𝐁𝐞𝐥𝐢𝐧𝐝𝐚
Seit der Gala liegt etwas in mir schief.
Wie ein Bild an der Wand, das nur leicht verrutscht ist – kaum sichtbar, aber genug, um mich unruhig zu machen.
Ich versuche, mir einzureden, dass es nur der Schock war.
Nur ein Moment der Vergangenheit, der wie ein Blitz in die Gegenwart eingeschlagen ist.
Aber das ist eine Lüge.
Seit ich Leandro wieder gesehen habe, atme ich anders. Ich schlafe unruhiger. Ich höre genauer hin, wenn draußen ein Auto vorbeifährt.
Mein Herz weiß längst, dass er mich wieder suchen wird.
Ich sehe es in Tiagos Gesicht, wenn er lacht.
Wie lange noch, bis er die Wahrheit kennt?
Ich trinke einen Schluck von meinem Tee. Lauwarm. Bitter.
Ich habe vergessen, Zucker hineinzugeben.
Die Nacht liegt schwer über dem Garten.
Ich höre die Grillen, das ferne Bellen eines Hundes.
All das hat mich sonst beruhigt – es war mein Beweis, dass wir hier sicher sind.
Aber heute klingt alles... fremder. Unsicherer.
Ich schließe die Augen und sehe ihn wieder vor mir.
Leandro. Im Anzug.
Aufrecht. Unverändert. Und doch – da war etwas in seinem Blick.
Verletzung. Wut.
Und unter all dem: Erkennen.
Er hat die Kinder gesehen.
Ich habe es gemerkt.
Ein kurzes Zögern in seinem Blick, ein Luftholen zu viel.
Ich weiß, dass er denkt, was er denken muss.
Und ich weiß auch, dass er nicht einfach wegsehen wird.
Ich habe fünf Jahre lang geglaubt, ich hätte Zeit gekauft mit meiner Flucht.
Aber ich habe nur eine Pause erkauft. Und jetzt... läuft sie ab.
Zaria kommt zu mir, legt mir die Decke um die Schultern.
Ich lehne mich unbewusst an sie, und plötzlich fühlt es sich so an, als wäre ich das junge Mädchen, das ihren Bruder um Rat bat.
„Was, wenn er sie mir wegnehmen will?"
Ich sage es kaum hörbar, fast nur für mich selbst.
Zaria reagiert sofort.
„Das wird er nicht." Ihre Stimme ist fest.
„Reyes und ich sind hier. Du bist nicht allein. Und du bist ihre Mutter."
Ich nicke, aber es hilft nicht.
Denn tief in mir weiß ich:
Leandro war noch nie jemand, der loslässt, wenn er etwas liebt.
Und er wird kämpfen.
Nicht mit Waffen.
Nicht sofort.
Aber mit Worten, mit Blicken, mit Wahrheit.
Und die Wahrheit ist, dass ich immer noch nicht weiß, ob ich bereit bin, sie auszusprechen.
,,Was habe ich mir nur dabei gedacht?", murmle ich leise in mich hinein. ,,Que?", fragt mich Zaira. ,,Das ich die Kinder mitgenommen habe", rede ich weiter. Die hätten einfach zuhause bleiben können und er hätte sie nie gesehen. ,,Belinda..es ist nicht deine Schuld", sagt sie zu mir.,,Doch", es ist meine schuld. Mehr als das. Ich habe sie jetzt in Gefahr gebracht. Die Möglichkeit das sie jetzt überall entführt werden von ihm ist sehr groß. ,,Wir müssen unsere Sicherheitsleute vergrößern." Mit diesem Satz stehe ich auf wünsche ihr eine gute nacht. Zu mehr bin ich nicht in der Lage zu reden.
Die Decke klebt an meinen Beinen. Es ist zu warm zum Schlafen, obwohl alle Fenster offen stehen. Die Klimaanlage summt, gleichmäßig, aber es beruhigt mich nicht. Nichts beruhigt mich heute.
Tiago murmelt im Nebenzimmer. Ich höre, wie er sich im Bett umdreht. Dann wieder Stille.
Diese fragile, lauernde Stille. Ich starre an die Decke. Jede Falte, jeder Schatten scheint mir heute zu viel zu sein. Mein Herz schlägt zu laut. Mein Kopf arbeitet in Schleifen.
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The missing mafia daughter
Fiksi PenggemarSie wollte ein normales Leben. Doch die Vergangenheit findet jeden. Belinda Castelli ist jung, schön und erfolgreich - eine Maklerin mit Stil, Verstand und einer geheimen Vergangenheit. Nach dem tragischen Verlust ihrer Eltern kehrte sie der gefährl...
