohnt war, sie so zu sehen, so war sich Lilitha doch nicht sicher, ob sich überhaupt etwas verändert hatte.
»Habe ich Euch gestört?«, fragte sie und blieb abwartend im Türrahmen stehen.
Diese Höflichkeit irritierte Lilitha ungemein und sie hatte Mühe, nicht aufzuspringen und sich hinzuknien, wie sie es vor einigen Wochen noch getan hätte. »Nein«, erwiderte Lilitha kopfschüttelnd. »Es ist nur schwierig, herauszufinden, wie spät es eigentlich ist, wenn man kaum etwas hat, um sich zu orientieren«, sagte sie und deutete auf die Sitzecke in ihrem Wohnzimmer. »Setzt Euch doch.«
Chiana nickte kurz angebunden und folgte Lilithas Deutung auf das Sofa, um sich niederzulassen.
»Das ist wohl wahr«, stimmte sie ihr leise zu und lehnte sich zurück in die Polster. »Ich habe mir Sorgen um Euch gemacht. Die letzten Wochen sind diese Wachen keinen Zentimeter von Eurer Tür gewichen«, erklärte sie und faltete die Hände in ihrem Schoß.