Ella und Kyle Kington pt. IV
Ella
„Verdammte scheiße", knurre ich während ich mit zittrigen Händen dieses verdammte Teil in der Hand halte.
Mir ist Kitzbühel.
Ich glaub ich kipp um.
Meine Augen füllen sich sofort mit Tränen. Wütend werfe ich dieses scheißteil gegen die Wand.
Wie auch schon die letzten zehn Stück.
Man, wir hätten das nicht tun dürfen.
„Scheiße man", wiederhole ich mich nur immer und immer wieder.
Ich nehme mir noch einen aus.
Ich mache den nächsten.
Wieder das gleich Ergebnis.
Noch einen.
Und wieder.
„Fuck, fuck fuck”, mit dem Test in den Händen raufe ich mir die Haare und versuche dabei nicht komplett durchzudrehen.
Kyle ist heute auf Streife und danach noch im Club Barchef sachen erledigen. Er wird also erst Spät nach Hause kommen und bis dahin muss ich mich beruhigt haben.
Nur ohne Rauchen und ohne Alkohol.
Ich lasse mich auf den Boden nieder. Die Badezimmertür ist offen, genauso wie das Fenster. Nach dem ersten Test, habe ich schon schlecht Luft bekommen, dass ich durchzug machen musste.
Mir fällt unser Hochzeitsbild ins Auge, welches im Flur hängt.
Ich hab mich so sehr auf diesen Tag gefreut. Ich hab mich gefühlt wie eine Prinzessin. Und trotzdem habe ich bei der Erinnerung an diesen Tag immer einen bitteren Beigeschmack.
Die Hochzeit
Ella
Ich sah aus wie eine Prinzessin. Ich strahlte bis über beide Ohren. Genauso wie an dem Tag als ich mein absolutes Traumkleid gefunden hatte. Und heute stand ich vorm Spiegel, wunderschön hergerichtet in genau diesem Kleid. In ein paar Minuten würde ich seinen Namen annehmen. Wir haben schon so viel durchgestanden und ich freue mich einfach nur unendlich darauf endlich offiziell Sein zu sein.
„Oh Ella, du siehst Bombe aus", meint meine beste Freundin Juna und muss sich die Tränen verkneifen. „Danke", meine ich und nehme sie in den Arm.
Kurze Zeit später kommt auch schon mein Papa, welcher mich zum Altar unserer freien Trauung begleitet. Er könnte nicht stolzer aussehen.
Kyle steht vorne und strahlt bis über beide Ohren als er mich sieht.
Er unterdrückt sich die Tränen. Niemals würde er heulen. Und dennoch sieht man es ihm an, dass er kurz davor ist.
Mein Papa übergibt mich. Kyle wirkt stolz.
Die Zeremonie beginnt. Der Trauredner macht seinen Job klasse und ich kann meine Tränen nicht zurück halten.
Wir erheben uns.
Wir geben uns das Ja-Wort.
Wir..
Es ertönt ein Schrei, dann fallen schüsse. Geschockt schaue ich zur Seite. Unsere Gäste Flüchten in alle Richtungen. Der Trauredner bekommt ebenfalls kalte Füße und ist weg. Auf uns zu kommen drei voll tätowierte Typen. Zwei von Ihnen haben eine Knarre, einer von Ihnen einen Schlagstock. Sie tragen schwarze Anzüge und Sonnenbrillen. Die Goldkette verrät mir genau, wer sie sind. Ich könnt Kotzen.
Verdammt es ist mein Hochzeitstag!
„Oh nicht euer ernst", entfährt es mir ohne drüber nach zu denken. Die Typen bleiben stehen und richten ihre Waffen auf mich, Kyle stellt sich sofort vor mich. „Hallo Duncan. Oder sollten wir lieber Kyle sagen?", meint der mit der Goldkette. „Was wollt ihr?", meint Kyle und versucht die Fassung zu behalten. Vor ein paar Wochen war er auf einem Auslandseinsatz Undecover. Er sagte es sei schief gegangen und er habe angebrochen. Ich solle mir aber keine Sorgen machen, weil es ja im Ausland war. Und siehe da wer vor uns steht: Ein haufen Scheißer, die auch noch Massenmörder sind.
„Du hast uns amgelogen”, der kleinste von den dreien - welcher anscheinend der Boss ist - macht eine gefährliche Pause, „Bulle”
Natürlich war er aufgeflogen und Typen wie die finden es schnell heraus.
Ich beginne dem Gespräch von ihnen nicht mehr zu zuhören, stattdessen schaue ich mich um. Meine Mama hat das Handy am Ohr und deutet mir an, dass sie die Polizei gerufen hat. Alle anderen Gäste sind versteckt. Vor einer Waffe würde ich auch losrennen.
Ach man, so eine scheiße! Es kotzt mich an! Immer diese Undecover Einsätze, die mir alles versauen!
