40: Baumhaus - Willi, dwh pt. III

1.3K 23 6
                                        

Lilli

Willi lässt mich wieder runter und drückt mich dennoch gegen die Wand. Seine Hände wandern über meinen ganzen Oberkörper.
Von meiner Taille zu meiner Hüfte, über meinen Hals mit Nacken bis unter mein Shirt zu meinen Brüsten.
Ich Keuche. Selbst wenn ich wollte, könnte ich gar nicht anders. Gerade bin ich ihm verfallen und ich weiß nicht wieso.

Meine Hände wandern ebenfalls unter sein Shirt. Mit meinen Fingernägeln streiche über die definierten Brustmuskeln inklusive Tattoos und schmelze förmlich dahin. Im nächsten Moment verliere ich mein Oberteil. Gerade als ich ihm seins vom Leib reißen will, halte ich inne.
Es knackt.
Da wieder!
So als würden Leute kommen.
„Mist”, entfährt es mir. Das sind Sprotte und Fred. Der Rosengarten hätte mir schon eher auffallen sollen. Willi löst sich von mir, gibt mir mein Shirt und wirft einen Blick nach unten. „Los da lang”, sagt er, als er sich wieder umdreht und schiebt mich in Richtung des anderen Ausgangs. „Da ist aber keine Leiter nach unten”, murre ich und bleibe stehen. „Man, nerv nicht. Wir gehen außen rum und wenn die beiden anfangen rum zu machen, klettern wir runter”, knurrt er, was erstaunlicherweise nicht abturnt ist. Im Gegenteil. Dennoch will ich gerade ansetzten, als er mich unterbricht. „Wenn du nicht willst, dass Sprotte dich hier so sieht”, er deutet auf meine Haare und das fehlende Oberteil „Dann geh jetzt”
Wiederwillig gehe ich und verstecke mich an der anderen Seite. Tatsächlich freut sich Sprotte sehr über die vielen Rosen und man sieht, dass Fred sich mühe gibt. Kann ich den anderen Hühnern Natürlich nicht sagen, weil dann wüssten sie das ich hier war.

Einige Minuten vergehen, die sich wie eine Ewigkeit anfühlen als wir endlich küsse Hören. Sehr spezielle und intensive Küsse.
„Scheiße können wir jetzt bitte abhauen? Ich will nicht bei deren ersten Mal dabei sein”, fauche ich und wille deutet an mich leise davon zu schleichen.
Es klappt.
Willi und ich landen leise auf dem Boden. Doch als ich einen Schritt nach hinten trete knackt es gewaltig und im Baumhaus hört man sofort Schritte. Willi greift nach meiner Hand und rennt los. Mir entkommt ein Lachen. Warum weiß ich nicht, aber es gibt mir einen Kick, der mich glücklich macht.
Wir laufen eine ganze Weile, bis Willi außer Atem stehen bleibt. „Ich hoffe, die haben jetzt besseres zu tun als uns fol-”, Willi spricht nicht zu Ende. Er kann es nicht, denn meine Lippen landen auf seinen. Meine Hände lege ich an seinen Nacken, seine sind an meiner Hüfte. Wir küssen uns so intensiv, dass mir die Luft nach einigen Sekunden fehlt. Wir lösen uns voneinander. Außer Atem. Völlig durcheinander. Die Lust in Willis Augen funkelt. So sehr, dass er mich tiefer in den Wald hineinzieht...

*Ein paar Tage später*

„Hey”, begrüße ich meine Freunde zum wöchentlichen Hühner-Lern-Tratsch-Treffen. Wie immer sitzen wir unseren Wohnwagen, lachen, lernen und reden. Alle umarmen mich, Trude gibt mir etwas zu trinken und dann beginnt auch schon das große Lernen. Oder eher Tratschen. „Aber was die auch wieder an hatte”, meint Wilma und verdreht die Augen. Sie ist immer noch nicht über Leonie, ihre Ex-Freundin, hinweg, doch auch wenn man es nicht glaubt, sie macht Fortschritte.
„Anderes Thema”, sagt Frieda, „Sprotte? Du hast immer noch nicht von deinem Date mit Fred erzählt”
Sie grinst, weil sie weiß, dass Sprotte nun nicht mehr drum herum kommt. Und dann beginnt sie zu erzählen. Von Rosen, über Gespräch bis zu dem gewissen Punkt. Und alle hören gespannt zu.

