Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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»Ich verstehe«, murmelte Lilitha leise. Sie hielt ihren Apfel weiterhin in der Hand und traute sich nicht, ihr Tuch abzunehmen. Denn anders als ihren Gebieter würde man sie hier sicherlich wiedererkennen. Immerhin hatte sie das letzte Jahr hier verbracht. Auf der Suche nach Nahrung und Unterschlupf. Wie eine streunende Katze, weshalb sie auch den Spitznamen Kätzchen von den Banden der Stadt erhielt. Ihr Orientierungssinn war nicht sonderlich gut, daher war sie sich nicht ganz sicher, in welchem Stadtteil und welchem Revier sie sich gerade befanden. Dennoch reichte das Wissen, dass Lilitha in eine andauernde Anspannung fiel.
»Du bist nicht gezwungen, etwas von mir anzunehmen«, sagte er nun und sorgte so dafür, dass Lilitha sein Gesicht zu ihm drehte. Seine braunen Augen musterten bedenklich den Apfel in ihrer Hand als er erneut in seinen eigenen biss.
»Das ist es nicht«, versicherte sie leise, ehe sie schnell das Tuch zur Seite zog, in den Apfel biss und es sich wieder vors Gesicht zog. Ihr Blick war dabei auf ihre Umgebung gerichtet, denn sie ahnte, dass sie aufgrund der Äpfel, die als Statussymbol galten, bereits im Visier der Straßenbanden lagen. Schon damals hatte Lilitha erfahren müssen, dass diese nicht davor zurückschreckten, junge und hübsche Frauen an Sklavenhändler zu verkaufen. Selbst, wenn diese Frauen aus ihrer eigenen Mitte stammten.
»Du wirkst sehr angespannt«, stellte er fest und richtete seinen Blick wieder auf den Weg, als er wieder langsamer wurde und an einem Stand zum Stehen kam, der Schmuck verkaufte. Prüfend nahm er einige der Armreifen in die Hand, um sie zu mustern, schien aber immer noch auf eine Erklärung seitens Lilitha zu warten.
»Hier gibt es viele Straßenkinder«, sagte Lilitha, als würde das alles erklären, während ihr Blick weiter über die Umgebung glitt. Im Moment konnte sie drei sehen, die sich in den Straßen versteckten und auf ihre Gelegenheit warteten. Allerdings hatten sie nicht den Highlord und sie im Blick. »Sie sind dafür bekannt, junge Frauen als Sklaven zu verkaufen«, fügte sie an und nahm einen weiteren Bissen ihres Apfels, den sie sichtlich genoss.
»Du bist hier aufgewachsen?«, fragte der Highlord überrascht und ließ seinen Blick ruckartig zu ihr gleiten. Wieder musterte er sie eindringlich, als würde er sie gar nicht mit dieser Gegend in Verbindung bringen können. Zögernd wandte er seinen Blick wieder von ihr ab und legte einen silbernen Armreif aus seiner Hand, um einen anderen zu begutachten. Er war zwar nur vergoldet, dennoch waren die Verzierungen schmeichelhaft, aber nicht zu verspielt.
Die Stücke, die hier ausgestellt waren, waren nicht von so hoher Qualität und doch mussten die Wachen, die hier vorbeikamen, immer wieder ein Auge auf den Stand werfen. Sie positionierten sich sogar oft sehr nah, um ihn beobachten zu können, als würden sie ihn als Lockvogel für die Räuber und Diebe einsetzen.
»Ein paar Jahre. Nach dem Tod meiner Eltern kam ich in ein Waisenhaus, aber im Dorf war ich nicht erwünscht«, erklärte sie, während ihr Blick sich scheinbar ins Nichts richtete. Noch immer konnte sie vor ihrem inneren Auge sehen, wie die Leute sie anstarrten und verfluchten. »Ich hatte solche Angst, dass ich irgendwann aus dem Dorf geflohen und hier in der Stadt gelandet bin. Danach habe ich versucht irgendwie über die Runden zu kommen und habe mich diversen Kinderbanden angeschlossen. Bei der letzten hatte ich nicht so viel Glück. Sie waren der Ansicht, ich wäre zu schön und entschieden sich dazu, mich an die Sklavenhändler zu verkaufen«, erzählte sie weiter, wobei ihre Stimme immer leiser und tonloser wurde. Der Verrat saß tief und sorgte dafür, dass ihr Herz noch immer schmerzte. Obwohl sie wusste, dass auf der Straße jeder für sich selbst kämpfte und versuchte zu überleben, hatte sie trotzdem auf ihren Freund vertraut.