Kapitel 4 - Pläne zur Ablenkung

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„Heute Abend steigt eine Party bei Nick. Kommst du mit?" fragte Cole, als ich fertig mit seinen Fingerknöcheln war. „Ich muss Tammy fragen aber... ja, vielleicht" antwortete ich. Schon komisch, dass genau Cole mich quasi einlud, aber ich wollte unbedingt auf eine Party gehen.

Gleich darauf rief ich also meine beste Freundin an und sie sagte zu und versprach, mich gegen 20 Uhr abzuholen.

Den ganzen restlichen Tag tat ich nichts Besonderes mehr, zur Schule wollte ich sowieso nicht mehr und Cole hätte mich auch nicht gefahren, also blieb ich wie er zu Hause und wartete, bis auch Ali nach Hause kam.

Sie sprang gleich auf mein Bett und meinte, sie müsse mir was erzählen. „Also. Ich hab dir ja von diesem Tyler erzählt, eine Klasse über mir." begann sie und zitterte fast, so aufgeregt war sie. „Er hat mich gefragt, ob ich heute Abend mit ihm zu so einer Party gehen will" kreischte sie und ein Lachen breitete sich auch auf meinen Lippen aus.

„Du gehst da sicher nicht hin" hörten wir auf einmal Coles tiefe Stimme. Synchron drehten wir beide unsere Köpfe zur Tür, in der er stand und die Arme vor der Brust verschränkt hatte. „Cole! Verschwinde" schimpfte ich, er hatte uns schließlich belauscht, die Tür war vorhin noch zu gewesen.

Er war zwar nicht immer nett zu seiner Schwester, aber er passte immer auf sie auf und mir war klar, dass er sie nicht mit einem x-beliebigen Typen auf eine Party gehen lassen würde. Mir war aber auch klar, dass ich Ali den Rücken stärken würde. „Nein, du wirst da nicht hingehen. Denk gar nicht dran, du bist 13, vergiss es!" stellte er klar und schaute seine Schwester finster an.

„Lass sie in Ruhe, Cole. Was geht dich das an?!" ich sah ihn böse an, da Ali schon kurz vor den Tränen stand. „Sie ist meine Schwester und wenn ich sage sie geht da nicht hin, dann geht sie da nicht hin. Sie ist 13, nicht 16. Sie hat noch genug Zeit!" meinte Cole dann an mich gewandt und es entwickelte sich wie so oft zu einem Streit zwischen uns beiden.

Ali brach schließlich in Tränen aus, sie war schon lange in diesen Tyler verliebt und diese Party war eine einmalige Chance, ihn kennenzulernen. Und dann kam Cole und zerstörte ihr diese Gelegenheit. „Siehst du, du bringst sie damit schon zum Weinen. Lass sie doch mal ihr Ding machen, was bist du denn, ihr Bodyguard?" meckerte ich. „Ist egal, er muss mir immer alles zerstören, das ist sein Lebensinhalt" meinte Ali da und lief in ihr Zimmer.

Ich sah Cole fassungslos an. „Was?! Ich will nicht, dass sie jetzt schon was mit Jungs hat, sie hat noch genug Zeit!" verteidigte er sich. „Du bist unmöglich. Wann hast du denn angefangen, Weiber aufzureißen?!" ich wurde richtig wütend. „Sicher nicht mit 13. Und du brauchst mich gar nicht so anschnauzen, ich will gar nicht wissen, mit wie vielen Typen du schon was hattest!" warf er zurück und kassierte für diesen Spruch eine Ohrfeige von mir.

Er stellte mich als Schlampe da, obwohl er keine Ahnung hatte, wie ich war. Seit ich hier war, hatte ich mit keinem Typ was und er... er nahm meine Handgelenke, drehte mich in einer schnellen Bewegung um, sodass ich mit dem Rücken zur Wand stand. Er drückte mich dagegen und hielt meine Handgelenke immer noch fest umschlossen auf der Höhe meiner Hüften fest. Zwischen uns war kein Zentimeter mehr Platz und auch sein Gesicht kam mir gefährlich nahe, ich spürte bereits seinen Atem auf meinem Gesicht.

