53: Keep it Secret pt. II

524 11 4
                                        

Luna

Es war ein Tag wie jeder andere. Ein sonniger September Nachmittag in L.A. Schule, Sport, Hausaufgaben und Zeit mit Freunden verbringen.
Nichts weiter.
Zumindest erzählte ich das meinen Freunden Sienna, Ruby, Will und Ethan.
Eigentlich hatte ich noch etwas vor, aber das mussten sie ja nicht wissen. Denn immerhin war mein Vorhaben auch mein gut gehütetes Geheimnis seit gut zwei Jahren.
Ich rede von niemand geringerem als Aiden. Meinem Freund. Nur weiß eben niemand, dass wir zusammen sind. Warum auch?
Bei meiner letzten Beziehung wussten es alle. Am Ende wurde ich betrogen und meine "Freunde" standen auf der Seite von meinem Ex.
Natürlich ist es etwas riskant nicht mal meiner besten Freundin Ruby von meiner Beziehung zu Aiden zu erzählen, aber wirklich mögen tun sie ihn ja auch nicht. Er wird akzeptiert, weil sie ihn wahrscheinlich fürchten und sein bester Freund Jackson ist wirklich okay.
Aber wäre Aiden nicht so ein Arschloch gewesen, dann würde es vielleicht anders gelaufen sein.
Ich schwelge zu gerne in Erinnerung an unser Kennenlernen. Er war so ein Arsch.

*Flashback, zu dem Tag, an dem Luna und Aiden sich kennengelernt haben*

Luna

Ich war sauer. Nein eigentlich nicht. Oder doch. Ach, ich wusste es doch selber nicht. Meine Mutter hatte lange geplant mit ihrem Freund Lukas zusammen zu ziehen und ich konnte es ihr nicht verübeln.
Doch jetzt sollte ich mit meinen 17 Jahren noch mit nach L.A. ziehen. Dabei liebte ich es in Deutschland. Zumindest redete ich mir das ein.
Mein Freund Jakob hatte mich vor kurzem erst betrogen und verlassen. Meine Freunde wendeten sich von mir ab, weil sie mir nicht glaubten und mein bester Freund redete schon lange nicht mehr mit mir.
Also könnte man mich jetzt eigentlich fragen, was mich hier hält. Eigentlich nichts.
Und trotzdem.
Die Schritte in den Flieger bis zu meinem Sitzplatz, der Flug nach L.A. und die Schritte vom Flughafen bis zum Auto von Rafael fühlten sich schwer an. Als würde ich Beton hinter mir herziehen. Eine Altlast, die ich nicht loslassen kann.
Kann ich auch irgendwo nicht.

Der Vorteil an dem Umzug: Lukas Haus liegt an der Küste. Ein Kurzer Weg durch die Dünnen und ich bin am Meer.
Genau da stand ich vorhin und habe meine Schuhe irgendwo am Rand des Weges liegen gelassen.
Das ist auch der Grund, warum ich jetzt zwei uhr nachts mit meiner Handy-Taschenlampe den Weg ableuchte und die Schuhe nicht finden kann.
Ich raufe mir die Haare als mir der Mond entgegenleuchtet und ich bereits am Strand stehe. Super.
Ich muss sie übersehen haben.
Kurz genieße ich den Blick, dann drehe ich mich um, um zurück zu gehen, und Krache geradewegs in jemanden rein.
„Hey, pass doch auf!", knurre ich und fische mein Handy aus dem Sand. „Pass selber auf, Rotschopf", knurrt der Typ. Ich sehe ihn an. Seine braunen Augen funkeln im Mondschein. Grimmig sieht er mich an. Ich nutze die Gelegenheit, auch wenn sie mir fast schon sinnlos erscheint. „Hast du ein paar dunkelrote Chucks am Wegrand da irgendwo gesehen", frage ich ihn.
„Sind das deine?"
„Geht dich nichts an. Also hast du?"
„Wer suchet der findet, Rotschopf" - und mit diesen Worten lässt der Kerl mich alleine.

*Gegenwart*

Luna

Ich habe meine Schuhe damals ziemlich weit hinten im Gebüsch gefunden. Da hatte ich sie definitiv nicht hingelegt. Ich weiß nur bis heute nicht, ob er es war.
Er war wirklich ein Arsch.
Apropos Arsch, es klingelt an der Tür und zu 99% ist das Aiden, der mal wieder zu spät ist.
Und natürlich wissen meine Mama und Lukas von ihm und auch, dass wir zusammen sind. Wir tragen es halt nicht in die Öffentlichkeit breit.
Bevor ich runter gehen kann, öffnet sich auch schon meine Tür.
„Na Rothschopf", begrüßt er mich und schließt die Tür. Ich drehe mich auf meinem Schreibtisch Stuhl zu ihm herum.
„Cooper, du sollst mich nicht so nennen", ermahne ich ihn, als er auf mich zu kommt und sich zu mir runter beugt.
„Und du mich nicht Cooper, Cupcake" - und damit begrüßt er mich mit einem Kuss. „Du bist zu spät"
„Scheint nicht so als hätte es dich gestört, du Hausaufgaben suchti"
„Doch. Dann würde ich nämlich nicht mehr hier sitzen"
„Na dann", sagt er, hebt mich hoch, bringt mich damit zum quiecken und wirft mich dann aufs Bett, ehe er über mich gekrabbelt kommt. Und anstatt sich neben mich zu legen, lässt er sich auf mir nieder und schließt die Augen.
„Du Warst es”, sage ich festentschlossen, ohne ihn wissen zu lassen, was ich meine. „Was war ich?”, fragt er und hebt seinen Kopf.
„Das weißt du ganz genau, weil du es warst”
Genervt stöhnt er und dreht sich neben mich auf den Rücken. „Wenn du das selber noch nicht begriffen hast”, sagt er und schließt die Augen. „Was?” - scheiße er hat mich durcheinander gebracht. „Du meinst doch deine Schuhe, oder?”
Empört setzte ich mich auf ihn und beginne zu kämpfen. „Du hast meine Schuhe damals ins Gebüsch geworfen!? Warum”, frage ich empört nach. „Hör auf, Cake”, lacht er vom Kitzeln und übernimmt mich kurzer Hand. Schwups bin ich unter ihm. Meine Arme drückt er rechts und links in die Matratze. „Weil ich dich gesehen habe. Ich hatte das Bedürfnis danach und du kennst mich doch. Meine Bedürfnisse muss ich befriedigen”
„Aiden, dass ich nicht die Wahrheit”
„Man, reicht dir das nicht?”
„Aiden”
„Es war nh Wette. Die meinten ich trau mich das nicht, weil du so nah dran warst und es eigentlich mitbekommen hättest müssen. Als du in der Nacht plötzlich da standest war ich verblüfft, dass du es nicht mitbekommen hattest”
„Oh du arsch- du”, ich kann nicht weiter reden, weil er mich beginnt zu küssen. Und oh man, egal, was wir alles schon durch gestanden haben, ich liebe diesen Kerl. Ich liebe ihn so so sehr.
Ich kann nicht sauer auf ihn sein.
Auch wenn er es verdient hätte.
Aber lieber küss ich ihn.

------------------------------------------------------------------

OneShots Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt