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𝐁𝐞𝐥𝐢𝐧𝐝𝐚

Seine Worte hingen zwischen uns wie ein Dolch, der nur darauf wartete, in mein Herz gestoßen zu werden. Sag mir, dass du es nicht willst...

Aber ich konnte nicht.

Stattdessen packte ich sein Hemd mit beiden Händen und zog ihn wieder zu mir. Der Kuss explodierte erneut, diesmal noch heftiger, noch roher, ein Zusammenprall zweier gebrochener Seelen. Unsere Lippen prallten aufeinander, voller Schmerz, voller Gier, voller unausgesprochener Wahrheiten.

Leandro stieß ein tiefes, kehliges Geräusch aus, als hätte er genau darauf gewartet. Seine Hände glitten über meine Taille, fuhren meinen Rücken hinauf, packten mich, als wolle er mich nie wieder loslassen. Ich fühlte seine Kraft, seine Wut, seine verzweifelte Sehnsucht – alles gleichzeitig.

Ich versuchte, Luft zu holen, doch er ließ mir kaum Raum. Und ich... ich ließ es zu. Meine Finger vergruben sich in seinem Haar, zogen ihn noch näher, während mein Körper gegen seinen gepresst war. Jeder Atemzug wurde schwerer, schneller, hitziger.

Es war keine Zärtlichkeit. Es war Besitz. Es war Wut. Es war Liebe, die schon längst verbrannt sein sollte, und doch noch immer Glut in sich trug.

„Leandro..." hauchte ich gegen seine Lippen, doch er ließ mich nicht los. Stattdessen küsste er mich tiefer, biss leicht in meine Unterlippe, bis ich leise aufstöhnte.

Mein Verstand schrie, dass ich ihn wegstoßen musste. Dass er mein Gefängnis war, mein Schmerz, die Ketten, die mich hielten. Aber mein Herz... mein Herz klammerte sich an ihn, als wäre er das Letzte, was mich aufrecht hielt.

Seine Hände rutschten tiefer, umfassten meine Hüften, pressten mich gegen ihn, als wolle er mich in sich hineindrücken. Der Geschmack von ihm – nach Wut, nach Macht, nach purer Sünde – benebelte mich.

Als ich endlich den Kopf zur Seite drehte, brach der Kuss, und ich keuchte, völlig außer Atem, meine Lippen wund, meine Knie weich. Er starrte mich an, die Brust hob und senkte sich unter schnellen Atemzügen, seine Augen brannten.

„Du kannst mich hassen," flüsterte er heiser, so dicht an meinem Ohr, dass es mir einen Schauer über den Rücken jagte. „Aber du wirst nie aufhören, mir zu gehören."

„Du kannst mich hassen, aber du wirst nie aufhören, mir zu gehören."
Seine Worte hallten in mir nach, wie eine Kette, die sich um mein Herz legte und mir die Luft abschnitt. „Du bist verrückt!" fauchte ich, meine Hände pressten gegen seine Brust, doch er wich keinen Zentimeter. „Ich gehöre dir nicht, Leandro! Nicht mehr!" Seine Augen funkelten gefährlich, sein Atem streifte meine Lippen. „Sag mir das noch einmal." Er packte meine Taille härter, zog mich so nah, dass ich fast den Halt verlor. „Sag es! Schau mir in die Augen und sag, dass du mich nie gewollt hast, dass du nie zu mir zurückkehren wirst." „Ich—" Meine Stimme brach. Ich spürte, wie mein Körper zitterte, zwischen Flucht und Verlangen gefangen. Doch ich zwang mich, ihn anzustarren. „Ich hasse dich!"

Für einen Moment erstarrte er, als hätte ich ihn tatsächlich getroffen. Dann jedoch blitzte eine gefährliche Glut in seinen Augen auf. Ohne Vorwarnung stieß er mich gegen das Geländer, seine Hände umrahmten mein Gesicht, sein Kiefer war angespannt, seine Lippen berührten meine so heftig, dass mir fast die Luft wegblieb. Es war kein Kuss – es war ein Bekenntnis, ein Schwur, ein Schlag gleichzeitig. „Dann hasse mich," knurrte er zwischen unseren Lippen. „Aber tu es in meinen Armen." Bevor ich antworten konnte – bevor ich überhaupt begriff, was gerade geschah – zerriss ein ohrenbetäubender Knall die Luft. Ein Schuss. Dann ein zweiter. Und ein dritter. Die Musik im Saal brach abrupt ab, Stimmen schrien, Stühle kippten. Chaos brach aus. Leandro riss sich von mir los, sein Blick schoss zur Tür. „Verdammt!" Er griff nach meiner Hand, presste sie fest in seine. „Bei mir bleiben, Belinda! Keine Sekunde loslassen!" Mir stockte der Atem, während weitere Schüsse durch die Halle hallten, dumpf und nah, begleitet von panischen Rufen. Drinnen tobte ein Sturm – und ich wusste, wir standen mitten im Auge des Feuers.

The missing mafia daughterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt