Catalina
Die Musik ist laut. Der New-Yorker Club gefüllt. Die Lichter machen unendliche Partystimmung und mein Kopf fühlt sich noch klar an.
Für ein Event, was eigentlich nebensächlich war, bin ich mit meinem Bodyguard alleine von Madrid nach New York gereist. Erstaunlich, dass mein Vater das erlaubt hat. Aber mir war es recht.
Eine Woche verging schneller als gedacht und morgen Mittag geht der Flieger zurück. Umso wichtiger den letzten Abend in meinem neuen schwarzen Cocktailkleid nochmal so richtig zu genießen.
„Cata” - achja, apropos Bodyguard. Adrian - mein persönlicher Bodyguard, der mich seit einem Jahr auf Schritt und Tritt verfolgt, - steht hinter mir und schreit mir förmlich ins Ohr. Muss halt, wenn die Musik so laut ist.
„Es ist Zeit ins Hotel zurück zu gehen. Der Flieger geht morgen um 13 Uhr” - er versucht mir deutlich zu machen, dass ich selber wissen sollte, wie heilig mir mein Schlaf ist und dass ich nicht auszuhalten bin, wenn ich nicht genug davon bekomme. Dennoch bin ich nicht in der Stimmung, den Club jetzt schon zu verlassen. Auch wenn es bereits nach 00 Uhr ist.
„Geh doch schon”, sage ich stattdessen und nippe von meinem Drink.
„Du weißt, dass das nicht geht. Komm schon Cata. Dein Vater will wieder eine ausführliche Berichtserstattung haben, soll ich ihm sagen, dass du nicht auf deinen Bodyguard Gehört hast?” - seine tiefe Stimme klingt inmitten der lauten Musik noch schärfer als sonst.
Und bringt mich damit zum einknicken. Ich seufze und zahle meine Drinks, ohne ein Wort zu sagen. Dann stehe ich auf. Dabei berühre ich absichtlich seine Mitte mit meinem Hintern, was ihn hörbar einatmen lässt.
Oh ich liebe es ihn zu provozieren.
Ich gebe es zu: Adrian Silva ist verdammt heiß und als ich ihn letztes Jahr als Bodyguard zugeteilt bekommen habe, sind wir kurze Zeit später im Bett gelandet. Nicht nur einmal, aber es hält sich in Grenzen. Dennoch macht mich dieser Typ wahnsinnig und ich könnte täglich über ihn herfallen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, Stelle ich mir abends vor, wie es wohl wäre kuschelnd mit ihm im Bett zu liegen.
Wir bestellen uns einen Uber zum Hotel und sind in wenigen Minuten dort. Die Fahrt mit dem Aufzug dagegen dauert in die 12. Etage ziemlich lang.
„Weißt du”, beginne ich, ohne eigentlich zu wissen, was ich sagen will. Wir sind erst im vierten Stock, als ich beginne über sein Hemd zu fahren und bete, dass niemand einszeigt.
Adrian versucht gefasst zu bleiben und räuspert sich.
Er spannt sich merklich an, als meine Hand weiter nach unten, bis zu seinem Gürtel wandert.
„Ms Rivas”, sagt er dann, was mich unglaublich anturnt. Er nennt mich nicht oft so, aber wenn, dann finde ich es scharf.
Ich komme ihm näher und ich merke, dass er es will. Aber er versucht standhaft zu bleiben.
Im 7. Stock lasse ich von ihm ab, da der Fahrstuhl anhält und ein älteres Ehepaar einsteigt.
Adrian begleitet mich vorschriftsgemäß zu meinem Zimmer, wünscht mir eine Gute Nacht und macht keine Anstalten, da weiter zu machen, wo ich begonnen habe.
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Adrian
Die ganze Nacht habe ich wach gelegen. Gegrübelt, gedacht und geflucht. Zum hundersten Mal habe ich eine Pro und Contra Liste erstellt, nur um festzustellen, dass diese mich kein Stück weiter bringt.
Auf dem Weg zum Flughafen und dem ganzen Flug über, rede ich so wenig wie möglich mit Catalina. Ich vermeide es sie anzusehen, geschweige denn in ihre Wunderschönen grünen Augen zu blicken.
Ich berühre sie nicht, ich bleibe kühl und distanziert. Ihre Anwesenheit ist schon schwierig genug für mich.
Oh wie gerne wäre ich gestern Abend mit auf ihr Zimmer gegangen und hätte Dinge mit ihr gemacht, die sie nicht mal in ihren intimsten Träumen erwartet hätten.
Doch ich musste standhaft bleiben.
Pragmatisch gesehen, war sie nur mein Job.
Faktisch gesehen war sie wahrscheinlich die Liebe meines Lebens.
Ich kann mich dieser Frau nur hingeben und deswegen musste ich einen harten Entschluss fassen, der mir Bauchschmerzen bereitet. Doch wie soll ich so weiter machen, wenn ich bei ihr keinen klaren Kopf bewahren kann?
Als mein Job ist es meine Pflicht sie im Ernstfall beschützen und einen kühlen Kopf bewahren zu können. Kann ich das?
Wenn ich mir darüber unsicher bin, gibt es doch nur eine richtige Entscheidung, oder?
Catalina *ein paar Tage später*
„Guten Morgen Adrian, bereit zum wöchentlichen Shoppingtrip?” - Adrian hast diese Tage, aber ich liebe sie und mein Dad hat so viel zu tun, dass er mir freiwillig diese Freude erfüllt.
