Haremstanz-Trilogie Band I
Im Zentrum der Natur geboren und von Gold ummantelt.
Verwaist. Verkauft. Versklavt.
Gezwungen der Krone zu dienen, die ihr alles genommen hat. Allen voran ihr Herz.
Die junge Vampirin Lilitha, hat keine Zukunft. Das wir...
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Er trat in seine Gemächer und Lilitha schloss stumm die Türen hinter sich. Der Highlord begann wie selbstverständlich sich zu entkleiden und legte seinen Mantel auf einen Hocker nahe dem Sofa und streckte sich ausgiebig.
»Hast du auch was zur Entspannung bei deinen Ölen?«, fragte er und trat sich unachtsam die Schuhe von den Füßen.
Über diese Frage verwundert, musste Lilitha erst einmal nachdenken. »Ich kann etwas mischen«, sagte sie vorsichtig. Niemand hatte es bisher gut gefunden, wenn sie Öle, oder andere Dinge mischte. Immerhin sollte sie dies lieber denjenigen überlassen, die Ahnung davon hatten.
Der Highlord nickte nur beiläufig, als er sich auch schon das Hemd über den Kopf zog und sich auf das Bett rollte. Auch wenn der Anblick nicht neu war, so war es dennoch ungewohnt. Lilitha schluckte, bevor sie sich zwang, den Blick abzuwenden und eilte schnell in das Bad, um einige Öle zusammenzusuchen, die eine beruhigende und entspannende Wirkung hatten.
Sie kam mit einer kleinen Schüssel zurück, in der sich die neue, wohlriechende Mischung befand. Dann trat sie auf die Pflanzen zu, die sich vor dem Fenster des Schlafzimmers befanden. Es gab viele davon in den Räumen des Highlords, um welche sich die Dienstmädchen kümmerten. Generell gab es viele Pflanzen in dem Palastteil, der zum Harem gehörte. Lilitha pflückte zwei kleine Blätter einer dieser Pflanzen und zerrieb sie zwischen ihren Händen, ehe sie diese Masse zu den Ölen hinzufügte.
Kaum war das geschehen, trat sie auf den Highlord zu, der sie aus müden Augen beobachtet hatte. Schüchtern stieg sie auf das Bett und kniete sich vorsichtig auf seine Oberschenkel, ehe sie begann das Öl tröpfchenweise auf seinen Rücken zu verteilen.
»Was für Wirkungen haben deine Öle noch?«, fragte er murmelnd und schien anscheinend bereits in Lilithas Berührungen vertieft zu sein. Nachdem ihre Hände das Öl eingerieben hatten, legte sie beide Hände quer nebeneinander, um den Großteil des Rückens stromaufwärts zu massieren.
»Ich kann Öle und Salben für alle möglichen Beschwerden herstellen«, erklärte Lilitha leise und widmete sich einigen sehr verspannten Stellen besonders intensiv. »Meine Mutter war eine Kräuterfrau. Oder wie man in unserer Familie sagte: Von der Natur gesegnet. Sie hat mir viel beigebracht und ...« Abrupt hielt sie inne und schwieg. War es in Ordnung, ihm etwas über ihre Gabe zu verraten? Ihre Mutter hatte sie dazu gedrängt, diese geheim zu halten. Aber sie hatte bereits zu viel preisgegeben. Was sollte sie ihm denn sonst sagen? Nein. Ihre Mutter muss Gründe gehabt haben, dass sie sich vor anderen verstecken sollte. Und ihre Mutter war eine kluge Frau gewesen.
»Und?«, wiederholte er fragend, als Lilitha nur schweigend und bewegungslos auf ihm saß. Als wäre die Zeit um sie herum eingefroren, starrte sie nur auf ihre Hände und den nackten Rücken vor sich.
Lilitha schluckte. Was sollte sie denn nun sagen? »Und die Ausbilderin hat mir gezeigt, wie ich zu massieren habe«, erklärte sie leise. Das stimmte, auch wenn Lilitha nicht so massierte, wie sie sollte, weil das die Wirkung der meisten Öle zunichtemachen konnte. Ihre Mutter hatte sie gelehrt, dass es für jedes Öl und für jede Wirkung, die sie erzielen wollte, eine eigene Art der Massage gab. Hier im Palast kannte man jedoch scheinbar nur eine einzige. Und die sah hauptsächlich so aus, dass man das Öl wahllos einmassierte, nur halt in einer bestimmten Reihenfolge. Von den Schultern abwärts. Was die Leute nicht zu wissen schienen, war aber, dass man mit dem Blutfluss gehen musste. Somit brachte man den Kreislauf in Schwung. Von den Füßen zu den Oberschenkeln. Vom Steißbein zum Nacken. Und von den Schultern zu den Fingern. Somit verfolgte man die komplette Blutbahn und erzielte eine Wirkung, die sowohl entspannend als auch einschläfernd sein konnte. Je nachdem, wie man das Öl einmassierte und auch welches Öl man verwendete.