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Tommy

Ich musste mich jetzt wirklich zusammenreißen. Ich konnte Katherine nicht hinterher, denn dann wüsste Grace Bescheid. Jedoch interessierte es mich einen Scheiß, was mit Grace war. Ich wollte das lieber mit Katherine klären. Ich lächelte Grace an und entschuldigte mich bei ihr. Jedoch war dies ein Gespräch, in dem Ich ihr unmissverständlich klarmachte, dass das zwischen uns vorbei war. Sie akzeptierte dies ohne Widerrede. Wir rauchten noch eine und begaben uns wieder ins Garrison. Dort saß Katherine mit meiner Familie am Tisch. Und neben ihr John und ein anderer Typ, den ich nicht kannte. Sie schenkte dem Typen ein Lächeln und ich war kurz davor, meine Waffe zu ziehen und ihm eine oder auch mehrere Kugeln in den zugegebenermaßen hübschen Kopf zu jagen. Ich entdeckte Arthur an der Bar und ging zu ihm. „Wer ist dieser Kerl neben Evelynn?" „Ein Mann Namens Eric. Er umgarnt sie bereits die ganze Zeit." „Dann werde ich das ganze jetzt beenden." „Wieso? Lass sie doch ein wenig Spaß haben. Er scheint ganz anständig zu sein." „Sie hat bereits Spaß, wenn er nicht dabei ist." „Mach was du willst, es kann dich sowieso niemand davon abhalten." Abgesehen von Katherine..., dachte ich mir. Sie hatte mich fester im Griff, als es den Anschein hatte.

Tommy kam auf den Tisch zu, an dem wir saßen. Und er war rasend vor Wut. „Verschwinde.", das war alles was er sagte während er Eric kalt anstarrte. In einem unmissverständlichen Ton. Aber Eric machte keine Anstalten, Tommys Befehl Folge zu leisten. Tommy griff nach seiner Waffe. „Hör auf.", sagte ich. Er ließ die Hand sinken, die an seiner Waffe lag. Er hätte Eric wirklich hier drin erschossen. Tommy nahm uns gegenüber Platz. Er fixierte Eric erneut mit kaltem Blick. „Also, Eric." Seine Stimme triefte vor Verachtung. „Was machst du beruflich und woher kommst du?" Er startete tatsächlich ein Verhör. Die anderen am Tisch beobachteten das ganze still. Eric räusperte sich und trank einen Schluck seines Whiskeys, betont langsam. Er provozierte Tommy. Das würde nicht gut enden. „Ich studiere Medizin. Und ich komme von außerhalb der Stadt."

Tommy

Vermutlich hätte ich die Vernunft siegen lassen sollen. Er war eine wesentlich bessere Partie für das bezaubernde Geschöpf neben ihm. Bei ihm wäre sie sicher. Verdammt. Ich konnte es nicht verhindern. Ich konnte ihn nicht loswerden so wie die anderen, die mir in die Quere kamen. Denn wenn sie ihn mochte, würde meine Familie vermutlich eine Hochzeit ausrichten und Katherine würde mir nie verzeihen, wenn ich ihr Glück zerstörte, indem ich Eric erschoss und im Kanal entsorgte, so wie viele andere vor ihm.

Ich wollte nicht, dass Tommy mir das vermasselte. Ich war beinahe ausgehungert. „Tommy. Ich muss mit dir reden. Unter vier Augen." Er stand sofort auf und folgte mir nach draußen. Wir gingen ein paar Schritte, bis wir unbeobachtet waren. „Wenn er dich anfässt, jage ich ihm eine Kugel in den Kopf." „Was ist nur los mit dir? Er hat mich nicht angefasst und das wird er auch nicht, hörst du?" Ich nahm einen tiefen Atemzug. „Okay. Ich hoffe, er weiß das auch.", antwortete er mit einem drohenden Unterton. „Ich werde es nicht zulassen. Er berührt mich sicher nicht wie du. Warum also sollte ich wollen, dass er mich anfässt?" „Willst du, dass ich dich berühre, Katherine?" Er machte einen Schritt auf mich zu. Danach noch einen. Langsam, aber absolut nicht so zögerlich wie auf der Lichtung. Der nächste Schritt. Ich machte einen Schritt zurück, tiefer in die dunkle Gasse hinter mir. Dieses Spiel ging so lange gut, bis ich eine Mauer in meinem Rücken spürte.

Tommy

Mein Gott, ich war besessen davon, mit ihr Katz und Maus zu spielen. Irgendwann war ich nur noch Zentimeter von ihr entfernt. Ich überwand auch diese letzte Distanz, indem ich meine Hände links und rechts neben ihr an der Wand abstützte. Sie atmete aus und es kitzelte mir über die Lippen. Ich konnte mich einfach nicht länger zurückhalten, auch wenn ich mit aller Kraft versuchte, mich zu beherrschen. Ich küsste sie. Diesmal war jedoch keine Sanftheit darin, das Verlangen hatte sie zur Seite gestoßen. Ich ließ den Dämonen freien Lauf.

Er küsste mich so heftig, dass mir der Atem wegblieb. Mir entfuhr ein Stöhnen, in seinen Mund. Ich genoss, wie sehr sein Körper und Verstand nach mir schrien. Und plötzlich überkam mich der Durst nach seinem Blut auf brutale Weise. Ich erschrak über mich selbst. Was wenn ich nicht aufhören konnte? Ich war über vierhundert Jahre alt, doch nie wollte ich jemandes Blut so sehr wie seines. Er nahm seine Lippen von meinen, denn im Gegensatz zu mir musste er atmen. Ich nutzte die Gelegenheit um ihn am Hals zu küssen. Unter meinen Lippen spürte ich das Blut durch die Halsschlagader rauschen. Warm und kraftvoll. Ich biss ihn sanft. Er stöhnte. Nein, es war kein normales Stöhnen. Er knurrte, weil er so erregt war. Ich biss ihn erneut und diesmal durchdrangen meine Reißzähne seine Haut. Er zuckte zusammen, aber er ließ es geschehen.

Me and the devilWo Geschichten leben. Entdecke jetzt