Stunden später flog mein Wecker durch das Zimmer, von mir mit ganz viel Liebe abgefeuert. Er zerschellte an der Tür meines Kastens und flog in dutzenden Einzelteilen zu Boden. „Babe." Lachte Cole mit seiner Morgenstimme. Ich lag immer noch wie am Abend zuvor auf seiner Brust, nicht wie normal mit dem Rücken zu ihm und seinem Arm um meinen Bauch.
Es fühlte sich so unglaublich schön an, ihn neben mir zu haben. Zu wissen, dass er die ganze Nacht da war, bei mir. Dass es für ihn nichts Wichtigeres gegeben hatte, als hier neben mir zu liegen.
Ich raffte mich hoch, schlurfte ins Bad und erledigte meine tägliche Routine. Die Haare band ich zu einem hohen Zopf und da heute die Sonne schien, zog ich mir ein weißes Shirt mit V-Ausschnitt kombiniert mit highwaisted Hotpants an. Das Shirt steckte ich in die Hose und schon war ich fertig und bereit für die Schule.
Beim Frühstück waren alle ungewohnt gut gelaunt. „Wieso hast du gestern Nacht so geschrien, Hailee? Ich hab es bis ins Wohnzimmer gehört." Meinte Dad. Ach du Scheiße, stimmt ja, als Cole das Wasser über mich geschüttet hatte, hatte ich geschrien, wie ein kleines Kind.
„Da... war nur eine riesen Spinne in meinem Zimmer." Antwortete ich schmunzelnd und Cole neben mir lachte in sich hinein. Dad nickte, da er wusste was für eine panische Angst ich vor Spinnen hatte, und befasste sich wieder mit seinem Frühstück.
„Kinder, wir fahren heute nach der Schule zum Mittagessen zu Will, Lorelai und den Kindern. Sie haben vorher gerade angerufen. Also seid bitte pünktlich um zwei zu Hause." Rachel sah besonders Cole an, da er ja das Taxi spielen musste und dafür sorgen musste, dass Ali und ich wieder von der Schule heimkamen.
Will und Lorelai hatten drei Kinder. Marcus, siebzehn, Emma, fünf, und Scott, vier. Sie waren alle nett, nur Marcus... ich hatte ein wenig Bammel, wie es zwischen Marcus und Cole diesmal werden würde, denn Marcus hatte mich die letzten Male immer ziemlich angegraben. Nur damals waren Cole und ich noch nichts und deshalb hatte es ihn nicht wirklich gestört.
Aber jetzt war Cole ziemlich eifersüchtig, bei jedem Typ mit dem ich nur redete und das machte mir ein wenig Bammel. Marcus sah noch dazu nicht schlecht aus, er war groß, blond, muskulös und hatte ein echt schönes Gesicht. Er war echt vernünftig, hatte schon sein Harvard-Stipendium in der Tasche und war Schulsprecher.
Er war der Traum einer jeden Mutter, meine Mum hätte ihn sich wahrscheinlich auch als Schwiegersohn gewünscht. Trotzdem fand ich an ihm nichts, Cole war der einzige für mich. Nur ob er das auch wissen würde, war die Frage.
In der Schule angekommen, starrten mich vier Gesichter an. Tammy, Nick, Tony und Alex warteten vor meinem Spind und ihre Blicke ließen glauben, ich wäre ein Marsmännchen, das gerade auf einem gelben Gummiboot durch die Schule flog.
„Warum starrt ihr mich so an?" fragte ich also verständnislos. „Naja, passiert ja nicht alle Tage, dass du von Chris entführt wirst und ihr nicht mal auf die Idee kommt, uns was zu erzählen. Wir mussten es von Mason erfahren." Meinte Tony und verschränkte die Arme vor der Brust, während die anderen Cole und mich vorwurfsvoll ansahen.
„Ich wollte kein großes Ding daraus machen, es ist ja nichts passiert." Meinte ich fast beiläufig und öffnete meinen Spind. „Es ist ja nichts passiert? Hailee, hast du irgendwas genommen? Und wenn ja, will ich von dem Zeug auch was." Meinte Nick und die Blicke hielten weiter an.
„Nein, aber mir ist nichts passiert und ich denke zumindest Ricky hat jetzt ein wenig Respekt bekommen, also kein Grund zur Sorge." Gab ich zurück.
Wir diskutierten noch kurz darüber, doch dann gaben sich die anderen geschlagen und meinten, wir sollten einfach nur aufpassen, dass Chris mich nicht wieder in die Finger bekam. „Klar. Sie geht nicht mehr ohne mich aus dem Haus, die gehört zu mir, Bro." Antwortete Cole da lachend und legte den Arm um mich.
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Call me Babe
Teen FictionHailee (16) und Cole (17). Sie sind Stiefgeschwister, müssen zusammen leben. Sie verstehen sich eine Sekunde und zicken sich in der nächsten an, bis sie sich gegenseitig beinahe hassen. Doch was, wenn etwas Unvorhersehbares passiert und sie herausfi...
