Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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Lilitha trug dafür extra ein Kleid und ihre Haare waren zu einer Hochsteckfrisur gebunden. Auf Schmuck hatte sie dennoch verzichtet. Nur das Armband behielt sie bei. Sie wollte immerhin wissen, wie es Kaden ging.
Beinahe aus der Gewohnheit heraus, wollte sie ihre Haare offen lassen, da Kaden das immer am meisten gefallen hatte, doch umso mehr hatte ihr Herz geschmerzt, als ihr wieder einfiel, dass sie ja nicht mit ihm zu Abend essen würde.
Wann hatte sie sich so sehr an ihn gewöhnt? Sie konnte sich gar nicht vorstellen, so lange von ihm entfernt sein zu müssen! Und mit jedem Tag mehr konnte sie Chiana verstehen. Die Schwarzhaarige tat ihr unglaublich leid. Wie musste sie sich wohl gefühlt haben, als Kaden sie hinausgeschmissen hatte?
Schnell schüttelte sie den Kopf und betrat den Speiseraum, in dem sie sich mit Kadens Mutter treffen würde.
Das Essen war bereits angerichtet und auf einem großen Tisch verteilt. Doch nur zwei Plätze am Kopfende waren gedeckt.
Sie schluckte nervös, als ihr bewusst wurde, dass sie mit der Mutter allein sein würde. Natürlich hätte sie sich das schon denken können, nur hatte sie sich keine Gedanken darüber gemacht. Mit leicht zittrigen Armen griff sie nach ihrem Armband, nur um Kaden irgendwie näher zu sein und bewegte sich langsam auf das schlicht gedeckte Kopfende zu.
Sie nahm an, dass die Mutter am Kopfende sitzen würde und so ließ sie sich auf einen Stuhl nieder, der seitlich des Kopfendes stand und versuchte ihre Nervosität zu verstecken, während sie wartete.
Als die ältere Dame ebenfalls den Raum betrat, erhob sich Lilitha, weil sie es als höflich erachtete. Auch wenn sie es wahrscheinlich nicht musste. »Guten Abend, Mylady«, grüßte sie mit einer leichten Verbeugung, die ihrem Gegenüber Respekt zollte. Immerhin war sie die stärkste Frau in dieser Dynastie und dazu auch noch Kadens Mutter.
Diese nickte Lilitha anerkennend zu und ließ sich dann am Kopfende nieder, um es sich gemütlich zu machen. »Ich hoffe, ich habe Eure Pläne nicht allzu sehr durcheinander gebracht. Doch ich halte dieses Gespräch für wichtig«, erklärte die Frau und legte sich die Serviette auf den Schoß.
Lilitha ließ sich nun auch wieder nieder und schüttelte leicht den Kopf. »Nein, das habt Ihr nicht. Im Gegenteil. Es hilft mir, mich vom Warten abzulenken«, erklärte Lilitha aufrichtig und ihre Finger begannen mit der Serviette zu spielen, ehe sie diese ebenfalls auf ihren Schoß legte. Es war lange her, seitdem sie so zivilisiert gespeist hatte. Mit Kaden saß sie meist in einer der Sitzecken, oder manchmal sogar auf den weichen Fellen am Boden. Doch nur selten richtig am Tisch.
Und wieder hatten sich ihre Gedanken zu ihm verirrt. Sie versuchte sich zu fassen, indem sie kurz die Augen schloss und tief durchatmete. Doch sie vermisste diese Abende trotz allem. Das simple Essen auf den Fellen, wo er sie gefüttert hatte. Sie miteinander gekuschelt hatten und sie sich so sicher gefühlt hatte.
»Man gewöhnt sich daran«, nickte die Frau ein wenig traurig, aber dennoch ergeben. »Doch irgendwie auch nicht«, fügte sie nun mit einem leisen Lachen hinzu und musterte Lilitha neugierig.