Mark blieb überrascht stehen und kniff die Augen zusammen, doch auch so konnte er nicht sicher ausmachen, was der große, dunkle Schatten einige Meter weiter zwischen den Bäumen war.
Bereits vor einiger Zeit hatte es begonnen zu dämmern, und mittlerweile war es kaum möglich, weiter als einige Schritte zu sehen.
Es knackte leise, als ein Stöckchen unter Neelas Schuh zerbrach. Sie befand sich die ganze Zeit hinter ihm, doch erst jetzt, als er sich umdrehte, merkte er, wie dicht sie hinter ihm war.
Er verschränkte wieder die Arme vor der Brust, um ein wenig Abstand zwischen sie zu bringen und versuchte, den überwältigenden Drang, sie zu küssen, zu unterdrücken.
Er hatte ihr gesagt, er würde auf sie warten und das würde er auch.
Neela musste ihm wieder vertrauen.
Momentan wusste er allerdings gar nicht, was mit ihr los war, oder wie er sie behandeln sollte.
Er wusste, dass sie sich vorhin gewünscht hatte, er würde sie küssen, und er hatte das nicht weniger gewollt.
Aber es war nicht der richtige Moment gewesen. Es sollte für sie perfekt sein.
Er beging den Fehler und ließ seinen Blick an ihr hinunter gleiten.
Seine Hände ballten sich zu Fäusten. Nicht jetzt.
Neela war immer noch sauer auf ihn und sie zu küssen wäre bestimmt nicht die richtige Alternative. Wäre auf keinen Fall die richtige Alternative.
Mit in die Seite gestemmten Händen blickte Neela ihn herausfordernd an.
Er bemerkte, dass ihr Atem schneller ging, aber sie hatte sich kein einziges Mal über das schnelle Tempo beklagt, das er vorgelegt hatte.
Wieder etwas, was er an ihr bewunderte...
„Was ist?" In Neelas Stimme lag eine leichte Gereiztheit und unwillkürlich fragte Mark sich, was er getan hatte, um sie so zu verärgern.
An ihrem Beinahe-Kuss, der ihm komischerweise als erstes einfiel - besser gesagt, an den er die ganze Zeit denken musste -, konnte es nicht liegen, oder?
Immerhin war Neela sonst nur nach einem „richtigen" Kuss so wütend auf ihn gewesen.
Diesen Frauen konnte man es aber auch nie recht machen! Was wollte Neela eigentlich?
„Mark?" Ungeduldig stieß Neela ihn an, sodass Mark überrascht zusammen zuckte.
„Ja? Was ist los?", fragte er abwesend.
„Das habe ich auch gerade gefragt", erwiderte Neela trocken. „Warum bist du stehen geblieben?"
„Achso." Mark fuhr sich durch die Haare und hoffte, dass sie nicht bemerkt hatte, wie er sie angestarrt hatte. „Ich glaube, dort hinten ist eine kleine Hütte oder so was."
Wow, das hörte sich ja mal total professionell an! Mark verdrehte die Augen.
„Konnte ich ja nicht wissen!", knurrte Neela.
Dachte sie etwa, er hätte wegen ihr die Augen verdreht?
„Gehen wir hin?", fragte sie auch schon, bevor er es ihr erklären konnte.
„Sieht von hier nicht so aus, als wäre jemand drin", erwiderte Mark zögerlich.
Neela blickte ihn abwartend an, zuckte dann die Schultern und ging an ihm vorbei auf die Hütte zu.
Sie schien sich gar nicht darum zu kümmern, ob er ihr folgte, was ihn komischerweise störte.
Das war doch wirklich übertrieben, oder?
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It All Comes Back Again
Ficção AdolescenteDie plötzliche Ermordung von Sheriff McLucas versetzt ganz Brendshire in Aufruhr. Um in seinem Todesfall zu ermitteln, werden drei Geheimagenten in das kleine, amerikanische Dorf geschickt. Einer von ihnen ist Mark O'Ryan, dessen Familie zu den best...
