Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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Staunend saß Lilitha einfach nur regungslos da, während sie ihren Blick über das kleine Wunder der Natur schweifen ließ.
»Gefällt es dir?«, fragte er leise, als er sich im nächsten Moment vom Pferd gleiten ließ und Lilitha eine helfende Hand entgegenstreckte.
Die Rothaarige war jedoch nach wie vor von dem Anblick so hypnotisiert, dass sie gar nicht so recht wusste, ob das überhaupt real war. »Ich wusste nicht, dass hier so schöne Orte existieren«, sagte sie staunend, als wäre das Antwort genug.
Der Anblick fesselte sie so sehr, dass sie die Hand des Highlords noch nicht einmal bemerkte und auch nicht absichtlich abschlug. Sie war zu sehr damit beschäftigt, ihre Umgebung in sich aufzunehmen. Es war einfach wunderbar, wie gut die Blumen noch immer dufteten. Dazu kamen die kleinen Tierchen, die gerade in dieser Jahreszeit aktiv wurden und noch die letzten Tage nutzten, um sich ebenfalls an der Pracht der Blumen zu erfreuen. Sie waren ein Wunder der Natur, an dem sich Lilitha immer wieder erfreuen konnte.
Ihre Geräusche, vermischt mit dem Wind, der durch die Sträucher wehte, bildeten eine Melodie, die zum Träumen einlud.
»Wir können auch reingehen. Du darfst dir ein paar Blumen oder Samen mitnehmen, wenn du möchtest«, bot er ihr an und legte die Hand nun auf ihren Oberschenkel, in der Hoffnung, sie würde ihn bemerken.
Tatsächlich zuckte sie ein wenig zusammen und blickte dann verwundert zu ihm nach unten.
Da er bereits vom Pferd gestiegen war, war er kleiner als sie.
»Rein?«, fragte sie, weil sie nicht ganz wusste, was er meinte. Und was meinte er mit Blumen und Samen mitnehmen?
Erwartungsvoll hob er die Brauen und deutete mit einem Nicken zu den Blumen.
»Rein ins Feld. Ich dachte, dir macht sowas Spaß, mit Pflanzen und dergleichen«, erklärte er und wirkte tatsächlich ein wenig unsicher, als er den Blick abwandte und stattdessen zurück zur Stadt blickte.
Lilitha sah unsicher zu ihm hinab. »Ja, aber habt Ihr nicht etwas zu erledigen?«, fragte sie skeptisch, ehe sie sich in einer eleganten Bewegung vom Pferd gleiten ließ und schließlich sanft neben ihm zum Stehen kam. Natürlich wollte sie die Blumen genießen und das Feld erkunden, aber sie konnte ihn nicht von seinen Pflichten abhalten. Das gehörte sich nicht.
»Das kann warten«, versicherte er ihr und ging langsam auf das Feld zu, welches plötzlich im Stehen viel höher aussah als auf dem Pferd.
Die wilden Sträucher und Blumen reichten Lilitha teilweise schon bis zur Brust.
Langsam folgte Lilitha dem Blonden und hätte sich fast schon wieder eingebildet, er wäre bloß ein gewöhnlicher Vampir, der mit ihr Blumen pflücken wollte.
Doch er war der Highlord. Außerdem war es schon reichlich merkwürdig, einen Vampir in einem Blumenfeld zu sehen. Die meisten Vampire entsprachen dem Klischee und waren alles andere als naturverbunden.