57: Thekenmädchen - Maxi, dwk

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Alisha

Der Wecker klingelt und reißt mich damit aus meinem Nickerchen. Ich hatte mich nach meiner Vorlesung - welche von früh bis Nachmittags ging - direkt hingelegt, um jetzt für die Arbeit ausgeruht zu sein.
Dennoch lustlos schwinge ich mich aus dem Bett unter die Dusche und direkt in bequeme Klamotten für die Arbeit. Dabei entscheide ich mich für meine schwarze Leder Leggins und das Arbeitstop inklusive Cardigan drüber für die anfänglichen Minuten.
Im Anschluss setzte ich mich an meinen Schminktisch und frische mein Alltagsmake-Up etwas auf.
Währenddessen klingelt mein Handy. Es ist meine beste Freundin Kenny.
„Hey baddie”, begrüßt sie mich, als ich annehme. Währenddessen begebe ich mich in die Küche, um mir noch einen Kaffee zu machen und einen Riegel zu nehmen.
„Heyho, was gibt's?”
„Bist du auf dem Sprung?”, fragt die Blondine verwundert nach.
„Ja, ich muss zur Arbeit. Es sind so viele Krank, deswegen musste ich heute einspringen. Wolltest du was bestimmtes?”, frage ich und ziehe meine schwarzen Boots an. Dann schnappe ich meinen Mantel und einen Schal.
„Ne ne, Johny ist nur mal wieder nh Arsch. Wollte bissl Quatschen”, antwortet sie mir und klingt dabei doch sehr bedrückt.
„Tut mir leid, süße. Was hälst du von Brunch morgen? So 13Uhr? Dann sollte ich relativ ausgeschlafen sein und du kannst dich nachträglich aufregen”
„Klingt gut, bis wann musst du heute?”
„Zwei. Kommst du Vorbei?”
„Ne, ich muss noch für die Uni was machen. Aber 13 uhr morgen passt. Stamm Lokal?”
„Stamm Lokal. Dann bis morgen. Lass dich nicht ärgern”

Wir verabschieden uns und dann mache ich mich auf den Weg in den Club.
Um mein Studium zu finanzieren habe ich eine Barkeeper Stelle in einem Club. Für wenige Stunden werde ich gut bezahlt, dafür muss ich aber auch immer einspringen, wenn jemand nicht kann und es bei mir passt. Mein Chef ist aber super nett und die Kollegen auch. Das Barkeepern macht mir richtig Spaß.
Im Club angekommen bringe ich meine Sachen in den Spind, schnappe mir mein Namensschild und kleines Funkgerät und begebe mich an meinen Arbeitsplatz.
Ich bin heute an der kleinen Side Bare, wo meistens nur ein Mitarbeiter ist, da die Bar nicht oft gesehen wird.
Ich bereite also alles für meine Schicht vor und dann öffnet auch schon der Club seine Türen.

~~~

Der Abend läuft gut. Die Einnahmen sehen gut aus. Die Stimmung ist ausgeglichen und der Alkoholpegel hält sich in Grenzen.
Zu meiner Überraschung wurde die Side Bar heute des öfteren entdeckt, sodass ich relativ viel zu tun hatte.
„Zwei Bier bitte” - eine Gruppe von Jungs steht an der Bar, wovon nur einer die zwei Bier bestellt. Diese sind schnell gemacht und abkassiert, sodass die Gruppe wieder ihre Wege Richtung Main Body zieht.
Bis auf einer.
„Heute gar nicht an der Main Bar?”, fragt er mich und setzt sich auf einen freien Barhocker.
„Kennen wir uns?”, frage ich verwirrt und mische den nächsten Drink.
„Du mich nicht, aber ich dich. Also das klingt creepiger als es sein soll”
„Allerdings”, meine ich.
„Meine Jungs und ich sind oft hier und ich hab dich halt immer wieder gesehen. Du bisz wirklich hübsch”
„Oh, danke”, sage ich und schenke ihm ein lächeln. Er wird sofort rot.
„Ich bin Kai und du?”
„Alisha”, sage ich und mixe Bestellungen nebenbei. Heute ist wirklich viel los, weswegen ich den Jungen vertröste und er davon zieht.

~~~

Die Schicht war vorrüber und ich war froh darüber. Gemeinsam mit meinem Freund Maxi - welcher mich auf der Arbeit besucht hat - begebe ich mich nach Hause.
„War gut heute an der Side Bar, oder?”, fragt er und legt seinen Arm um mich.
„Ja absolut. Hatte da lange nicht mehr so viel zu tun”
„Sag mal, wer war nh der Kerl, der immer wieder zu dir kam und da blieb?”, fragt er mit so einem komischen Unterton.
„Keine Ahnung. Kai oder so. Wieder so einer, der sich in mich verknallt hat von ein paar Mal sehen”, erkläre ich ihm. Es gibt viele solcher Kerle, die auch einfach nicht loslassen können. Teilweise ist es wirklich nervig, heute war es nur dieser Kai und der hat es irgendwann gelassen.
„Dem hat sein Vater wohl nicht erklärt, dass alle Thekendamen nett zu einem sind. Irgendwie müssen sie ja Geld verdienen”, sagt Maxi.
Oh man, er ist eifersüchtig.
„Du bist eifersüchtig”, lache ich und grinse ihn dann an.
„Nein?”, sagt er. - Er lügt so schlecht.
Ich bleibe stehen und sehe ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Na gut, vielleicht ein bisschen. Aber zurecht”, versucht er sich zu verteidigen.
„Warum?”, ich muss lachen, „Weil dir dein Vater auch nicht erklärt hat, dass man die Finger von Thekenmädchen lieber lassen sollte?”
Maxi und ich hatten uns vor drei Jahren in genau diesem Club, wo wir auch heute waren, Kennengelernt. Und zwar genau so: ich war Barkeeperin an der Main Bar und er war Gast mit seinen Kumpels.
Ich weiß nicht, ob er Komplexe deswegen bekommen hat oder ob er einfach so ist. Aber nur bei ihm war mein Lächeln nicht wegen dem Geld.
Ich fand ihn sofort süß und liebenswert. Und er ist bis jetzt auch der einzige Kerl, der wirklich meine Numer bekommen hat, als er an der Bar danach gefragt hat. Und das hat wirklich was zu heißen.
„Maxiii”, murre ich und werfe den Kopf in den Nacken. Der große schmollt. „Du bist und bleibst der einzige, der mein Thekenmädchen lächeln auch außerhalb des Clubs Kennenlernen durfte. Du bist einfach anders als die anderen und genau das liebe ich an dir”, meine ich und sehe ihn eindringlich an.
„Weiß ich ja. Eigentlich. Aber du bist nun mal so verdammt hübsch und wer verknallt sich da bitte nicht in dich?”, fragt er und beugt sich zu mir runter.
„Egal. Weil du bist der Einzige der Zählt. Und nur für dich - für niemanden anderen - nur für dich, habe ich meine Prinzipien über Board geworden. Und ich habe es keine Sekunde bereut”
Unsere Münder landen sanft aufeinander. Er ist schon immer das gewesen was ich wollte. Und niemals werde ich ihn aufgeben.
Lieber bin ich kein Thekenmädchen mehr.

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