𝐁𝐞𝐥𝐢𝐧𝐝𝐚
Die Nacht ist still, zu still. Ich liege wach im Bett, die Klimaanlage über mir surrt gleichmäßig, aber es beruhigt mich nicht. Mein Blick wandert zur Zimmerdecke, dann zur Tür. Tiago und Sofía schlafen tief im Nebenzimmer, ich habe eben noch bei ihnen nachgesehen. Ihre kleinen Gesichter, ganz friedlich. Zu friedlich für mein pochendes Herz.
Seit der Gala ist nichts mehr, wie es war.
Seit ich Leandro gesehen habe.
Ich spüre ihn fast noch – seine Augen, wie sie mich gemustert haben, verwundet, überrascht... wütend? Ich weiß es nicht. Ich war wie gelähmt, als er vor mir stand. All die Jahre hatte ich mir ausgemalt, wie es sein würde, ihn wiederzusehen. Und dann? Dann war es einfach passiert. Unerwartet. Überfordernd.
Ich stehe auf, ziehe mir meinen Kimono über und schleiche barfuß durch den Flur. Die Nachtluft weht durch ein geöffnetes Fenster, sie riecht nach Staub, nach Sommer, nach Spannung. Ich gehe zur Tür, sehe hinaus in den Hof. Nichts. Keine Bewegung. Und doch... mein Bauch zieht sich zusammen. Dieses Gefühl kenne ich. Es hat mir früher das Leben gerettet.
Ich gehe zu den Kindern, bleibe in der Tür stehen. Ihre Decken sind verrutscht. Ich ziehe sie ihnen über die Schultern, fahre mit der Hand sanft über Sofías Stirn. „Mamá ist da", flüstere ich.
Doch wie lange noch?
Ich weiß nicht, was Leandro tun wird. Ich weiß nur: Er hat etwas in seinem Blick gehabt, das mir Angst macht. Nicht Wut. Nicht Trauer. Etwas anderes. Etwas... Kaltes. Entschlossenes.
Zurück im Schlafzimmer ziehe ich die Vorhänge ganz zu, werfe einen letzten Blick auf mein Handy. Keine neuen Nachrichten. Von Reyes auch nicht. Wahrscheinlich schläft er längst.
Ich tue es nicht.
Ich liege wach. Und warte auf eine Gefahr, die ich nicht sehen kann – aber spüre.
02:43 Uhr
Ein Geräusch.
Ich reiße die Augen auf. Ein Klacken. Metall. Tür?
Mein Herz schlägt sofort schneller. Ich richte mich auf, lausche. Das Haus ist still – zu still. Kein Wind, kein Insekt, kein Geräusch von draußen. Aber ich weiß, dass etwas nicht stimmt. Ich spüre es wie einen Druck auf der Brust.
Barfuß gleite ich aus dem Bett, ziehe die Tür meines Schlafzimmers auf. Der Flur liegt im Halbdunkel. Kein Licht. Kein Schatten. Aber etwas ist da. Ich weiß es. Ich höre es.
Ich renne los.
Kinderzimmer.
Die Tür steht offen. Das Licht aus. Ich stoße sie auf.
„Tiago? Sofía?" Meine Stimme zittert. „¡Mis amores!"
Doch da sind sie nicht. Die Betten sind leer. Die Decken zerwühlt. Sofías kleiner Plüschelefant liegt auf dem Boden.
Ein Keuchen entrinnt mir, während Panik mir die Kehle zuschnürt. Ich drehe mich um, renne durch das Haus. „Zaria! Reyes! Zaria, wo bist du?!"
Keine Antwort.
Die Haustür steht einen Spalt offen. Ich stürze hinaus.
Hof. Schwarze Wagen. Die Rücklichter verschwinden.
Ich schreie. Laut. Verzweifelt. „NEIN! SOFÍA! TIAGO!"
Meine Beine tragen mich los, aber ich bin zu spät. Die Reifen quietschen, Staub wirbelt auf. Dann ist da nur noch Stille. Leere. Dunkelheit.
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The missing mafia daughter
FanfictionSie wollte ein normales Leben. Doch die Vergangenheit findet jeden. Belinda Castelli ist jung, schön und erfolgreich - eine Maklerin mit Stil, Verstand und einer geheimen Vergangenheit. Nach dem tragischen Verlust ihrer Eltern kehrte sie der gefährl...