„So”, sage ich und unterbreche Kyle mitten im Satz. Ich trete vor ihn und lasse ihn gar nicht erst mich zurecht weisen. Stattdessen gehe ich in meinem Prinzessinen Kleid auf die drei Bürschchen zu. „So ihr affen. Was habe ich an, hm!?”, frage ich gefährlich wütend nach. Der eine Antwortet etwas irritiert. „Ein Hochzeitskleid?”
„Ganz genau, richtig”, sage ich und mache einen Schritt weiter auf sie zu. „Ja, dieser Volltrottel da, ist Bulle und ihr seid Arschlöcher. Aber ich habe wirklich keinen Nerv dafür, wenn ich an dem wahrscheinlich wichtigsten Tag meines Lebens aufkreuzt! Ihr habt meine Hochzeit gestört! Ich war gerade dabei endlich Kyle als Mann zu haben und ihr? Was macht ihr? Einen wunderschönen Moment ruinieren!”, ich merke wie ich vor Wut koche. „Also wenn ich nicht wollt, dass ich euch eure Waffen abnehme und euch damit in euer bestes Stück schieße, bevor ich euch die Kronjuwelen mit dem Schlagstock verhaue, legt ihr jetzt die Waffen auf den Boden und verpisst euch!”
Ich spüre Kyles entsetzten Blick vor, als ich Sirenen höre. „Shit, die haben die die Bullen gerufen”
Ganz klasse, Jungs. Wirklich. Ich schüttle nur kaum merklich den Kopf und nutze die Gelegenheit der Ablenkung, um dem Anführer - der einen guten Kopf kleiner als ich ist - die Waffe abzunehmen. Und ihm eine runter zu hauen. Kyle nutzt den Moment und legt sich mit den beiden anderen an.
Eine blutige Nase Kyles, geschockte Gäste und ein halb zerissenes Kleid später sind die drei im Polizeiauto und unsere Gäste haben sich etwas beruhigt.
„Scheiße, ich liebe dich, El”, murmelt er etwas außer Atem und zieht mich an der Taille zu ihm heran.
„Und ich hasse dich”
„Ich weiß”
Gegenwart
„Hey Schatz, ich bin zu Hause”, ruft Kyle plötzlich.
Es ist gerade mal 20 Uhr, doch ich muss aussehen als wäre es mitten in der Nacht. Ich sitze auf unserem Sofa im Wohnzimmer und habe geheult als wäre jemand gestorben.
„Scheiße, el” - Kyle wirkt entsetzt als er mich sieht und stürzt auf mich zu, „Baby, alles okay?”
„Wie sehr liebst du die Undecover Einsätze?”, frage ich, ohne ihn zu begrüßen und sehe ihn an. „Was?”
„Du hast mich verstanden, wie sehr liebst du die Undecover Einsätze?”
Er sagt kurz nichts. Scheint zu überlegen was mit mir ist. „Schon ziemlich”, antwortet er dann.
„Und für was würdest du aufhören damit?”
Ich wollte immer eine Familie gründen, aber nicht so. Nicht unter diesen Umständen.
Mir läuft eine Träne über die Wange. „Ella, was ist los?”, fragt er und legt seinen Arm um mich. Ich nehme das Kissen neben mir hoch und zum vorschein kommen 17 Schwangerschaftstest, die alle, ausnahmslos, positiv sind.
„Würdest du aufhören, wenn wir dich drum bitten?”, frage ich und sehe ihn erwartungsvoll an.
Kyle ist geschockt. Das war auch nicht anders zu erwarten.
„Fuck”, sagt er und realisiert langsam - ganz langsam -, dass ich schwanger bin.
„Würdest du?”, frage ich nach einigen Minuten Stille nach. Er sieht mich geschockt an. „Kyle, ich liebe dich und du weißt genau, dass ich mir nichts schöneres Vorstellen könnte als ein Minni Us zu haben. Aber unsere Hochzeit, dass essen bei meinen Eltern, der Abend vor ein paar Wochen...ich kann da so nicht. Ich kann nicht mit dir ein Kind bekommen, wenn ich nicht weiß, dass du jeden Abend zu Hause bist. Ich schaff das nicht allein, solltest du weg sein. Ich will auch das Leben von unserem kleinen Wunder nicht aufs Spiel setzen”
„Ja”, sagt er plötzlich wie aus der Pistole geschossen.
„Was ja?”, jetzt schaue ich verwundert.
„Ich höre auf. Keine Undecover Einsätze mehr. Ich nehme die Tagessschichten auf der Wache sowie in der Bar. Ich lass dich nicht mehr alleine. Nicht jetzt und auch nicht später”
„Wirklich?”
„Natürlich El! Das war zwar nicht geplant, aber ein Mini Us ist etwas unglaubliches. Ich will Vater werden. Ich will dem kleinen Würmchem alles zeigen. Ich will es. Ich will es mit dir”
Ich muss lächeln. Und heulen. Fuck ich liebe ihn.
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OneShots
FanfictionHeyho, Ich bin schlecht darin Geschichten zu beenden. Also habe ich dieses OS Buch angefangen und mittlerweile sind es scnon 100 Omeshots die hier entstanden sind. Es macht mir unglaublich spaß sie zu schreiben und ich hoffe euch gefallen sie beim...