„Pass auf, was du tust, ich muss nicht nett zu dir sein" warnte er mich gefährlich flüsternd und ich bemerkte, wie fixiert er auf meine Lippen starrte. „Ach ja? Ist das alles was du hast, Cole?" ich blickte provozierend zu ihm hinauf, da er knapp einen Kopf größer war als ich. Seine grünen Augen trafen genau in meine blauen und es gab ein Blickduell.

„Wenn du Krieg willst, kannst du Krieg haben" hauchte er gegen meine Lippen, die nur mehr ein paar Millimeter von seinen entfernt waren. „Babe" fügte er noch provokant an und sah mir dann wieder auf die Lippen. „Verzieh dich aus meinem Zimmer, Macho" ich spuckte die Worte förmlich aus. Ein kleines Grinsen schlich sich auf seine Lippen. „Was, wenn nicht?" fragte er amüsiert.

Ich schubste ihn mit voller Kraft von mir weg. Dann öffnete ich die Tür und zog ihn an der Hand mit nach draußen, da ich jetzt zu Ali gehen wollte und einen Plan mit ihr ausarbeiten wollte, wie sie doch zu der Party gehen könnte, ich hatte da nämlich schon sowas im Kopf. Cole lachte sich kaputt, weil ich nicht stark genug war, um ihn zu ziehen. „Cole, bitte" jammerte ich. „Jaja, ich bin ja schon weg" er hob gespielt die Hände und ging immer noch lachend in sein Zimmer.

„Also... ich hab da so einen Plan" verkündete ich, als ich in Alis Zimmer ankam. Sie saß mit verheulten Augen am Bett und sah mich hilflos an. Ich ließ mich neben sie fallen und erzählte ihr genau, was ich mir überlegt hatte.

„Cole und ich gehen heute Abend beide auf eine Party. Ich werde ihn abfüllen und... sagen wir... ich werde dafür sorgen, dass er nicht mitbekommt, dass du nicht zu Hause bist. Du lässt dich von diesem Tyler abholen und dann geht ihr auf die Party. Schau aber, dass du bis Mitternacht wieder zu Hause bist. Deiner Mum sagst du einfach, dass du mit deinen Freundinnen dorthin gehst".

Ich hatte mittlerweile gemerkt, dass ich Cole ablenken konnte und ihn ein wenig in der Hand hatte. Ich würde also einfach mit ihm streiten, oder ihn so lange zulabern, dass er nicht bemerken würde, dass seine Schwester nicht zu Hause sein würde. Ali sah mich bewundernd an und stimmte zu.

Ich hatte vor, Cole von 19 bis 20 Uhr abzulenken. Um 19 Uhr wurde Ali abgeholt und um 20 Uhr hatte Cole vor, los zu gehen und ich würde von Tammy abgeholt werden. Jetzt war es kurz vor 19 Uhr und ich musste Cole in seinem Zimmer ‚halten', damit er nicht bemerken würde, wenn Ali das Haus verließ.

Ich hatte mich gerade angezogen: ein rotes, trägerloses Cocktailkleid mit Herzausschnitt, das mir bis kurz über den Hintern ging. Ja, es war ziemlich kurz und ich wäre normal auch nie so aus dem Haus gegangen, aber ich wollte schließlich ja Cole ablenken und das war nun mal die beste Waffe einer Frau.

Meine hüftlangen, brünetten Haare hatte ich gelockt und so hingen sie in großen Wellen hinunter. Ich hatte mich außerdem geschminkt, ein dünner Lidstrich, Mascara und roter Lippenstift. Dazu trug ich meine schwarzen Pumps, die mich ein Stück größer machten, sodass ich ungefähr auf Coles Höhe sein würde.

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