𝐁𝐞𝐥𝐢𝐧𝐝𝐚
Wir treten hinaus, der kalte Morgenwind beißt in meine Haut, doch es ist die Stille vor dem Sturm, die meine Nerven zerreißt. Der Kies unter unseren Füßen knirscht leise, jeder Schritt ein Echo in der gespannten Luft.
Vor uns parken mehrere schwarze Autos, die Fenster dunkel getönt, die Karosserien glänzen bedrohlich im schwindenden Licht des Morgens.Die Türen öffnen sich wie die Mäuler eines Rudels, aus ihnen steigen Männer, ihre Gesichter hinter Masken verborgen, Waffen in den Händen so fest umklammert, als wäre ihr Leben davon abhängig.
Mein Herz schlägt wie wild, Angst und Wut brennen gleichzeitig in meiner Brust. Ich spüre Leandros Nähe, seine Präsenz ist wie ein Schutzschild, doch hinter seiner Maske aus Kälte sehe ich die Sorge, die er so verzweifelt versteckt.
Der Kreis der Feinde schließt sich um uns, ein tödlicher Käfig aus Stahl und Gewalt. Die kalte Morgenluft trägt das scharfe Klicken entsicherter Waffen, jeder Laut ein Versprechen von Zerstörung.
Leandro stellt sich vor mich, sein Körper eine Wand, seine Stimme ein Befehl, der den Boden erzittern lässt: „Keiner bewegt sich."
Ich spüre, wie meine Finger um die Waffe krampfen, bereit, das Unvermeidliche zu bekämpfen. Doch mein Blick schweift zu den Kindern – zu Tiago und Sofia – und in diesem Moment wird die Angst zur Wut.
Ich werde nicht zulassen, dass sie ihnen etwas antun.
Die Männer sind kalt, entschlossen, ohne Zweifel. Ich sehe es in ihren Augen, die durch die Masken funkeln. Dies ist kein Zufall, kein Versehen. Dies ist der Beginn eines Krieges, den ich nicht länger aus dem Schatten beobachten werde.
Plötzlich verändert sich alles in einem Atemzug.Ein Ruf, scharf wie ein Peitschenhieb, zerreißt die gespannte Stille. Die Männer um uns herum — Fremde wie Vertraute — reißen im selben Moment ihre Waffen hoch.Ein tödlicher Kreis. Jeder zielt auf jeden.Der Kies unter meinen Füßen scheint zu zittern, so sehr bebt die Luft vor reiner Anspannung. Finger liegen auf Abzügen, Augen wechseln hektisch die Richtung. Niemand spricht. Niemand wagt es zu atmen.Und ich stehe mittendrin, das Herz schlägt wie ein Trommelschlag gegen meine Brust.Dann passiert es: Ein Schuss.Ein einziger, zu schnell, zu unkontrolliert.Er zerschneidet die Luft wie ein Donnerschlag – und entfesselt das Chaos.Plötzlich bricht die Hölle los. Kugeln peitschen durch die Luft, Splitter fliegen, Männer brüllen Befehle, stürzen zu Boden.Ich kann nichts mehr sehen, nur Rauch, Staub, grelle Blitze aus Mündungsfeuern.Und dann – Leandro.Er reißt mich zurück, wirft sich vor mich, sein Körper eine Wand aus Fleisch und Entschlossenheit.„Bleib hinter mir!" Seine Stimme ist laut, aber nicht panisch. Nicht jetzt. Nicht in der Schlacht.Ich falle rückwärts, meine Knie treffen den Boden. Er steht über mir, breit, wie ein Schild, die Waffe erhoben, seine Augen kalt, berechnend.Und doch ... da ist etwas in seinem Blick.Sorge. Nicht für sich. Für mich.Ich begreife es, als ich ihn schreien höre: „Keiner fasst sie an! Wer sie anrührt, ist tot!"Mein Atem geht stoßweise. Ich presse mich gegen den Boden, die Waffe in der Hand, mein Herz hämmert gegen mein Brustkorb wie ein verzweifelter Hilferuf.Über uns kreist der Tod – doch Leandro steht.Die Welt um mich herum explodiert in Chaos.Schreie zerreißen die Luft, Schüsse krachen wie Donnerschläge. Kugeln zischen an mir vorbei, treffen Stein, Metall, Fleisch. Der beißende Geruch von Schießpulver brennt in meiner Nase, vermischt sich mit dem metallischen Geschmack der Angst, der auf meiner Zunge liegt.Ich kann nichts hören außer dem dumpfen Pochen meines Herzens und dem Tosen der Gewalt.Leandro schreit etwas – seine Stimme ist wie ein Anker, verzerrt von Adrenalin. Ich sehe seine Silhouette über mir, die Schultern angespannt, das Kinn erhoben, seine Waffe fest in der Hand, bereit zu töten.Er steht da wie eine Festung. Eine Wand zwischen mir und dem Wahnsinn.Und dann sehe ich es – den Moment, in dem eine Kugel ihn beinahe trifft. Ein Zucken, ein kurzes Wanken. Mein Magen zieht sich zusammen, ein stummer Schrei bleibt in meiner Kehle stecken.„LEANDRO!"Er dreht den Kopf nur für den Bruchteil einer Sekunde, seine Augen treffen meine – hart, glühend, voller Entschlossenheit.„Ich habe dich geholt", knurrt er, „also werde ich dich auch beschützen. Mit meinem Leben, wenn es sein muss."Ich weiß nicht, ob ich weinen oder schreien soll. Meine Hände zittern, doch ich halte die Waffe fest. So fest, dass meine Finger schmerzen.Rauch liegt über dem Anwesen wie ein Schleier des Todes. Überall Männer, die schreien, fallen, feuern.Hinter uns rennen zwei seiner Brüder in Deckung. Ich erkenne Lorenzo und Adriano, beide schwer bewaffnet, beide im Blutrausch – das ist Krieg. Das ist Familie.Leandro weicht keinen Schritt von mir. Selbst als ein Mann hinter ihm aufkreuzt und die Waffe hebt – ich reiße instinktiv meinen Arm hoch, ziele, schieße. Der Angreifer fällt. Ich halte den Atmen an. Alles gut. Ich dreh mich um kontrolliere meine Umgebung. Sind alle am Leben die am Leben sein müssen.
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The missing mafia daughter
FanficSie wollte ein normales Leben. Doch die Vergangenheit findet jeden. Belinda Castelli ist jung, schön und erfolgreich - eine Maklerin mit Stil, Verstand und einer geheimen Vergangenheit. Nach dem tragischen Verlust ihrer Eltern kehrte sie der gefährl...
