72: Pause - Marlon, dwk

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Marlon

Die Musik drang laut aus dem inneren des Hauses, während ich nach draußen zu den anderen ging.
„Na, wie läufts?", frage ich Maxi, Leon und Markus während ich mir eine Zigarette aus meiner Schachtel nehme und sie anzünde.
Es ist verdammt kalt, doch da drinnen ist es so stickig, dass man es kaum noch aushält.
„Weißt du doch. Die Partys werden immer lahmer und wir alt", murrt Markus und zieht an seiner Kippe. Die Aussage entlockt mir ein schmunzeln, während ich auf mein Handy sehe und meine Nachrichten checke.

Schnuffel<3:
Hey
Ich weiß, dass du mich wahrscheinlich nicht sehen willst, aber kann ich den Schlüssel zu deiner Wohnung benutzten?

Mein Herz setzt einen Schlag aus als ich die Nachricht von meiner Freundin lese. Ich runzle die Stirn.

Jenna ist zwei Jahre als jünger ich und macht gerade ihr Abi. Wir haben uns vor ein paar Wochen heftig gestritten und uns für eine Pause nach 2 Jahren Beziehung entschieden. Die Jungs haben mich ausgelacht, doch ich habe gehofft, dass wir so unsere Beziehung retten können. Irgendetwas stand zuletzt immer uns. Seien es ihre Eltern, die ihr das Abi schwer machen und sie runter machen oder meine Ausbildung, die mir meinen letzten Nerv raubt.
Wir haben gesagt, dass wir unsere Leben auf die Reihe kriegen wollen und dann weiter sehen werden.
Doch ich liebe sie und seit beginn unserer Pause sage ich trotzdem jedem, dass ich in einer Beziehung bin. Ich habe es nicht mal gewagt im Club zu gucken.

„Bleibst du noch lange?", Markus frage reißt mich aus den Gedanken. „Weiß noch nicht, warum?", Antworte ich und antworte Jenna nebenbei. „Wir wollen abhauen und wollten es dir nur sagen. Leon bleibt wahrscheinlich noch", meint Maxi und deutet dann auf Paula und Luna - die beiden Freundinnen von den Jungs, welche ziemlich betrunken sind. „Jo, dann nh angenehme Nacht", lache ich und entziehe mich dann den Jungs, um Jenna zu schreiben.

Schnuffel<3

Hey, klar lannst du.
Ich hab dir den Schlüssel gegeben, damit du immer hin kannst, du brauchst also quasi nicht fragen

Sofort bekomme ich eine Antwort, was mir etwas angst einjagt.
Ich ziehe ein letztes Mal an meiner Zigarette, bevor ich sie ausdrücke und auf die Antwort warte.

Danke.
Ich bin ehrlicherweise auch schon da haha

Ist alles okay?

Ja passt alles soweit
Und bei dir

Jenna, du weißt, dass das keine Smalltalk frage war. Was ist los?

....

Sie tippt.
Immer und immer wieder. Doch sie Antwortet nicht.
Die Frage bleibt unbeantwortet.
In mir brodelt die Sorge. Mein Magen vermag sich umzudrehen.
Ich stelle mein Bier zur Seite und verschwinde sofort aus dem Cub.

Bist du jetzt bei mir?

Ja, ich kann aber auch gehen, falls du nach Hause kommst, sag einfach Bescheid

Shit du bleibst wo du bist
Ok ich hab verstanden, dass du mir anscheinend nicht sagen willst, ob alles okay ist, aber scheiße ist was vorgefallen? Warum sonst willst du um 2 uhr nachst in meine Wohnung

Ja

Ein kanppes ja.
Aber es reicht, damit mir sofort komplett übel wird.

Ich schlafe auf der Couch

Schreibt sie und mir entkommt ein verzweifeltes Lachen. Wahrscheinlich wird sie in unserer Wohnung nicht in unserem Bett, sondern auf der Couch schlafen.

Geh ruhig ins Bett, schnuffel

Ich hab sie lange nicht mehr so genannt und ich sage ihr mit Absicht nicht, dass ich gleich zu hause bin. Viel zu groß ist die angst, dass sie abhaut.
Innerhalb 20 Minuten bin ich zu Hause und eile die Stufen nach oben.
In der Wohnung ist es ruhig. Ich habe Angst, dass sie wieder gegangen ist, doch an der Garderobe hängt ihre Jacke und ihre Schuhe stehen auch da.
Ich streife mir die Schuhe und jacke ab, als ich ein Schluchzen aus dem Bad höre. Erst jetzt bemerke ich, dass die Dusche an ist. Mir wird sofort wieder schlecht und ich eile ins Bad.

„Jenna?", frage ich ruhig und gehe rein. Sie schluchzt. Sie sitzt in der Dusche und weint. Mit Klamotten.
Verdammt.
„Babe", sage ich, stelle die Dusche aus und hocke mich vor sie. Ich hebe ihren Kopf und mir läuft sofort ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter.
Sie ist grün und blau geschlagen.
„War er das?"
Sie nickt.
Ich packe meine Wut bei seite und ziehe sie hoch. Behutsam ziehe ich sie aus, ehe ich sie nochmal unter die heiße dusche stelle, damit sie sich aufwärmt. Danach gebe ich ihr ein Handtuch und verschwinde ins Schlafzimmer. Mit einer Boxer und einem Shirt komme ich wieder. Sie zieht die Sachen an und schaut dann verzweifelt auf mich. Ich begreife, streife mir den Pulli ab und gebe ihn ihr. Sofort zieht sie ihn an. „Geh ins Bett", meine ich und gebe ihr einen Kuss auf die Stirn. „Kommst du mit?", fragt sie und streckt ihre Hand aus. Ich lächle leicht. Dann gehen wir ins Bett.
Geimeinsam.

*Nächster Morgen*

Sie schläft noch. Im Pulli, so wie ich sie gestern Abend ins bett gebracht habe. Mein Wecker klingelt plötzlich. Sofort schalte ich ihn aus, doch zu spät. Jenna ist wach.
„Sorry", meine ich und streiche ihr ine Strähne hinters Ohr.
„Sehe ich schlimm aus?", fragt sie und schaut beschämt. In meinem Blick liegt sorge. Und wut. Wut auf ihren verdammten Vater. „Sie werden morgen in der Schule gucken", meine ich, „Willst du mir sagen, was passiert ist?"
Sie zuckt mit den Schultern. „Das übliche"
„Nur das?", misstrauisch sehe ich sie an.
„Ich hab ihm gesagt, dass ich ausziehen will, da ist er ausgerastet"
„Ich könnt ihn-", ich versuche tief durchzu atmen. Würde ich jetzt mit Gewalt drohnen, würde ich nicht besser sein als ihr Vater.
„Können wir kuscheln?", fragt sie plötzlich, sodass ich lächeln muss und sie in meinem Arm ziehe. Jenna lächelt ebenfalls.
„Scheiß auf die Pause. Ich liebe dich und ich lass dich da nicht mehr zurück gehen. Du bleibst jetzt bei mir. Deine Sachen hol ich mit Leon und Papa. Deine Mutter kriegen wir da auch noch raus, aber du gehst mir da nicht mehr hin. Und auf die Pause hab ich auch keine Lust mehr"
„Ich hab gehofft, dass du das sagst", sagt sie lächelnd und kuschelt sich mehr an mich.
Gott verdammt.

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