𝐋𝐞𝐚𝐧𝐝𝐫𝐨
Belinda zuckte kaum merklich zusammen, als das Wort fiel. Ihre Lippen pressten sich zu einer dünnen Linie, ihre Augen verengten sich. Doch sie ließ keine weitere Gefühlsregung zu.
„Sofort ins Auto", wiederholte sie, diesmal schärfer.
Tiago und Sofia zögerten, hielten sich an den Händen, ihre Körper angespannt, als könnten sie spüren, dass etwas nicht stimmte. Ich beobachtete das Ganze regungslos, aber innerlich arbeitete es in mir.
Mama?
Mein Blick wanderte zwischen den Kindern und Belinda hin und her. Ein seltsames Ziehen breitete sich in meiner Brust aus, eine Mischung aus Erkenntnis und Unglauben.
„Belinda", sagte ich langsam. „Was bedeutet das?"
Sie sah mich an, einen Moment lang flackerte etwas in ihren Augen—Schuld? Furcht? Doch dann war es weg, ersetzt durch ihre gewohnte, unerschütterliche Fassade. „Das geht dich nichts an", sagte sie knapp. Dann wandte sie sich an den Mann im schwarzen Anzug. „Fahr los, ich komme nach."
„Nein", sagte ich leise, aber bestimmt. „Das geht mich sehr wohl etwas an."
,,No." Mit diesem Wort dreht Sie sich um und lässt mich stehen.
Ich spürte, wie meine Hände sich zu Fäusten ballten. Das war es also? Ein einziges Wort, eine einzige Bewegung – und sie ließ mich einfach stehen, als wäre ich nichts? Die Kinder warfen mir noch einen letzten, zögernden Blick zu, bevor der Mann im schwarzen Anzug sie in das Auto führte. Die Tür schlug zu. Ein Motor startete. Ich hätte etwas tun sollen. Etwas sagen. Mich in den Weg stellen. Doch ich stand da, wie festgefroren, während das Auto mit Tiago und Sofia langsam die Straße entlangrollte und schließlich um die Ecke verschwand. Belinda war noch immer da. Rücken zu mir, Schultern angespannt. Ich konnte sehen, dass sie atmete – tief, kontrolliert.
„Belinda", sagte ich wieder. Dieses Mal war meine Stimme nicht mehr ruhig. Sie zitterte vor Wut, vor Enttäuschung. „Du kannst nicht einfach—"
„Ich kann alles." Sie drehte sich halb um, ihre Augen kalt, entschlossen. „Und du hast kein Recht mir etwas zu sagen." Dann ging sie. Schritte, die nicht eilig waren, aber endgültig.
Wut. Ungläubigkeit. Eine brennende, schneidende Kälte, die sich in meine Glieder fraß. Ich stand noch immer da, während die Dunkelheit um mich herum dichter wurde. Mein Atem ging flach, meine Brust hob und senkte sich unregelmäßig. Es fühlte sich an, als hätte jemand mir den Boden unter den Füßen weggezogen, aber ich fiel nicht. Noch nicht. Mein Herz schlug zu schnell, zu hart. Meine Finger zitterten, nicht vor Angst, sondern vor dem unerträglichen Druck, der sich in mir aufbaute. Ich wollte schreien. Ich wollte rennen. Ich wollte etwas tun – irgendetwas, das diesen Moment ungeschehen machte.
Aber stattdessen blieb ich stehen.
Zurückgelassen
Belinda hatte mich stehen lassen, als wäre ich nicht mehr als eine flüchtige Erinnerung. Die Art, wie sie sich abgewandt hatte, wie sie dieses eine Wort gesprochen hatte – No. – es hatte sich tief in meine Haut gebrannt.
Mit einem Ruck riss ich die Tür auf und ließ mich in den Sitz fallen. Meine Hände umklammerten das Lenkrad so fest, dass meine Knöchel weiß hervortraten. Der Motor brüllte auf, ein wütendes Echo meiner eigenen Gefühle. Ohne nachzudenken trat ich das Gaspedal durch. Die Reifen quietschten auf dem Asphalt, während der Lamborghini nach vorne schoss. Die Lichter der Stadt zogen in verschwommenen Streifen an mir vorbei, aber ich nahm sie kaum wahr. Wut kochte in mir, pulsierte durch meine Adern, heiß und unkontrollierbar. Belinda. Diese verdammte Frau. Ihr Blick, ihre Stimme, dieses eine Wort – No. – hallte in meinem Kopf wider wie ein Schuss.
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The missing mafia daughter
FanfictieSie wollte ein normales Leben. Doch die Vergangenheit findet jeden. Belinda Castelli ist jung, schön und erfolgreich - eine Maklerin mit Stil, Verstand und einer geheimen Vergangenheit. Nach dem tragischen Verlust ihrer Eltern kehrte sie der gefährl...
