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„Tommy...", flüsterte ich. Der Gedanke, dass er sich gegen Klaus stellen und sterben könnte, schnürte mir beinahe die Luft ab. „Ich meine es ernst, Katherine. Wer oder was auch immer es ist, ich finde einen verdammten Weg. Und wenn es das letzte ist, was ich tue.", sagte er sanft, seine Stimme fest. „Nein. Um Himmels Willen, das kann und werde ich nicht zulassen. Ich habe Feinde, die weit mächtiger sind als du dir vorstellen kannst. Und jeder einzelne von ihnen hätte das allergrößte Vergnügen daran, dir das Herz rauszureißen und mich dabei zusehen zu lassen, nur um mir wehzutun." „Das ist mir egal, Katherine. Es ist meine verdammte Aufgabe dich zu beschützen. Vampire hin oder her." „Du kannst es aber nicht mit ihnen aufnehmen, Tommy. Bitte, du musst dich da raushalten.", sagte ich sanft aber mit Nachdruck während ich sanft seine Wange berührte. Tommy lehnte sein Gesicht ein wenig mehr hinein, schloss seine Augen und seufzte. „Ich weiß nicht, ob ich mich daran halten kann, Katherine." „Du musst, okay, Tommy? Bitte..." „Okay. Aber wenn du in Gefahr bist dann sag es mir, um Gottes Willen." Das ließ mich schlucken. Ich war seit Jahrhunderten in Gefahr... Wie um alles in der Welt sollte ich ihm das erklären?

Tommy

Als ich das sagte, senkte Katherine ihren Blick und schien besorgt zu sein. Ich zog meine Augenbrauen zusammen und wartete darauf, dass sie mir eine Antwort gab oder zumindest in irgendeiner Weise auf das reagierte, was ich gerade gesagt hatte. Doch sie sagte nichts und hielt ihren Blick gesenkt. „Wir sollten uns um Mister Changretta kümmern.", war alles was sie sagte. Ich schnaubte frustriert, hob aber den leblosen Körper meines Feindes anstandslos wieder hoch. Irgendetwas sagte mir, dass es keine kluge Entscheidung wäre, Katherine dazu zu drängen mir zu erklären wovor sie sich fürchtete.

Irgendwann waren wir an einem leerstehenden Lagerhaus angekommen und trugen Mister Changretta hinein. "Ab hier komme ich allein klar. Du musst gehen, Tommy. Wenn er als frisch gebackener Vampir zurückkommt und dein Blut riecht, wird er dich angreifen. Und frisch verwandelte Vampire sind unglaublich stark.", sagte ich zu Tommy, meine Stimme nüchtern und ein wenig distanzierter als er es von mir gewohnt war. Ich wollte allein sein um nachzudenken. Und dafür musste ich ihn loswerden. "Aber er hat sicher keine Chance gegen dich.", sagte Tommy und lächelte verschmitzt. "Trotzdem sollten wir nicht riskieren, dass er wie ein tollwütiger Hund über dich herfällt bei der ersten Gelegenheit die sich ihm bietet.", antwortete ich. "Okay. Ich verstehe schon. Du möchtest mich loswerden, ist es das?", fragte Tommy, seine Stimme ein bisschen weniger liebevoll als sonst, wenn er mit mir sprach. "Ich muss nachdenken, Tommy.", gab ich zu. "Okay. Ich werde draußen warten. Ein Wort von dir und ich bin bei dir.", antwortete Tommy, seine Stimme wieder wärmer. "Danke...", sagte ich, ein wenig unsicherer als sonst, was selten vorkam. "Hey, sieh mich an.", sagte Tommy sanft und ich hörte, wie er näher kam. Ich hob meinen Kopf und unsere Blicke trafen sich. Und für einen Moment stand die Welt still, wie bei unserer ersten Begegnung. Er hob mein Kinn sanft mit seinem Zeigefinger an, als er vor mir stehen blieb. "Gott... Du bist so schön, dass es wehtut, Katherine.", flüsterte er und küsste mich sanft auf die Stirn. Ich lächelte daraufhin. Und als Tommy mein Lächeln sah, lächelte er ebenfalls unwillkürlich. "Ich liebe dich. Mehr als vielleicht gut für mich ist.", sagte er. "Und ich liebe dich. Mehr als gut für mich ist." Auf diese Antwort reagierte er mit zusammengezogenen Augenbrauen und einem etwas besorgtem Blick. "Katherine..." "Schon gut. Ich...", meine Stimme verlor sich und ich seufzte. Warum musste es zwischen uns nur so kompliziert sein?

Me and the devilWo Geschichten leben. Entdecke jetzt