62: Fühlen - Raban, dwk

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Für jasmin087234 → etwas anders als du es dir gewünscht hast

Nala

Es brannte.
Es schmeckte.
Es verletzte mich im inneren.
Und endlich. Endlich begann ich wieder etwas zu fühlen.

Nachdem Darkside mich vor 10 Jahren auf seine Seite gezogen hatte und ich seitdem nur ein Jahr gealtert bin, habe ich vergessen wie es sich anfühlt zu leben.
Zu Schmecken, riechen und fühlen.
Vor allem fühlen.
Ich fühlte nichts mehr.
Ich war wie ein Stein.
Und als die Wilden Kerle kamen, weil Darkside Leon entführt hatte bzw. Blossom, weil sie immer noch alles für ihn tat, spürte ich einen leisen Funken Hoffnung in mir.
Raban tat es mir ganz besonders an.
Er sah gut aus, glaubte an sein Team und war ein kleines Stück kleiner als ich.

Doch jetzt - ganze drei Wochen später, saß ich allein hier und das obwohl Raban mich befreit hatte.
Er ist abgehauen und ließ mich zurück.
Zurück mit Gefühlen, die mich plötzlich wieder Überkamen.
Zurück mit tausend fragen, die mir niemand von ihnen beantworten konnte.
Zurück mit Wut. Und der großen Lust nach etwas was in meiner Kehle brannte und was mich wieder vergessen ließ, wie sich fühlen wirklich anfühlt.

Und nun saß ich hier. Fern von Darkside und leglichen Gefühlen.
Doch ein Gefühl besaß ich.
Hass.
Ich war so sauer auf Raban. Es kotze mich so an. Ich war besoffen und musste endlich nicht mehr diesen Schmerz fühlen, alles das was ich wieder wollte, würde ich jetzt wieder abgeben wollen.

„Heyy”, Blossom ist ebenfalls etwas angetrunken, als sie sich auf die kalten Steine vor dem Haus zu mir setzt. Im Gegensatz zu mir ist Maxi nicht vor ihr abgehauen. „Was machst du hier draußen gansch allein?”, fragt sie leicht lallend. Ich nehme einen Schluck aus der Flasche und lasse das kühle Zeug meine kehle runter rasseln.
„Sitzen und trinken. Drinnen ist mir die laune zu gut”, antworte ich und nehme noch einen Schluck. Einen noch größeren.
Ich war so voller Hass und verdammt, so langsam wirkte der Alkohol nicht mehr.
„Aber hier ist es doch-”, fing Blossom an, doch sie wird unterbrochen von Maxi, der nach ihr ruft.
„Weißt du was, Blos? Ich geh wieder zu dark. Dann muss ich diesen ganzen Dreck nicht mehr fühlen”, lalle ich mehr als gewollt und stehe auf. Blossom scheint davon gar nichts mitzubekommen. Sie steht auf, umarmt mich und verschwindet zu Maxi.
Ich schüttle nur den Kopf und setzte die Flasche erneut an.

Weit komme ich nicht, da sich jeder schritt unglaublich schwer anfühlt und die ganze Welt sich einfach nur dreht.
Ich stolpere.
Ich falle.
So wie schon so oft in meinem Leben.
Ich bin so betrunken und es ist mir egal. Denn ich fühle nichts mehr.
„Nala”, schreit plötzlich jemand, als ich mir gerade die Falsche wieder zu Gemüte führen möchte.
Ich drehe mich um, schwanke und muss drei Mal Blinzeln, ehe ich sehe wer da vor mir steht.
Es ist Raben.
Meine Augen werden zu schlitzen und die Flasche trinke ich mit einem letzten großen Schluck aus.
„Nala”, schreit er wieder und ist mir näher, „Du musst ins Bett”
„Schrei nicht so”, knurre ich als mein Kopf beginnt zu dröhnen.
„Ich schreie nicht”, schreit er wieder, „Du bist nur viel zu doll betrunken. Komm”
„Was willst du?”
„Dich ins Bett bringen”
„Lass mich”
„Nala, komm schon. Wo willst du denn jetzt hin?”
„Zu Darkside! Ich nehme das Vampir-Paket wieder, dann muss ich nicht mehr fühlen!”
„Was?”, Raban sieht mich verdattert an und mir überkommt die Wut. Ich schmeiße sie leere Glasflasche weg, sodass es beginnt zu scheppern. Es tut weh im Kopf.
„Ich will nicht mehr für dich fühlen!”, sage ich dann und werde jetzt wütend.
Und zwar so richtig.

*Next morning*

Mein Kopf dröhnt, meine Augen sind schwer. Mein fühlt sich trocken und schal an. Mein Körper ist wie auch stein.
Ich reibe mir die Augen und nach einigen Momenten realisiere ich, dass das nicht mein Bett ist.
Schwungvoll setzte ich mich auf, doch das war eine schlechte Idee. Sofort beginnt es hinter meiner Stirn zu pochen.
„Langsam, Alki”, meint eine mir sehr bekannte scheiß Stimme.
Vor mir liegt Raban auf seinem Sofa.
„Shit”
„Nein, wir hatten kein Sex. Hätte ich mir nie verzeihen können, so wie drauf warst”
„Mh-hm”, meine ich genervt und rutsche an das Kopfende, sodass ich vernünftig sitzen kann.
„Was mach ich hier?”
„Naja, nachdem du dich gestern voll laufen lassen hast und ca eine Millionen Mal gesagt hast, dass du nicht mehr fühlen willst, weil ich scheiße bin und du ständig meintest, dass du wieder zu Darkside gehst, weil es dir dort besser ging, hab ich dich auf dem Arm genommen und zu mir nach Hause getragen. Du hast mich voll gemotzt und voll gekotzt, bevor du mich angeschriehen hast, dass ich einfach gegangen bin, wie nach einem schlechten ONS und wie ich denn nur so sein kann. Ich denke ich erspare dir die Details. Wasser und Asperin stehen neben dir”, sagt er und lächelt mich an. Dann steht er auf und kommt auf mich zu. Ich bin noch zu baff, um etwas anderes tun zu können.
„Und kleiner Nachtrag am Rande: ich habe dich nicht stehen lassen, weil ich bock hatte, dir das herz rauszureißen, nachdem du es dir gerade von mir wieder geholt hast. Ich wollte dich mehr als alles andere, doch dann wolltest du direkt Alkohol und wir haben eure Freilassung gefeiert. Nur hast du dort direkt mal mit Joschka rumgemacht und dann hab ich beschlossen dich zu hassen”, Raban ist jetzt ganz dicht vor mir, so nah, dass wir uns jeden Moment küssen konnten. „Und dann hast du nh Dreier vorgeschlagen und ich wollte dich noch mehr hassen. Ende vom Lied. Du warst besoffen und hast es dir selbsr zu zuschreiben, dass ich dich hasse”.
„Hasst du mich denn auch wirklich?”, frage ich mit rauer Stimme und konne ihm Millimeter weise näher. „Das ist das schlimme daran: ich kann dich nicht hassen”
Und obwohl mir übel ist, ich Kopfschmerzen habe und mein Leben sich gerade neu aufstellt, fühlt sich der Kuss an, wie ein Feuerwerk, welches endlich frei sein kann.

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