Als ich nach oben schaue halte ich meiner Bewegung jedoch inne. „Sie sind nicht Adrian”, stelle ich fest und blicke dem eindeutig älteren Mann ins Gesicht. Mystisch stecke ich mein Handy weg.
„Richtig Ms Rivas, ich bin Pedro. Ihr neuer Bodyguard”
Verdattert bleibe ich stehen. Neuer Bodyguard? Was um alles in der Welt ist mit Adrian?
„Nun Pedro, seien Sie so nett und fahren mich zu Familie Silva bevor wir shoppen fahren”, sage ich. Der Mann nickt, ich steige ein und wir fahren los.
Angekommen schaffe ich es, dass Senor Pedro im Wagen bleibt, da die Familie Silva gern gesehen in unserem Unternehmen ist und nicht nur Adrian, sondern auch sein Vater, sein Onkel und weitere Familienmitglieder für uns arbeiten.
Eine Frau Mitte 40 öffnet mir die Tür als ich klingle. „Guten Tag, Senora, ist Adrian da?”, frage ich direkt und diskret.
„Ja Senora Rivas, soll ich Ihn für Sie holen?”
Ich nicke.
Die Dame scheint das Hausmädchen zu sein oder so. Sie verschwindet und kurz darauf steht Adrian vor mir. Wie immer in schwarzer Hose und schwarzem Hemd. „Cata, was machst du hier?”, fragt er und sieht mich verdutzt an, „Heute ist Shopping Day?”
„Können wir reden?”, frage ich ihn, „ungestört, versteht sich”
Mit einem Kopfnicken deutet er mir an ihm zu folgen und wir verschwinden in der Richtung aus der er gekommen ist. In seinem vermeintlichen Zimmer lehnt er sich gegen den Schreibtisch, verschränkt die Arme vor der Brust und sieht mich an. „Also?”
„Wie Also? Ich wache heute früh ganz in Ruhe auf, mache mich fertig und begrüße dich zum Shopping Day und dann stehst du da nicht! Kannst du mir das erklären?”, ich bin etwas aufgebracht, aber mir wurde ja auch nichts gesagt.
„Ich habe gekündigt”
„Was!?”
„Zumindest für dich. Ich habe darum gebeten mich versetzten zu lassen“
„Warum?”, entgeistert sehe ich ihn an. Komplett ahnungslos, warum er darum gebeten hat.
„Tu nicht so, Cata. Es war offensichtlich”, brummt er und läuft ein paar Schritte durch den Raum.
„Tut mir leid, ich kann dir nicht folgen”, sage ich und stelle meine Tasche ab.
„Scheiße, Cata, du bist mein Job! Aber wie soll ich dich im ernstfall beschützen oder einen klaren Kopf bewahren, wenn du mich wahnsinnig machst!?”, entfährt es ihm. Ein Stück kommt er auf mich zu. Ich stehe nur verdattert da.
„Tu nicht so”, meint er erneut, „Ein Powackler hier, eine Berührung da. Scheiße, dass macht mich alles wahnsinnig! Wie soll ich rechtzeitig reagieren können, wenn ich die Augen nicht von dir bekomme? Ich habe zu deiner Sicherheit um Versetzung gebeten”
„Und das hast du meinem Vater erzählt?”, Frage ich nach. Es ist das einzige was mir in den Sinn kommt.
„Klar ich erzähle meinem Boss, dass ich mich in seine Tochter verschossen habe. Natürlich nicht! Ich habe gesagt, dass ich meine Grenzen neu definieren möchte und sehen will was noch in mir steckt. Ich soll Montag als Security anfangen in eurem Club”
„Das kannst du vergessen”
„Wie?”
„Du bist wieder eingestellt. Mach dich fertig, wir gehen shoppen”
„Cata hast du mir nicht zugehört?”
„Doch, aber es geht hier auch um mich. Ich muss nicht beschützt werden. Aber den alten Knacker da draußen im Auto, will ich weder Bumsen noch als Bodyguard. Dich will ich beides. Denkst du ich mach das nur so?”
„Naja bei dir weiß man nie”
Ein finsterer Blick später und er hebt unschuldig die Hände.
„Ich bin doch genauso in die verschossen”
„Und wie willst du das klären?”
„Du kannst deine Grenzen wann anders austesten, jetzt bin ich dran und ich sage, dass der alte Knacker mich nicht beschützen kann”
”Das soll funktionieren?”
„Ich bin seine einzige Tochter. Natürlich funktioniert es. Und jetzt mach dich fertig”
„Du machst mich fertig, Catalina”, sagt er, zieht mich an meiner Hüfte zu mir und endlich liegen seine Lippen auf meinen.
Er schmeckt nach Kaffee, Schokolade und Liebe.
„Und du glaubst, dass das funktioniert und nicht auffällt?”
„Sei einfach keine Drama Queen, Adrian, dann passt das”
„Oh Cata, wenn ich könnte...”
„Klappe”
Seine Lippen auf meinen. Ein Gefühl, was ich mir schon viel zu lange ersehnt habe.
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OneShots
FanfictionHeyho, Ich bin schlecht darin Geschichten zu beenden. Also habe ich dieses OS Buch angefangen und mittlerweile sind es scnon 100 Omeshots die hier entstanden sind. Es macht mir unglaublich spaß sie zu schreiben und ich hoffe euch gefallen sie beim...
