𝐋𝐞𝐚𝐧𝐝𝐫𝐨
Ungeduldig stehe ich vor dem Hoteleingang und warte auf Miguel. Die Feier beginnt um acht, und es ist kurz vor sieben – die Zeit drängt. Wir brauchen mindestens eine Stunde, um dorthin zu kommen. Ich könnte einfach in meinen gemieteten Lambo einsteigen, den ich extra für diesen besonderen Tag ausgesucht habe. Doch ich muss auf diesen Vollidioten warten, weil er die Einladungskarte hat. Ich bin doch kein Hund, dass auf ihn wartet. Genervt seufze ich und hole mein Handy heraus. Ich tippe ihm eine kurze Nachricht: ‚ Beeil dich.'Mein Blick wandert über den Eingang des Hotels, während ich das Handy wieder in die Tasche stecke. Die Minuten ziehen sich, und der Gedanke, einfach loszufahren, wird immer verlockender. Aber ohne die Karte? Keine Chance. Also bleibe ich stehen, werfe einen Blick auf die Uhr und frage mich, wie lange Miguel noch brauchen wird. Als ich Miguel am Eingang sehe, werfe ich ihm einen scharfen Blick zu. Er zuckt nur mit den Schultern und murmelt: ‚Ich war beschäftigt.' Hinter ihm taucht eine Brünette auf, die mit einem selbstgefälligen Lächeln neben ihm steht. Ich verdrehe innerlich die Augen und halte meine Hand aus. ‚,Gib mir die Karten", befehle ich knapp, ohne Lust auf Erklärungen.Wortlos zieht er die Einladungskarten aus seiner Tasche und reicht sie mir, als wäre nichts gewesen. Ohne ein weiteres Wort steige ich in meinen schwarzen matten Lambo. Der Motor schnurrt, als ich den Schlüssel drehe, und ich spüre die vertraute Kraft des Wagens unter mir. Ein kurzer Blick auf die Uhr – noch haben wir Zeit.
Durch Mexiko fahr ich-, eine Stadt die absolut gar nicht leiden kann.
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Ich steige aus dem Wagen und lehne mich an ihn, lasse den kühlen Lack des Lambo gegen meinen Rücken drücken, während ich die frische Abendluft einatme. Der Wind peitscht mir ins Gesicht, die Brise ist erfrischend, fast wie eine Art Befreiung. Zum ersten Mal an diesem Tag fühle ich, wie die Anspannung langsam von mir abfällt, auch wenn nur für einen Moment.
Seit ich in Mexiko bin, bin ich angespannt – die ganze Zeit, ohne genau zu wissen, warum. Ist es wegen der Gala? Oder vielleicht, weil ich heute ihren Bruder sehen werde? Gedanken wirbeln durcheinander, während der Wind weiter über mich hinwegzieht. Der Abendhimmel färbt sich in sanften Farben, doch in mir tobt eine Unruhe. Ich versuche, mich zu beruhigen, aber irgendwo tief drinnen spüre ich, dass dieser Abend mehr bedeutet, als ich mir eingestehen will.
,,Omg, omg!' höre ich plötzlich eine niedliche Stimme hinter mir aufgeregt rufen. Ich ignoriere sie, versuche, in der Abendluft ruhig zu bleiben. Nerviges Kind. Verpiss dich, denke ich, ohne mich umzudrehen. Doch es gibt nicht auf. ‚Wow!' höre ich es weiter sprechen, mit einem staunenden Unterton in der Stimme. ‚Wie cool das Auto ist!' Aus meinem Augenwinkel sehe ich, wie das Kind neugierig um meinen Lambo herumschleicht, seine Augen vor Bewunderung weit geöffnet. Es begutachtet jedes Detail, als wäre es ein Museumsstück. Ich rolle innerlich mit den Augen. Warum jetzt? Gerade, als ich einen Moment der Ruhe hatte. Aber ich sage nichts, halte still und beobachte es nur flüchtig, wie es den Wagen umkreist.
Bis es vor mir stehen bliebt. ,,Ist das dein Auto?" Zum ersten Mal richte ich meinen Blick auf das Kind und schaue nach unten. Als ich in diese grünen Augen blicke, gerate ich für einen Moment ins Stocken. Etwas an diesen Augen lässt mich innehalten. Sie leuchten neugierig und unschuldig. Für einen Augenblick bin ich überrascht, wie mich dieser Blick trifft, und ich finde mich selbst sprachlos wieder. Ein leichter Windstoß weht durch die Luft, aber ich bin für einen Moment völlig gefangen in diesem unerwarteten Augenpaar.Ich räuspere mich. „Ja, ist es," antworte ich schließlich, während ich mich vom Wagen abstoße. Mit ein paar schnellen Schritten gehe ich ein Stück zur Seite, damit das Kind das Auto in seiner ganzen Pracht betrachten kann. Ich weiß selber nicht wieso ich das tue.
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The missing mafia daughter
FanfictionBelinda Castelli ist gerade mal 21 Jahren alt und hat vieles im Leben erlebt, mit 18 Jahren hat sie ihre Eltern verloren und war von dort an auf sich allein gestellt, sie entzog sich aus ihrem alten leben und startet ein Komplet neues Leben und vers...