Wir aßen Frühstück und unterhielten uns über alles Mögliche. Naja, die anderen unterhielten sich, sogar Ali und Cole führten einige Gespräche mit ihren Verwandten, einzig und allein ich sprach fast kein Wort. Mir war die ganze Zeit über übel und mein Kopf begann, wehzutun. Als sich unsere Gäste also gegen Mittag verabschiedeten, verkroch ich mich in mein Bett. Ich zog mir die Decke soweit es ging über den Kopf und versuchte, zu schlafen.
Mein Kopf brummte und nach einer halben Stunde hin und her wälzen gab ich es auf und starrte nur mehr an die Decke. Auch meine Laune hatte sich sichtlich verschlechtert, weiß Gott warum.
„Kommst du Mittagessen?" fragte Rachel irgendwann durch die Tür und ich schüttelte den Kopf. „Geht's dir nicht gut?" fragte sie und kam besorgt zu meinem Bett. „Nein, alles gut." Antwortete ich und zwang mir ein Lächeln auf. Man konnte doch auch mal schlechte Laune haben, oder nicht?
Ich studierte weiterhin die Decke und dachte über alles Mögliche nach, als auf einmal Cole ohne anklopfen in mein Zimmer kam. „Kannst du nicht klopfen?" meckerte ich, ja ich war wirklich schlecht gelaunt. Cole trat überrascht einen Schritt zurück und hob die Hände.
„Jemand ist ganz schlecht gelaunt." Murmelte er, setzte sich dann aber neben mich aufs Bett. „Nein, ich mag es nur nicht, wenn jemand ohne anzuklopfen in mein Zimmer kommt." Gab ich zurück und zog mir die Decke über den Kopf.
Was tat er überhaupt hier? Ich war hässlich, hatte meine Haare zu einem Zopf gebunden, ungeschminkt und trug irgendein T-Shirt. Cole konnte doch jede haben, er sollte rausgehen und seinen Spaß mit so vielen Mädchen haben wie er wollte, anstatt am Bett seiner verkorksten, hässlichen Freundin zu sitzen.
„Was ist los?" fragte er sanft und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. „Cole, was machst du hier? Geh raus, triff dich mit den Jungs, reiß Weiber auf, du bist jung, genieß dein Leben. Stattdessen sitzt du hier am Bett deiner Freundin die dich sowieso nicht verdient hat und dich nur anschnauzt und vergeudest dir so dein Leben." Murmelte ich genervt.
Er sah mich durch große Augen an, dann begann er zu lachen. Er lachte vor sich hin, bis ich die Decke zur Seite schob und ihn vorwurfsvoll ansah. „Was?!" jammerte ich und sah ihn weiterhin trotzig an.
„Nichts, nur... Babe, hast du deine Tage?" fragte er und hielt das Lachen zurück, was ihm sichtlich schwer fiel. Okay, da hatte er Recht, ich hatte meine Tage.
„Kann man nicht mal schlecht gelaunt sein ohne seine Tage zu haben?!" schnauzte ich ihn an und sein Lachen kehrte zurück. „Ich nehme das als Ja." Er legte sich neben mich und zog mich trotz meiner Wehrversuche an seine Brust. Sein linker Arm hielt mich fest und der rechte strich über meine Wange.
„Sag mir, wie du dich fühlst." Murmelte er und küsste meine Stirn. Sofort wurde ich ruhiger und meine Wut verschwand.
„Ich hab Kopfschmerzen und ich hab Hunger. Und ich könnte jeden Moment heulen und außerdem gehst du mir auf die Nerven weil du immer sofort weißt, was los ist und ich nicht mal was vor dir geheim halten kann. Und außerdem ist mir heiß und dieses T-Shirt regt mich auf." Jammerte ich mit einer Murmelstimme. Cole grinste.
„Was willst du essen? Ich bring dir was." Fing er an und setzte sich auf. Ich überlegte, irgendwie hatte ich nur auf etwas ganz Bestimmtes Lust. „Walnusseis mit Schokostreusel." Antwortete ich und meinte es mehr als Scherz, da ich wusste, dass wir sowas nie zu Hause hatten.
„Ich fahre in die Stadt und hol dir eins." Beschloss mein Freund und meine Kinnlade fiel runter.
Ich versuchte, ihm das auszureden, aber er bestand darauf, wirklich meinen Wunsch zu erfüllen. Doch gerade als er gehen wollte, fiel mir noch was ein. „Und Babe?" fragte ich, da ich ihn auch mal so nennen wollte. „Ja, Babe?" er grinste und kam zurück.
„Kann ich vielleicht... also... eins deiner T-Shirts haben? Meine sind alle so unbequem und deine riechen nach dir und..." jammerte ich und schob die Unterlippe vor. Cole lachte auf, zog sich sein Shirt über den Kopf und gab es mir in die Hand.
Sein durchtrainierter Oberkörper traf mich wie ein Truck, ich hatte kurz vergessen, wie gut er aussah und ich hatte Angst, zu sabbern. „Ich mag es, wenn du mich Babe nennst." Flüsterte er, küsste mich und haute dann ab.
Eine dreiviertel Stunde später ging meine Tür wieder auf und ein vollbepackter Cole erschien. Ich staunte nicht schlecht, in seiner linken Hand hielt er eine Box voll Walnusseis, eher einen Kübel, und eine Plastikbox voll mit Schokostreusel. In der rechten Hand befanden sich fünf weiße Rosen.
Meine Kinnlade klappte runter als er die Tür gekonnt mit dem Fuß aufstieß und mit einem breiten Grinsen auf mich zukam. Ich konnte mein Lächeln nicht bekämpfen und meine Laune war mit nur einem Blick von ihm besser.
„Also erstens... das Eis. Schokostreusel muss ich noch raufgeben, die hatten sie nur extra. Und zweitens... deine Lieblingsblumen, fünf, weil das deine Lieblingszahl ist. Für meine wunderschöne Freundin, die ich nicht verdient habe und die mein Leben um hundertachtzig Grad verbessert, jeden Tag wenn ich neben ihr aufwachen darf." Er reichte mir lächelnd die Blumen und ich brachte immer noch kein Wort heraus.
Meine Arme bekamen Gänsehaut, mein Magen machte Luftsprünge und ich wollte Cole einfach nur nie wieder loslassen. Ich schlug mir die Hand vor den Mund und sah ihn mit großen Augen an.
„Sag nie wieder sowas wie vorher, hörst du?" warnte er in einer ernsten Stimme und nahm meine Hand vorsichtig weg. Er drückte mir die Rosen in die Hand und ich drückte sie an mich. „Danke." Flüsterte ich beinahe ehrfürchtig und er beugte sich zu mir runter um mich zu küssen.
Als seine Lippen meine trafen, war es anders. Normalerweise schmeckten seine Lippen nach Himbeere, dank dem Lippenbalsam den ich ihm aufgezwungen hatte, da ich den Geschmack einfach liebte. Doch heute schmeckte ich den Geschmack von Zigaretten.
„Du hast geraucht." Stellte ich fest und schubste ihn ein wenig weg.
„Babe, ich rauche echt wenig, seit uns. Ich tu das für dich aber du weißt nicht, wie schwer das ist. Früher hab ich zwei Schachteln am Tag geraucht und jetzt nur mehr wirklich selten, vielleicht jede zweite Woche." Meinte er und sah mich verteidigend an.
„Schon gut, schon gut. Du kannst ja rauchen, ich will nur nicht, dass du irgendwann Krebs bekommst oder so. okay?" ich lächelte und legte meine Arme um seinen Hals, nachdem ich die Rosen zur Seite gelegt hatte.
„Ich würde sofort ganz aufhören, wenn du das willst, aber du hast nie gesagt, dass ich ganz aufhören soll." Meinte er leise und sah mich an. Es tat mir weh, wie sehr er gut genug für mich sein wollte. Er dachte immer noch, dass er für mich anders werden musste, dass er besser werden musste. Es tat mir echt weh, dass er das dachte.
„Cole, hör auf." Murmelte ich und sah ihn ein wenig verletzt an. „Ich hab mich in dich verliebt, als du geraucht, getrunken und dich geprügelt hast. Und ich will dich nicht verändern, ich will auch nicht, dass du dich für mich veränderst."
"Du bist gut genug, mehr als das sogar. Du bist das Beste, was mir je passiert ist und du musst überhaupt nichts für mich tun, es tut mir weh dass ich dir anscheinend das Gefühl gebe, nicht gut genug zu sein, aber das bist du. Mehr als das. Okay, Babe?" ich lächelte ihn an und er leckte sich kurz über die Lippen, dann nickte er. Es war noch neu für mich, ihn Babe zu nennen.
Cole küsste mich, unsere Zungen spielten miteinander und er drückte mich leicht ins Bett, sodass ich auf dem Rücken lag und er auf mir. Er stützte sich links und rechts von meinem Kopf mit seinen Ellenbogen ab und ich bemerkte immer wieder ein Grinsen auf seinen unglaublich weichen Lippen.
„So gern ich dich auch küsse, ich will jetzt mein Eis." Ärgerte ich ihn und stieß ihn von mir.
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Call me Babe
Dla nastolatkówHailee (16) und Cole (17). Sie sind Stiefgeschwister, müssen zusammen leben. Sie verstehen sich eine Sekunde und zicken sich in der nächsten an, bis sie sich gegenseitig beinahe hassen. Doch was, wenn etwas Unvorhersehbares passiert und sie herausfi...
