„Hey du." Henry stieß seine Verlobte sanft an. „Ich fange schon mal an, aufzuräumen, ja?"
Kate wandte sich von seiner Mutter Lucy zu ihm um. „Ich komme gleich und helfe dir." Sie lächelte. Wie er dieses Lächeln liebte!
Er lachte leise. Wen seine redselige Mutter einmal in ihren Fängen hatte, der kam dort nicht so schnell wieder heraus.
Und Kate konnte genauso viel reden wie Lucy. Die beiden würden ihr Gespräch vermutlich erst beendet haben, wenn schon fast alles aufgeräumt war. Aber das war nicht schlimm, immerhin hatten beide im Vorhinein den Großteil der Arbeit übernommen.
Henry blickte sich in dem mittlerweile leeren Raum um. Außer Kate und seiner Mutter waren nur noch seine beiden Schwestern da, die bereits begonnen hatten, das übriggebliebene Essen zusammen zu räumen.
Sein Vater war vermutlich auf der Veranda und redete noch immer mit Kates Eltern, aber Henry hatte keine Ahnung, wo sich seine beiden Brüder befanden.
„Typisch, sich zum Aufräumen verkrümeln", knurrte er belustigt. Er hätte gerne noch einmal mit Mark gesprochen, bevor der morgen Früh wieder abreisen würde. Vor allem über Neela McLucas. Henry hatte die beiden den ganzen Abend zusammen gesehen und war sich ziemlich sicher, dass sein kleiner Bruder mittlerweile mehr als nur Freundschaft für die junge Frau empfand. Das wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung, hatte Mark sich doch seit dem, was mit Anne passiert war, auf keinerlei Gefühle für eine Frau mehr eingelassen.
Und Mark und Neela waren schon immer ein süßes Team gewesen, wenn auch nur beste Freunde. Vor Jahren hatten Henry und Rebecca gewettet, die beiden würden eines Tages heiraten, aber dann war ihnen in ihren Verkupplungsversuchen einiges dazwischen gekommen. Um genau zu sein, jemand.
Anne.
Einen letzten Blick auf seine wunderschöne Verlobte werfend, die sich noch immer angeregt mit Lucy unterhielt, ging Henry in die Küche, wo Rebecca bereits begonnen hatte, abzuwaschen. Kendra stand mit dem Geschirrhandtuch neben ihr und trocknete gerade den großen Teller ab, auf dem Kates berühmte Sahnetorte gestanden hatte.
„Henry, komm schon, du musst doch nicht mit aufräumen helfen!", protestierte Rebecca, als Henry nach einigen bereits abgetrockneten Gläsern griff, um sie in den Schrank zu räumen.
Er grinste. „Ich kann doch nicht zulassen, dass ihr nur zu zweit hier steht. Ihr braucht unbedingt einen starken Mann wie mich, der euch was abnimmt", neckte er.
Empört schlug Kendra, die mit ihren 19 Jahren die Jüngste der Familie war, mit ihrem Geschirrhandtuch nach ihm. „Wir schaffen das auch sehr gut alleine!", protestierte sie. „Heute darfst du feiern! Geh zu deiner Verlobten zurück!"
Henry lächelte siegessicher. „Würde ich ja, aber sie redet gerade mit Mom..."
Seine Schwestern wussten, was das bedeutete.
„Ja, seit über einer Stunde. So langsam kannst du sie wieder zurückfordern." Rebecca zwinkerte ihm zu und stieß Kendra mit einem nassen Teller an, damit die weiter abtrocknete.
"Ach kommt schon, ich dachte, ich könnte ein bisschen bei euch ausruhen." Henry versuchte, mitleiderregend zu gucken und brachte seine Schwestern damit zum Lachen.
„Du kannst uns Landon schicken, wenn du ihn siehst", erwiderte Rebecca.
„Oder Mark", ergänzte Kendra. „Er hat sich schon die ganze Woche vor dem Abwaschen gedrückt!"
„Ich hab leider keine Ahnung, wo sie sind." Henry griff nach einem zweiten Geschirrhandtuch und half Kendra, abzutrocknen.
„Das ist so typisch!" Seine jüngste Schwester warf theatralisch die Hände in die Luft. „Wenn es auch nur nach Aufräumen riecht verkrümelt ihr Männer euch!"
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It All Comes Back Again
Genç KurguDie plötzliche Ermordung von Sheriff McLucas versetzt ganz Brendshire in Aufruhr. Um in seinem Todesfall zu ermitteln, werden drei Geheimagenten in das kleine, amerikanische Dorf geschickt. Einer von ihnen ist Mark O'Ryan, dessen Familie zu den best...
