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John

Der Schuss traf mich in den Oberarm und ich ging zu Boden. Arthur und Evelynn waren sofort bei mir. Evelynn weinte. Ich hob meinen unverletzten Arm und wischte ihre Tränen weg. „Schon gut. Es war ein Versehen und es ist nicht schlimm. Ich überlebe das. Ich bin dir nicht böse." Arthur war bereits dabei, nach der Kugel in meinem Arm zu fischen. Es tat verflucht weh. Ich gab einen Schmerzensschrei von mir, als er sie herauszog. „Charlie!", brüllte Arthur. Charlie streckte seinen Kopf aus dem Stall und als er das Blut sah, was in Strömen meinen Arm herunterlief, rannte er zu uns, schnappte sich im Vorbeirennen eine Flasche Whiskey und war einen Moment später bei uns. Arthur riss ihm die Flasche aus der Hand und leerte sie über das Loch in meinem Arm. Es brannte wie das Höllenfeuer. „Danke.", meinte Arthur außer Atem zu Charlie. Als nächstes drückte er mir mein Hemd auf die Stelle, in der vorher das Geschoss gesteckt hatte. „Danke, Arthur." „Immer gern, Bruder." Arthur wandte sich ab und nahm ein paar tiefe Atemzüge. „Es... es tut mir so leid, John." Evelynn liefen immer noch die Tränen in Strömen die zarten Wangen hinunter. „Es ist doch schon vergessen. Dafür schuldest du mir einen Drink." Ich lächelte sie schiefer an als beabsichtigt, aufgrund der furchtbaren Schmerzen.

Er versuchte, seinen Schmerz vor mir zu verbergen, indem er unglaublich schief lächelte. Er war tapferer als gedacht. „Ich schulde dir den Rest meines Lebens Drinks." Arthur kam zu uns zurück und sagte in einem unmissverständlichen Ton zu mir: „Das darf nie wieder passieren, hörst du? Du hättest ihn umbringen können." „Vielleicht sollte ich kein Schießeisen mehr anfassen." „Aber wie willst du dich denn sonst selbst schützen, wenn wir nicht da sind?" „Ich bin doch Teil der Familie oder? Sollte dies nicht Schutz genug sein?" „Nicht mit diesen Wichsern da draußen." „Ich überlege mir etwas." „Okay. Wie wäre es mit einem Messer?" „Wenn dann ein Schwert." „Wir sind doch nicht im Mittelalter, kleine Kriegerin.", meinte Arthur lachend. „Da hast du wohl oder übel recht..." Ich seufzte. Und da fiel mir ein, dass ich das Polly und Tommy erklären musste. Jetzt wollte ich schon wieder weinen. Tommy würde mich vermutlich umbringen wollen. Nachdem John sich soweit erholt hatte, dass er wieder laufen konnte, nahmen Arthur und ich die Plätze zu seiner rechten und linken ein und stützten ihn. So gingen wir mit ein bis zwei Pausen nach Hause.

Tommy

Polly und Ich saßen gerade zusammen in der Küche und überlegten, wie wir Grace vor Kimber retten konnten, als die Haustür aufging und Arthur, Evelynn und John das Haus betraten. John sah furchtbar aus. „Was ist passiert?", fragte Polly fassungslos. „Er braucht nur ein bisschen Ruhe. Tommy, hilf mir ihn nach oben zu bringen." Ich war bereits aufgesprungen und rannte zu ihnen. Evelynn weinte. „Polly. Beruhige sie.", wies ich meine Tante an. Ich hasste es, dass ich nicht für sie da sein konnte. Aber John brauchte mich gerade dringender. Ich nahm Evelynns Platz an Johns linker Seite ein und brachte ihn mit Arthur nach oben. Im Augenwinkel nahm ich wahr, dass Evelynn bereits in Pollys Armen lag und hemmungsloser weinte, als zuvor. Wer war dafür verantwortlich? Hatte sie etwa jemand bedroht? Ich würde ihn umbringen. Wir waren endlich oben angekommen und hatten John in sein Bett gelegt. Ihm fielen die Augen in der Sekunde zu, als sein Kopf das Kissen berührte. „Arthur. Sag mir was passiert ist? Wer hat das getan? Warum ist Evelynn so aufgelöst? Hat sie jemand bedroht? Hat sie jemand angefasst?" Allein der Gedanke, dass ich nicht da gewesen war, um sie zu beschützen, ließ mein Herz aussetzen. „Beruhige dich. Es war vollkommen anders. Sie weint, weil sie es war, die John die Kugel in den Arm gejagt hat." Mir wurde schwindelig. „Sie hat was? Bitte sag mir, dass das ein Versehen war." „Natürlich. Das hätte sie doch niemals absichtlich getan." Ich fasste endlich wieder einen klaren Gedanken. Er hatte recht. Ich setzte mich zu John aufs Bett und Arthur verließ den Raum, um kurz darauf mit einer Schüssel voll Wasser und drei Handtüchern zurückzukehren. Wir machten John sauber, so gut wir konnten und danach banden wir das noch trockene Handtuch fest um seinen Arm. Die Blutung war bereits weniger geworden.

Me and the devilWo Geschichten leben. Entdecke jetzt