Das Treffen ist zu Ende und gerade fahren wir alle zurück bis zur Kreuzung an der Sprotte und ich alleine weiter fahren. „Tschüss”, sagen wir zu den anderen. Es war ein gutes Treffen mit mehr Trasch als Lernen, aber so ist das halt.
„Lilli?”
„Hm?”, ich blicke in ihre Richtung.
„Als Fred und ich im Baumhaus waren kurz bevor wir es getan haben, naja du weißt schon, da sind zwei Leute weggerannt”
Oh shit.
Fred hat gesagt, der Junge war auf jeden Fall Willi, der es verplant hat, dass wir hier sind und irgendein Weib hierher geschleppt hat”, Sprotte hält kurz inne. Ihr scheint es ähnlich unangenehm zu sein wie mir. „Ich hab zu Fred nichts gesagt, aber”, wieder eine kurze Pause, „Kann es sein, dass du das warst?”

****

Hab ich es bei Sprotte abgewiesen, dass ich es war? - vielleicht..
Hab ich es aber so schlecht gemacht, dass sie es auf jeden Fall gemerkt haben muss? - herr Gott, definitiv!

Im der letzten Woche sind Willi und ich weniger aneinander geraten als sonst. Was nicht darin liegt, dass unseren gemeinsamen Fächer ausgefallen sind, sondern eher daran, dass immer wenn wir fast aneinander geraten sind Sex hatten. Von Klassenzimmer, Schulklo, hinter der Turnhalle, im Wald, ja auch im Wohnwagen - es war alles dabei. Und es war nur eine Woche. Nicht mal.
Das kann jedenfalls nicht so weitergehen, weshalb ich eine - wahrscheinlich sehr dumme - Entscheidung getroffen habe.
Sollte mir vielleicht bewusst gewesen sein, bevor ich bei Willis Eltern klinge.
Sein Vater macht mir die Tür auf und sieht mich mürrisch an.
„Guten Tag Herr”, ich muss schlucken. Man kann der einem Angst einjagen. „Herr Schwanitz. Ist Willi da? Wir haben etwas für die Schule zu erledigen”, bringe ich mit einem schmalen Lächeln heraus. Auch wenn er mir nicht glaubt stehe ich zwei Minuten später bei Willi im Zimmer.
Doch mein Plan geht nicht auf...

Wir hatten Sex.
Schon wieder.
Sind wir aneinander geraten? - nein.
Haben wir es trotzdem nicht ausgehalten? - offensichtlich.

„Das kann so nicht weitergehen”, meine ich und ziehe meinen BH wieder an, den Willi sofort wieder öffnet. „Stimmt. Der sollte ausbleiben, für die nächste Runde”, meint er und macht sich schon wieder an meinen Brüsten zu schaffen. Kurz gehe ich drauf an und lasse mich ihm hingeben, wende aber rechtzeitig noch ab.
„Nein, das meine ich nicht” - mit aller Macht schiebe ich ihn von mir weg. Er sieht mich verwirrt an.
„Wir haben ständig Sex, aber noch nicht einmal drüber gesprochen was das ist”, meine ich und wirke dabei verzweifelter als ich will. „Ich weiß”, sagt er nur. Wirklich!?
„Hassen wir uns nicht eigentlich?”, frage ich und stumm sietzen wir nun nebeneinander.

Bestimmt 5 Minuten vergehen in denen niemand etwas sagt. Bis Willi schließlich das Wort ergreift.
„Ich hab keine Ahnung, ob ich dich hasse, Lilli. Ich finde dich verdammt nervtötend, aber du bist keine Furie. Du bist eine verdammte Göttin - zumindest im Bett. Du verkörperst alles was ich eigentlich will und trotzdem bringe ich dich eigentlich auf Abstand. Aber der Sex ist verdammt gut und wenn wir uns küssen, dann löst du ein Gefühl in mir aus, dass ich nicht kenne. Vielleicht ist es hass. Vielleicht nicht”
„Mir geht es gleich”, hauche ich.
Wieder schweigen wir uns an. Jetzt ergreife ich das Wort.
„Und jetzt? Was machen wir jetzt?”
„Was hältst du davon, wenn wir gucken wo es uns hinführt. Wenn wir probieren wie liebende oder sowas miteinander umzugehen”
„Das heißt, du willst es probieren?” - Willi nickt. Da! Wieder dieses komische Gefühl. Verdammt ich muss lächeln!
„Okay, warum nicht. Aber lass es uns nicht gleich herum erzählen”
„Nein, alles entspannt”, meint er und ich erahne so etwas wie ein Lächeln. „Und jetzt? Runde zwei?”, meint er grinsend und öffnet meinen BH. Ich verdrehe nur die Augen, doch setzte mich schon auf ihn und verbinde meine Lippen mit seinen.
Da ist es wieder! Dieses Kribbeln... dieses verdammte Kribbeln...

------------------------------------------------------------------

Hatte gerade so Lust den Schreiben

I guess, besser kann es nicht werden - letzter Part würde ich sagen (vorerst, vielleicht kommt irgendwann nochmal was dazu:))

OneShots Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt