Zu Hause angekommen, beschlossen wir, schlafen zu gehen, da wir ja doch ein bisschen was getrunken hatten. Mein Stiefbruder und ich standen also vor meiner Zimmertür und schauten uns nur an. Es lag am Alkohol, sonst hätte ich niemals so eine peinliche Stille zugelassen, schon gar nicht mit Cole.
„Danke für vorhin nochmal. Ich hätte nicht gedacht, dass du das tun würdest. Du hast es Chris echt gegeben" flüsterte Cole. „Ach, das war doch nichts" winkte ich ein wenig schüchtern ab. Doch im nächsten Moment wurde ich wieder zurück in die Realität gerissen, denn ich sah Ali die Treppen raufkommen. Verdammt, ich hatte sie ganz vergessen. Es war erst halb zwölf und wir hätten noch nicht zu Hause sein sollen. Verdammte Scheiße! Um in ihr Zimmer zu kommen, musste sie an uns vorbei, da es zwei Zimmer neben meinem lag.
Ich sah ihren hilfesuchenden Blick und musste handeln. Coles Blick ruhte wieder auf meinen Lippen und da kam mir die Idee. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, doch ich legte meine Hand in seinen Nacken und zog ihn zu mir. meine Lippen trafen auf seine und er erwiderte den Kuss sofort. Ich hörte Alis leise Schritte an uns vorbei gehen. Cole hatte es nicht bemerkt, er legte seine Arme um meine Taille und zog mich so an sich. Meine Arme wanderten um seinen Hals.
Er küsste verdammt gut, das musste man ihm lassen, ich wollte nicht aufhören. So kam es auch, dass ich kurz darauf die Türklinke hinter mir betätigte und nach hinten in mein Zimmer stolperte. Das verursachte bei Cole ein Grinsen.
Kurz darauf hatte er mich aber wieder an sich gezogen und küsste mich wieder. Er drehte sich samt mir so, dass er die Tür schließen konnte. Wohl bemerkt, ohne seine Lippen von meinen zu bewegen. Dann drückte er mich gegen die Wand und hob mich hoch, sodass meine Beine um seine Hüften geschlungen waren. In meinem Magen explodierten in diesem Moment Feuerwerke, ich gebe es ungern zu, aber meine Lippen wollten, dass dieser Moment nie aufhörte. Es war ein Gefühl, dass ich lange nicht mehr hatte. Feuerwerke, das Gefühl, dass alles was zählt, hier ist. Bei dir ist.
Doch in diesem Moment stolperte Cole über irgendetwas in meinem Zimmer und er fiel samt mir hin. Wir beide begannen lauthals zu lachen. Ich setzte mich auf, sodass ich auf seinem Becken saß, und er lag weiterhin kichernd am Boden. Wir waren wie zwei Kleinkinder. „Hast du dir wehgetan, Babe?" fragte er fast erstickend. Ich schüttelte ebenfalls Tränen lachend den Kopf.
Plötzlich hörten wir Schritte. Coles Hand hielt mir sofort den Mund zu, die andere seinen eigenen. Wir machten keinen Mucks, bis die Schritte weg waren. Wenn uns unsere Eltern erwischt hätten, wären wir geliefert gewesen.Er stand auf und hob mich wieder hoch. Mir war vom Alkohol noch immer ein wenig schwummrig vor den Augen, also krallte ich mich am Kragen seines Shirts fest. Cole küsste mich erneut und trug mich in mein Bett.
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Am nächsten Morgen wachte ich mit unerträglichen Kopfschmerzen auf. Doch das war nicht das schlimmste, ich lag wie gewöhnlich in meinem Bett. Das ungewöhnliche war der muskulöse Arm, der um meine Taille geschlungen war. Was hatte ich nur in der vergangenen Nacht angestellt? Ich warf einen Blick unter meine Decke und meine Erinnerungen wurden glasklar. Ich trug kein Stück Gewand, alles lag am Boden zerstreut. Ich hatte wirklich mit Cole geschlafen. Verdammt, dieser Alkohol! Starr vor Schock starrte ich an die Decke und überlegte, was ich tun sollte.
Man konnte nicht mehr sagen, das alles war nur für Ali gewesen. Der erste Kuss war für sie gewesen, ja, damit sie sich in ihr Zimmer schleichen konnte, ohne von ihrem Bruder erwischt zu werden. Aber der Rest war pures Selbstverschulden gewesen. Man konnte es nicht mal auf den Alkohol schieben. Klar, wir waren nicht 100 % bei Sinnen gewesen, aber ich konnte mich an alles erinnern und auch daran, dass ich es gewollt hatte. Und Cole hatte es genauso gewollt. Er war liebevoll, nicht wie ein wildes Tier. Er hatte mich immer wieder gefragt, ob es okay sei, ob alles gut sei und ob ich das wolle. Ich hatte es gewollt und es war toll. Es war eine tolle Nacht, vielleicht eine der besten meines Lebens.
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Call me Babe
Novela JuvenilHailee (16) und Cole (17). Sie sind Stiefgeschwister, müssen zusammen leben. Sie verstehen sich eine Sekunde und zicken sich in der nächsten an, bis sie sich gegenseitig beinahe hassen. Doch was, wenn etwas Unvorhersehbares passiert und sie herausfi...
