Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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Geduldig saß die Rothaarige vor der Tür und wartete nur darauf, dass Chiana reinkam und sie doch noch zu sich rief.
Als Lilitha sie am Morgen ausnahmsweise pünktlich wecken wollte, hatte die Hexe sie wieder weggeschickt und gemeint, sie wäre für heute von ihren Pflichten befreit.
Der gestrige Rückschlag hatte ihr wohl doch mehr zugesetzt, als gedacht, denn sie war nicht einmal aus dem Bett aufgestanden, um es Lilitha ins Gesicht zu sagen. Nein, sie hatte sie nicht einmal angesehen. Sie musste wirklich am Boden zerstört sein.
Auch wenn Lilitha nicht ganz sagen konnte wieso, tat es ihr nur umso mehr leid, dass der Highlord ihr anscheinend den Schal geschenkt hatte.
Wieder schielte die Vampirin zur Seite, zu dem edel bemalten Stoff, so wie sie es schon viele Male zuvor an diesem Morgen getan hatte.
Was hatte das zu bedeuten?
War es wirklich nur eine kleine Geste, weil er ihr sonst nichts geholt hatte? Er hatte sie schließlich mehrmals gefragt, doch Lilitha hatte abgelehnt. Oder war das seine Art, ihr für den Tag zu danken? Obwohl sie doch nur ihren Pflichten nachgegangen war? Und was sollte sie damit tun? Als Dienstmädchen konnte sie nicht einfach tragen, wonach ihr der Sinn stand. Sie hatte sich an das zu halten, was ihre Herrin wollte. Außerdem würde sie den Schal dann vielleicht kaputt machen.
Dennoch setzte sie sich auf das Bett, nahm den Schal in die Hand und schmiegte ihre Wange an den wunderbar schönen, kalten Stoff. Sie liebte dieses Gefühl.
Auch wenn ihr der Geruch Unbehagen bereitete. Ihre feine Nase, vernahm den Geruch des Highlords, der ihn vermutlich, wie auch den Armreif, unter seinem Mantel verstaut hatte.
Sie schluckte, legte sich aber dennoch den Stoff über die Arme, um sich darin einzuwickeln.
Er war wirklich wunderschön und von Hand gefertigt worden. Ein Muster aus Schmetterlingen, das ihrer Mutter sicherlich auch gefallen hätte.
Ein plötzliches, lautes Klopfen ließ Lilitha zusammenzucken und aufschrecken.
Hektisch legte sie den Schal ab und versteckte ihn unter ihrem Kopfkissen.
Dann wurde auch schon die Tür aufgerissen. Dass überhaupt geklopft wurde, war sehr freundlich.
Hektisch drehte sich Lilitha um, doch anstatt in die Augen von Chiana, blickte sie in die Augen eines Dienstmädchens.
»Der Highlord wünscht dich zu sehen«, sagte sie und klang ein wenig außer Atem. Sie musste hierher gerannt sein.
Lilitha blinzelte. »Was? Wieso?«, fragte sie skeptisch, ehe sie sich bereits daran machte, dem Dienstmädchen zu folgen.
Wenn der Highlord jemanden sehen wollte, dann gab es kein Privileg für Fragen. Egal für wen.
Lilitha durchzuckte kurz ein Gefühl von Panik. Was, wenn er doch beschlossen hatte, sie wäre nicht vertrauenswürdig, sein Geheimnis für sich zu behalten? Würde sie überhaupt in ihr Zimmer zurückkehren? Oder würde er sie köpfen lassen? Die Rothaarige begann von dieser Vorstellung leicht zu zittern, als sie auch schon vor seiner Tür zum Stehen kam.