90: Flaschendrehen -Marlon, dwk pt.III

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Marlon

Während ich die 10 Runden extra am Ende der Stund rannte - was für mich ein leichtes war - konnte ich meinen Blick nicht von ihr lassen.
Wie konnte sie denken, dass ich sie unattraktiv finden würde? Hat sie wirklich nicht bemerkt, dass ich sie ständig anstarre? Ich hab mich mit Absicht vor sie in Mathe gesetzt, um mit ihr meine Lösungen vergleichen zu können und somit einen Vorwand zu haben mit ihr reden zu können. Bevor ich schlafen ging war sie mein letzter Gedanke und mein erster wenn ich wieder wach wurde. Olivia war so - so anders als alle Mädchen auf unserer Schule. Sie lies sich kein Blatt vor den Mund nehmen, sie zeigte offen und ehrlich was ihre Interessen sind und dass sie sich zwar gerne hübsch macht, aber Kleider nicht ihre Sternstunde sind. Sie kickt ab und zu auf dem Schulhof mit uns und ist wirklich super im Handball. Und dazu hat sie die wunderschönsten Augen auf der Welt. Nie habe ich solch strahlende Augen gesehen.
Wäre sie vor einem halben Jahr nüchtern gewesen hätte ich sie definitiv nicht abblitzen lassen. Aber ich bin nun mal kein Arschloch und ich war mir unsicher, ob sie es am nächsten bereuen würde, geschweige denn, dass sie sich überhaupt dran erinnert. Also beließ ich es bei einem Nein. Dass sie das so sehr verletzt hatte ich nicht gedacht. Ich dachte auch sie könne sich nicht mehr dran erinnern.
Aber anscheinend kann sie das sehr wohl. Und der Kuss vorhin war noch besser als in meiner Vorstellung.
Und davon wollte ich mehr.
Und das für immer.

~~~~

Nach der Sportstunde wartete ich vor der Halle auf sie. Ich lehnte an der Wand, mein Rucksack und meine Sporttasche standen neben mir, während ich durch den Stuss von Insta scrollte.
Markus schrieb mir.

Jo wo bist du?
Wollten wir nicht zusammen
zum Training?

Sorry komme definitiv
zu spät
musste extra Runden laufen

Was hast du denn wieder angestellt

Naja Schiri fand es
nicht so gut mich im
Flur knutschen zu sehen
Während dem Unterricht

Fuck mit wem?

Oli

Ich sehe das Markus schreibt, doch ich stecke vorher mein Handy weg. Er kann ruhig auf heißen Kohlen sitzen. Mein bester Freund zieht mich nämlich schon viel zu lange damit auf, dass ich Oli nicht aus den Augen lassen kann. Aber er hat ja auch recht. Ich konnte meine Augen einfach nicht von ihr lassen. Und viel mehr brachte mich meine Fantasie um den Verstand. Ich wollte einfach zu gern wissen wie wunderschön sie nackt aussehen wird. Doch ich bin ein Gentleman und werde nichts tun, was sie nicht ausdrücklich will.

Als ich Olivia sehe muss ich sofort grinsen. Sie kommt geradewegs auf den Ausgang zu und packt sich ihre Kopfhörer dabei in die Ohren. Sie schaut dann auf ihr Handy und erst an der Tür schaut sie wieder nach oben. Dann entdeckt sie mich.
Kurz hält sie in ihrer Bewegung inne, dann tritt sie aus dem Gebäude und nimmt ihre Kopfhörer wieder aus dem Ohr. „Was machst du hier? Hast du nicht Training?", fragt sie entsetzt und steckt ihre Kopfhörer weg. „Ich hab dein Deutschbuch noch", sage ich und greife in meinen Rucksack. Oli muss schmunzeln und kommt etwas auf mich zu. „Krieg ich es diesmal auch wieder?", fragt sie und legt den Kopf dabei so niedlich schief wie sie es oft tut. „Was hältst du davon, wenn wir einen Deal machen", grinse ich und gehe auf sie zu, sodass wir jetzt sehr nah voreinander stehen.
„Und der Wäre?"
„Ich lass mein Training sausen, dafür kommst du mit zu mir und dann kriegst du dein Deutschbuch wieder" - ich hatte keine derartigen Absichten. Ich wollte sie einfach nur bei mir haben. Und das am liebsten sofort. „Unter einer Bedingung"
Fragend sehe ich sie an.
„Du musst mir schwören, dass ich keine Wette bin, dass du mich aus freien Stücken geküsst hast und dass du diesen Kuss, den Kuss vorhin und alles was du gesagt hast, ernst meinst"
„God damn it, Oli natürlich meine ich das ernst! Ich denk mir doch nichts aus um dich ins Bett zu kriegen. Wäre das in meinem Sinn, dann hätte ich das schon vor einem halben Jahr erreichen können und das weißt du. Hab ich aber nicht, weil du- du bist so verdanmt wunderschön. Für dich würde ich jedes Training dieser Welt sausen lassen, weil du in mir ein Gefühl auslöst was ich nicht kenne und was ich liebe. Du bist so viel mehr als nur eine Freundin. Ich will, dass du meine Freundin bist"

~~~~

Olivia

Kaum war seine Zimmertür hinter uns zu gefallen lagen seine bazaubernden Lippen bereits auf meinen. Und es fühlte sich noch besser an als vorhin im Gang der Sporthalle. Wir küssten uns so hemmungslos und ohne Verstand, dass mir schwindelig wurde. „Gott, Oli", stöhnt Marlon plötzlich, was mich ebenso plötzlich feucht werden lässt. Er küsst meinen Hals, bis runter zu meinem Schlüsselbein und verteilt darauf so viel Liebe.
Meine Hände kriechen unter sein Shirt und ziehen es ihm kurz danach über den Kopf. Mein Herz explodiert als ich seinen Oberkörper sehe und wie er da so selbstgefällig vor mir steht. „Na, Sprache verschlagen? Dann wart ab bis ich die Hose aus hab", grinst er und küsst mich dann wieder. Ich muss in den Kuss schmunzeln. Diese Ehrlichkeit mit diesem Selbstvertrauen ist unglaublich. Wir küssen uns wieder. Es wirkt fast so als würde er sich nicht trauen mich ebenso auszuziehen. „Du kannst mich ruhig auch ausziehen", hauche ich ihm in sein Ohr, was er sich nicht zwei Mal sagen lässt. „Ich hab mir das so lange gewünscht und mir schon so oft vorgestellt", haucht er - nachdem er mir mein Shirt über den Kopf gezogen hat - gegen meine Lippen. „Warum hast du nie was gesagt? Ich mein, ich war peinlich berührt von meinem peinlichen Anmachversuch. Aber du?", frage ich flüsternd und verteile dann Küsse auf seiner Wange und seinem Oberkörper. „Vermutlich hatte ich Angst, dass kch mich blamieren könnte. Oder dass du mich abblitzen lässt nachdem ich dich abblitzen lassen hab"
„Also hast du ein halbes Jahr verschenkt?"
„Wenn dann wir"
„Also eigentlich", ich spreche nicht weiter, da er seine Lippen auf meine sinken lässt und ich so voller Schmetterlinge bin, dass ich kaum klar denken kann.
„Küss mich, anstatt stuss zu reden. Du hast meine Frage vorhin nicht beantwortet so nebenbei"
„Welche Frage?", hauche ich gegen seine Lippen, obwohl ich genau weiß, welche Frage er meint.
„Willst du meine Freundin sein?"
„Nichts lieber als das, Marlon"

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