52: Tagebuch - Draco, HP pt.I

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Blonde Haare, graue Augen, freches Grinsen.
Nie habe ich etwas mehr gehasst, als diesen Anblick.
Seine Selbstgefällige Art geht mir auf die Nerven, am liebsten würde ich ihn verzaubern. So wie Mad Eye Moodie - nun gut, eigentlich war er es gar nicht, aber ich würde diesen Wiederling Draco Malfoy zu gerne als Frettchen sehen.
Er tut so als wäre er der größte, greift Harry immer wieder aufs neue an und beschimpft liebe Menschen als Schlammblüter und nichts könner.
Draco Malfoy ist ein Wiederling. Er ist ein abartiger Zauberer, der leider Gottes ziemlich schlau ist.
Er ist in jedem Fall keine nette Person und dass er sich immer wie der König der Welt fühlt, geht mir gehörig auf die Nerven.
Und trotzdem.
Liebes Tagebuch, dir kann ich doch alles erzählen oder?
Doch traue ich mich nicht, dir dies zu sagen.
Es ist etwas was mir selbst nicht passt. Ich kann es nicht ändern.
Liebes Tagebuch, behalte es für dich.
Aber Draco Malfoy ist nicht nur ein Wiederling...
Er ist sein eigener Herr, mit eigenem Willem und ich..ich habe große Fehler begangen. Ich habe zu viel Zeit in seiner Nähe verbraucht. Ich habe zu sehr eingeatmet, zu sehr seiner stimme gelauscht, zu sehr seinem Lächeln geachtet.
Ich fühle mich ihm hingezogen. Will ihm näher sein. Obwohl er fies und gemein ist, zu jedermann!
Und doch, liebes Tagebuch, weiß ich nicht wie mir geschieht....

*ein ganz Normaler Schultag in Hogwarts*

Draco

Mir huscht ein Lächeln über die Lippen. Keines wie sonst. Kein selbstgefälliges oder freches. Kein grausames. Nein, ein ehrliches Lächeln.
Antonia Resling vereint alles was mir noch so gut gefallen mag. Sie sieht gut aus, sie ist schlau, sie setzt sich durch.
Und natürlich: sie ist blond. Meine größte Schwäche.
Heute Morgen sieht sie im Unterricht sehr konzentriert aus. Sie macht ihre Aufgaben gewissenhaft und fühlt sich dabei keineswegs beobachtet.
Meine Blicke sind verstohlen. Heimlich und zögerlich. Sollte jemand sehen, dass ich ein kleines Ravenclaw Mädchen anhinmle, dann gnade mir Gott.
Mein Verstand sagt mir schon, dass ich sie nicht beachten sollte, doch meine Augen machen ihr eigenes Ding.
Der Unterricht geht schleichend vorrüber und so schnell wie sie können packen alle ihre Sachen am Ende der Stunde zusammen. Nur Antonia nicht.
„Kommst du Toni?", fragt Chang sie ungeduldig. Wahrscheinlich mittags hunger oder Angst vor snape. Der ist jedoch schon lange verschwunden. Ich sitze immer noch auf meinem Platz und beobachte jeden Millimeter, den Antonia sich bewegt.
Niemand nennt sie so.
Antonia.
Alle nennen sie Toni. Nur ich nicht. Ich nenne sie weder Toni noch Resling. Ich nenne sie Antonia und das nervt sie besonders.
Das macht mich wiederum sehr glücklich.
„Komme ja schon", sagt sie gehetzt und eilt davon, dabei fällt ihr ein kleines schwarzes Buch aus der Tasche. Sie bemerkt es nicht und schon ist sie verschwunden.
Die Neugier ist zu groß.
Mein Hemmschwelle zu gering.
Ich greife nach dem Buch und öffne es.

Antonia

Beim Mittagessen ist es immer viel zu laut in der großen Halle. Wie auch zum Abendessen kann ich es nicht ertragen. Ich genieße daher immer die Stille im alten Gewächshaus, nachdem ich mir schnell mein Essen hinunter geschlungen habe.
Entweder mache ich hier Hausaufgaben, zeichne oder schreibe in meinem Tagebuch.
In meiner Tasche suche ich danach, doch finde es nicht.
Verdammt!
Ich hätte es doch mit einem Zauber belegen sollen.
Es muss noch im Unterrichtsraum liegen von vor dem Mittag.
Genervt lasse ich meinen Kopf gegen die Wand fallen, als die Tür des Gewächshauses geöffnet wird. Ich denke mir nichts, oftmals kommen Cho oder Penelope nach dem Essen für die restliche Pause zu mir.
„Ich bin so Dumm", sage ich daher frei raus.
„Und das von einem Ravenclaw Mädchen"
Sofort schrecke ich hoch und stehe auf. Ein paar Meter entfernt steht Draco Malfoy.
Ein Wiederling.
Mein Kopf setzt aus.
„Was willst du?", bringe ich hervor. „Nichts"
Skeptisch blicke ich ihn an. Ich mustere ihn genau. Dabei fällt mir auf, dass seine Haare vom Herbstwind etwas zerzaust sind. „Du bist wirklich echt klein. Hast du schonmal über einen Wachstumszauber nachgedacht?", fragt er mit einem frechen Grinsen, dass ich ihm am liebsten aus der Visage schlagen würde!
„Ich hasse dich, Malfoy!", entkommt es mir mit geballten Fäusten.
„Dein Tagebuch sagt etwas anderes, Antonia"
Alle meine Gesichtszüge entgleiten mir.
Meine Fäuste lösen sich.
Mein Mund öffnet sich einen Spalt.
Er hat mein Tagebuch.
Es liegt nicht im Raum.
Draco. Malfoy. Hat. Mein. Tagebuch.
Shit!
Shit, shit, shit!
Und anscheinend hat er es auch gelesen. „Gib es wieder her!", ist das einzige was ich zu stande bringe. Dabei strecke ich meine Hand fordernd nach vorn aus. Draco greift danach und zieht mich zu sich. In binnen von Sekunden stehe ich vor ihm. Eindeutig zu nah(!) vor ihm!
Mein Atem stockt.
Er ist einen ganzen Kopf größer als ich. Mein doch so freches Mundwerk ist plötzlich wie weg.
Ich bin still. In der einen Hand hält er meine, in der anderen mein Tagebuch.
„Du hast es gelesen", stelle ich fest und versuche nicht mal von ihm zu weichen. Viel zu sehr ist diese Nähe, das was ich will, laut dem was in meinem Tagebuch steht.
„Oh Antonia"
„Niemand nennt mich so"
„Ich nenn dich so, liebes"
Gefährlich.
Anders kann man diese Situation nicht beschreiben. Ich spiele mit dem Feuer. Mit einer Schlange, die mich jederzeit vergiften könnte. Und doch ist da dieser reiz. Der Reiz wissen zu wollen wir er sich anfühlt. Wie er lebt, wie er, er ist.
Er scheint zu spüren was in mir vor geht. Er kommt mir näher.
Doch bevor etwas weiteres passieren kann, drückt er mir mein Buch in die Hände und entzieht sich meinerseits.
Durch die Tür dringen Stimmen, das Gewächshaus füllt sich mit Schülern und unter all diesen verschwindet Draco Malfoy nach draußen.

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